Test | Tiny Epic Dungeons (+Stories)

Test | Tiny Epic Dungeons (+Stories) - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel

 

 

„Tiny Epic Dungeons“ ist mal wieder eines dieser Spiele, die mich überrascht haben – bzw. nicht dem entsprachen, was ich erwartet hatte. Als Freund von Spielen wie „Mage Knight“ (zugegeben, kein wirklicher Dungeon-Crawler) und „Gloomhaven“ konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass in eine so kleine Box ein richtiger Crawler passt. Ich hatte mit eklatanten Einschnitten in die Kernmechaniken und ganz deutlichen Grenzen des Spieldesigns gerechnet. Aber weit gefehlt: In dieser kleinen Schachtel steckt ein richtiger Dungeon-Crawler mit vielem, was dazu gehört.

Zum einen ist da der Erkundungsmechanismus, der simpel und effektiv ist. Dadurch, dass nie alle Karten genutzt werden und diese auch immer wieder in einer anderen Reihenfolge auftauchen und dann jedes Mal neu ausgerichtet werden können, wird wohl nie der gleiche Dungeon zweimal entstehen. Außerdem kann taktisch unkluges Zusammenbasteln des Dungeons zur Niederlage führen. Ob sich diese zufällige Generierung irgendwann abnutzt, kann ich aber jetzt noch nicht sagen. Da werde ich wohl noch ein paar zig Partien spielen müssen.

 

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Ein besonders wichtiger Aspekt in diesem Genre ist für mich das „Looten“, also die Progression durch neue Gegenstände. Damit ein Dungeon-Crawler wirklich Spaß macht, muss es sich gut anfühlen, wenn ich neue Gegenstände finde oder neue Fähigkeiten bekomme. Wenn dieser kleine Dopamin-Ausstoß funktioniert, dann ist es für mich sogar meist in Ordnung, wenn die Aufgaben und Gegner, die man dafür erledigen muss, etwas mühsam sind. Und genau das funktioniert in „Tiny Epic Dungeons“ wunderbar. Neue Waffen fühlen sich im Vergleich zu den Startwaffen meistens richtig stark an. Einen neuen Zauber aufzudecken löst nicht selten ein vergnügliches Raunen am Tisch aus, wenn es sich um einen mächtigen Feuerball handelt, der über weite Entfernungen gleich vier Schaden (!) anrichten kann.

Aber es ist natürlich nicht alles perfekt an diesem kleinen Spiel. Denn so viel Variation bei den Bossgegnern, Charakteren, Gegenständen und Dungeon-Layouts besteht, so gering ist die Vielfalt vor allem bei den kleinen Goblin-Gegnern. Durch die Handvoll verschiedener Goblins hat man sich meistens innerhalb von nur wenigen Spielrunden komplett durchgeschnetzelt und dann trifft man immer und immer wieder auf die gleichen Widersacher. Das nutzt sich schon innerhalb von nur einer einzigen Partie ab. Diese Abnutzungserscheinungen treten ebenfalls bei den Spielzügen auf, vor allem in den früheren Runden. Denn die laufen oft gleich ab: Neues Feld aufdecken, Goblin erscheint, Goblin besiegen, Zug vorbei. Da bleibt nicht viel Spielraum, denn den Goblin nicht zu besiegen (und damit die Aktion pro Zug zu verbrauchen) ist einfach ineffizient und meistens eher kontraproduktiv.

 

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Ebenfalls nicht besonders angetan bin ich von der Boss-Mechanik, mit der man den Endgegner in mehrere Ritualräume locken muss, damit dieser weitere Lebenspunkte verlieren kann. Zwar wird dadurch der Boss etwas herausfordernder als er sonst wäre, aber es fühlt sich ein bisschen nach künstlicher Spielzeitverlängerung an, wenn man den Gegner an der Nase noch einmal durch den halben Dungeon führen muss. Ebenfalls über das Ziel hinaus schießt meiner Ansicht nach die Erweiterung mit ihrem epischen Dungeon. Dieser fügt ein Maß an extra Spiellänge hinzu, das ich persönlich wirklich nicht für nötig halte. Die restlichen Bestandteile der Erweiterung sind nett, sorgen aber maximal für etwas mehr Abwechslung – was dem Spiel langfristig wohl gut tun wird.

Insgesamt bin ich aber dennoch beeindruckt, wie viel Spiel in diese kleine Box passt. Denn mit „Tiny Epic Dungeons“ bekommt ihr einen echten Dungeon-Crawler, der im Kern das bietet, was man von dieser Art Spiel erwartet. Abstriche bei der Komplexität müssen natürlich gemacht werden, aber bei dem Preis und der Größe sollte man auch nichts anderes erwarten. Ein bisschen in die Länge gezogen fühlt sich das Spiel an einigen Stellen dann aber trotzdem an.

 

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Wer nicht immer Platz für eine Partie „Gloomhaven“ oder „Sword & Sorcery“ hat, aber ein Fan des Genres ist, ist hier genau richtig. Ebenfalls kann ich mir „Tiny Epic Dungeons“ unheimlich gut für den Urlaub oder unterwegs vorstellen. Gamelyn Games haben also ihre Quest völlig zufriedenstellend abgeschlossen und einen Dungeon-Crawler im Miniaturformat erschaffen, der sich zwar nicht immer episch anfühlt, aber die Fackel des Genres selbstbewusst hochhält.

 

 

 

wertung

 

 

 

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Tags: 1-4 Personen, Dungeon-Crawler, Würfel, Entdecken, Fantasy, Kooperativ

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