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TEST // THE ISLE OF CATS

TEST // THE ISLE OF CATS

Wenn das Internet ein Thema liebt, dann wären dies das Thema Katzen. Und Einhörner. Aber hauptsächlich Katzen. Aus dem Internet ist diese Thematik auch immer wieder in den Bereich der Brettspiele vorgestoßen. Nun schließt sich mit THE ISLE OF CATS ein weiteres Spiel dieser Thematik an. Ist es ungerecht, zu behaupten, dass es sich bei dem Spiel nur um einen weiteren Titel handelt, der auf eine Trendwelle aufspringt und davon profitieren will?

 

infos zum spiel

Um uns dieser Frage anzunehmen und das Spiel genauer unter die Lupe zu nehmen, wurde uns, freundlicherweise, eine Kopie der Kickstarter-Version von THE ISLE OF CATS von SKELLIG GAMES zur Verfügung gestellt.
Auf unsere Bewertung hat das natürlich keinen Einfluss.

 

Darum geht es im Spiel

 

Bei THE ISLE OF CATS übernehmen 1-4 (1-6 mit Erweiterung) Spieler die Rolle von Kapitänen, deren Aufgabe es ist, seltene Katzenarten von einer Insel zu retten, die von der Armee von Vesh Schwarzhand bedroht wird. Der Kapitän, der am Ende die meisten Katzen auf seinem Schiff beheimatet und sich das alte Wissen der längst verschollenen Zivilisation des Inselvolkes zu Nutzen gemacht hat, ist der Sieger.

Zu Beginn erhält jeder Spieler eines von 4 bzw. 6 Schiffen, die zufällig verteilt werden. Der Zufallsaspekt ist dabei relevant, da sich verschiedene Elemente auf den Tableaus auf unterschiedlichen Positionen befinden, wobei immer die gleiche Anzahl vorhanden ist. Auf diesem Schiff werden die eingesammelten Katzen abgelegt, wobei es auch als Schnellreferenz für die Spielrunden und die Endwertung dient.

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Durch diese Übersicht wird versucht, einen flüssigen Spielablauf zu gewährleisten, ohne dass Fragen nach der Endwertung oder der Spielrundenabfolge in diesen eingreifen. Durch das Austeilen des Spielertableaus ist der Aufbau fast abgeschlossen, da zum Spielen nur noch ein Inselfeld in die Mitte des Spieltisches gelegt wird, das eine Übersicht über die Anzahl der Spielrunden und die Kosten der eingefangenen Katzen bietet.

Handkarten, Ressourcen und Katzen sind in die Spielrunden integriert, die sie so zu einem Teil des Spielgeschehens werden lassen. Eine Spielrunde gliedert sich in 5 Phasen. In der ersten Phase fischen die Seemänner an Bord der Schiffe Fische, damit diese zum Anlocken der Katzen genutzt werden können.

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In dieser Phase erhält jeder Spieler 20 Fisch, wobei dieser Wert über alle 5 gespielten Spielrunden konstant bleibt. In Phase 2 werden 7 Spielkarten an die Spieler verteilt. Diese suchen sich daraufhin 2 Handkarten aus und geben die restlichen Karten in den Runden 1, 3 und 5 im Uhrzeigersinn und in den Runden 2 und 4 gegen den Uhrzeigersinn weiter. Dies hat den Zweck, dass die Spieler sich auf unterschiedliche Strategien ihrer Mitspieler einstellen müssen, eine Karte kann nämlich durch das Rauswählen der Karte dem Gegenspieler verwehrt werden.

Während bestimmte Karten dem links sitzenden Mitspieler helfen könnten, sind es für den rechts sitzenden Mitspieler vielleicht ganz andere Karten, die er besser nicht in die Finger bekommen sollte. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis alle Spieler 7 Karten auf der Hand haben (die letzte Karte wird einzeln weitergegeben). Nun müssen die Spieler noch entscheiden, welche der Karten sie schlussendlich behalten wollen und welche nicht.

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Dafür besitzt jede Karte einen Wert, den die Spieler mit Fisch bezahlen müssen, um die Karte einsetzen zu können. Können die Spieler den Fisch nicht bezahlen, müssen sie die Karten auf den Ablagestapel legen. Die Karten unterteilen sich dabei in 4 verschiedene Kategorien: Rettungskarten, Sofortkarten, Schatzkarten und Missionskarten. Rettungskarten sind dafür da, die Fähigkeit der Rettung der Katzen zu verbessern. Auf ihnen befinden sich zumeist 2 verschiedene Informationen: Kann ein Spieler eine Katze mit dieser Karte retten und wie schnell kann er dies tun.

Die Möglichkeit der Rettung wird durch eine Katzenbox symbolisiert, eine Katzenbox kann zum Retten einer Katze genutzt werden. Befindet sich eine defekte Katzenbox auf der Karte, sind 2 Karten mit diesem Symbol nötig, um eine Katz mit ihnen zu retten. Wichtig zu erwähnen ist, dass jeder Spieler von Beginn an eine permanente Katzenbox besitzt, die in jeder Runde zum Retten einer Katze genutzt werden kann. Eine Karte ist im Notfall damit nicht nötig. Die Geschwindigkeit wird durch eine Zahl neben einem Stiefel angegeben. In der Rettungsphase werden die kombinierten Geschwindigkeitswerte auf allen ausgespielten Karten eines Spielers zusammengezählt. Der Spieler mit dem höchsten Wert darf zuerst eine Katze wählen, die er retten möchte.

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Missionskarten geben an, was ein Spieler erfüllen muss, um am Spielende zusätzliche Punkte zu erhalten. Die Missionskarten teilen sich dabei in persönliche und öffentliche Missionen. Während die persönlichen Missionen nur für den Spieler selbst vorbehalten sind, können öffentliche Missionen von allen Spielern zugleich erfüllt werden, sind dafür aber zumeist auch leichter zu erfüllen. Die Schatzkarten sind für die letzte Phase einer Runde nützlich, da diese zum Ergattern begehrter Schätze oder der seltenen Oshax-Katzen gebraucht werden. Der Nachteil ist, dass Schatzkarten meist teurer sind als andere Karten. Sofortkarten sind Karten, die Effekte enthalten, die von einem Spieler zu jedem Zeitpunkt einer Spielrunde eingesetzt werden können. So können die Spieler zum Beispiel sofort 2 weitere Karten ziehen oder zusätzlichen Fisch erhalten.

Haben die Spieler ihre Karten erworben, können sie in Phase 3 alle erworbenen Missionskarten verdeckt neben ihr Schiff legen und alle öffentlichen Missionen laut vorlesen und in der Tischmitte positionieren. Phase 4 bildet den Kern des Spiels: die Rettung! Zu Beginn dieser Phase werden Katzen verdeckt aus einem Beutel gezogen und links und rechts von der Inselfläche in der Tischmitte gelegt. Die Anzahl entspricht dabei der doppelten Spieleranzahl (bei 3 Spielern also 6 Katzen pro Seite!).

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Liegt eine Katze links von der Insel, so kostet sie 3 Fische, während Katzen auf der rechten Seite 5 Fische kosten. Nun werden die Rettungskarten verdeckt und zeitgleich ausgespielt, um beim Aufdecken zu ermitteln, wer beginnen darf, eine Katze zu retten. Das ist wichtig, weil die Katzen in 5 Farben unterteilt sind. Das Ziel ist es, Katzenfamilien zu bilden und viele Katzen der gleichen Farbe zueinander zu legen. Damit dies nicht zu einfach ist, besitzt jede Katze eine Tetris ähnliche Form, die passend in das eigene Schiff eingebaut werden muss.

Wichtig ist, dass die Spieler sich so wenig Flächen wie möglich verbauen, indem sie Formen so legen, dass einzelne Flächen des Schiffs frei bleiben. Hier kommt der Taktikanteil des Spiels zur Geltung. Katzen dürfen nur angrenzend an bereits gelegte Plättchen gelegt werden, wodurch das passende Legen der Plättchen erneut erschwert wird. Zusätzlich besitzt das Schiff 7 unterschiedliche Räume, die es im Bestfall komplett zufüllen gilt, da nicht gefüllte Räume am Spielende viele Minuspunkte einbringen.

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Zu guter Letzt gibt es auf verschiedenen Feldern des Schiffes Schatzkarten in den 5 Farben der Katzen und Ratten. Die Ratten geben erneut Minuspunkte zum Spielende, wenn sie nicht mit einer Katze verdeckt werden, während die Schatzkarten einen positiven Effekt haben. Legt ein Spieler eine Katze mit der passenden Farbe auf eine Schatzkarte, kann er sich einen kleinen Schatz aus der Auslage unterhalb der Inselfläche aussuchen.

Diese kleinen Schätze geben zum Schluss zwar keine Punkte, können aber zum Füllen von Räumen genutzt werden, da diese Formen besitzen, die von keiner Katze bedient werden. Reihum wählt nun jeder Spieler eine Katze, bis kein Spieler mehr eine Katze retten kann (wenn er keine Katzenbox mehr hat) oder einfach keine Katze mehr in dieser Runde retten möchte.

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In der letzten Spielphase können die Spieler ihre Schatzkarten spielen und eventuelle große und auch kleine Schätze ihrem Schiff hinzuzufügen. Große Schätze sind besondere Schätze, die während des Ziehens von Katzen aus dem Beutel auftauchen können. Hat ein Spieler einen solchen Schatz in seinem Besitz, ist dieser zum Spielende 3 Punkte wert.

Auch die bereits erwähnten Oshax-Katzen können in dieser Phase erhalten werden, indem die passende Karte dafür ausgespielt werden. Diese weißen Katzen sind besonders stark, aber sehr selten, da es insgesamt nur 6 von 150 Karten im Kartenstapel gibt, die einem Spieler einen Oshax geben. Oshax sind deshalb besonders stark, weil sie keine explizite Farbe besitzen, sondern eine Farbe nach dem Wunsch des Spielers annehmen können. Ist diese Farbe jedoch einmal angesagt, kann sie nicht wieder geändert werden.

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Dieser Ablauf wiederholt sich, bis das Ende von Runde 5 erreicht wird und die Endwertung erfolgt. Nun werden alle Punkte der Katzenfamilien bestehend aus 3 Katzen oder mehr, den Missionszielkarten und den großen Schatzkarten zusammengerechnet, um anschließend die Minuspunkte für nicht gefüllte Räume und offene Ratten abzuziehen. Der Spieler, der die meisten Punkte erzielt hat, ist der Sieger von THE ISLE OF CATS.

Spielvariationen

Ein besonderes Merkmal sind die Variationen, die THE ISLE OF CATS seinen Spielern bietet. Der Solomodus enthält eine sehr gut durchdachte Solovariante, die mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen ausgestattet ist, um verschiedene Spielertypen anzusprechen. Besonders für das erste Spiel kann diese Variante empfohlen werden, um die Regeln zu festigen, bevor es in einer großen Spielrunde auf den Tisch kommt.

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Interessant ist auch der Familien-Modus des Spiels. Dieser bietet eine sehr stark vereinfachte Version des Spiels, die ohne Handkarten und komplizierte Missionskarten auskommt. Von den Missionskarten erhält jeder Spieler 3 Karten und kann sich 2 davon aussuchen, die er bis zum Ende erfüllt haben möchte. Das Retten der Katzen funktioniert dabei ohne Ressourcen, sondern ist ein Wählen, dass im Uhrzeigersinn geschieht und endet, sobald alle Katzen einer Runde gewählt sind.

Diese Variante ist besonders an Familien oder an Spielergruppen gerichtet, die keine Zeit oder keine Lust auf die komplexere Version des Spiels haben. Besonders für jüngere bietet sich dieser Spielmodus an, wobei dennoch Hilfestellungen bei den Missionskarten gegeben werden sollten, da auf diesen teilweise schwierige Wörter oder Sätze vorkommen können, die jüngere Spieler noch nicht unbedingt verstehen.

 

Was ist in der Box?

 

Das Spielmaterial von THE ISLE OF CATS stellt eines der großen Highlights der Spielschachtel dar. Neben den bereits besprochenen 150 Karten enthält die Grundbox 4 Schiffe, die doppelseitig genutzt werden können (die Rückseite ist speziell für die Familienversion gedacht), Katzenplättchen in den 4 bzw. 6 verschiedenen Farben, einen Jutebeutel, einen Block sowie einen Stift zum Eintragen der Endwertung und als Höhepunkt Meeple aus Holz in Form der verschiedenen Katzentypen. Diese werden verwendet, um die Oshax einer Farbe zuzuordnen oder bei öffentlichen Missionen, die eine Ansage einer bestimmten Farbe verlangen, die Farbe zu veranschaulichen.

Das Material aller Komponenten bietet einen hohen Brettspielstandard. Die Karten sind mit Plastik verstärkt, die Pappe der Plättchen ist sehr stabil und besonders die Spielschachtel an sich ist sehr dick und geräumig, was ihr einen sehr qualitativen Eindruck verleiht. Der Druck ist sehr gut und die gewählten Farben sind sehr kräftig und vielfältig. Das Artwork ist sehr stimmig, da insbesondere jede Katzenart ihr eigenes Design erhalten hat und sich damit gut von den anderen Katzen unterscheiden lässt.

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Das Regelbuch erklärt die Regeln sehr präzise und unterlegt diese mit sehr gut verständlichen Beispielen, die auch Brettspielneulingen die Funktionen des Spiels gut veranschaulichen. Für Lesefaule bietet das Regelbuch aber auch ein Video auf der Website des Herstellers an, das die Regeln in etwa 18 Minuten erklärt und alles enthält, was die Spieler für eine normale Runde wissen müssen.

Die vorliegende Kickstarterversion enthält zusätzliche Katzenmeeple zum Darstellen der Spieler, Holztoken für die Fische, die anstatt der Pappplättchen genutzt werden können, sowie zusätzliche Karten und Katzen, die die Variationen im Spiel etwas verstärken. Die Erweiterung LATE ARRIVALS erweitert das Spiel zusätzlich um Spielmaterial für einen 5. und 6. Spieler, sodass größere Spielrunden gespielt werden können.

Tags: Ressoucenmanagement, Auslegen, Set sammeln, 60-90 Minuten, 1-4 Spieler

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