Bedeville Carnival

Prototyp | Bedeville Carnival

Bedeville ist ein kleines und marodes Provinznest und berühmt-berüchtigt für seinen gruseligen Freizeitpark BEDEVILLE CARNIVAL. Dieser gehört einem gewissen Mr. Carl, seines Zeichens der Totengräber des Örtchens. Seit dem er von einem teuflischen Trickbetrüger verflucht wurde, strömen jede Nacht tausende Zombies vom Friedhof auf den Rummel. Du bist einer dieser Lebendtoten und willst einfach nur deinen nächtlichen Spaß haben. Dumm nur, dass dich Mr. Carl vertreiben will und die nervige Katze Fleabag dir ständig die Souvenirs wegschnappt. Wird es dir trotzdem gelingen, mehr Spaß als alle anderen Zombies zu haben? 

 LOODOO NINJA hat uns einen Prototypen von BEDEVILLE CARNIVAL freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

 

 

Zeit für ein bisschen Spaß, ihr lebenden Toten

BEDEVILLE CARNIVAL ist ein Spiel, welches die Mechaniken Point To Point Movement, Push Your Luck und Ressourcenmanagement zu einer wilden Achterbahnfahrt vermengt. Die 2 - 4 Spieler:innen schlüpfen in die sterblichen Überreste von Zombies, welche aus ihren Gräbern entsteigen, um auf dem nahegelegenen Jahrmarkt einfach Mal richtig Spaß zu haben. Dabei gilt es auch die prächtigsten Souvenirs einzuheimsen, um so am Ende der Nacht als Sieger vom Feld zu gehen. Aber Obacht, der furchterregende Mr. Carl ist euch stets auf den Fersen und versucht euch zu vertreiben.

Zu Beginn der Partie platzieren alle ihre Spielfigur auf einem der zahlreichen Attraktionen, welche in einer Art Karussell kreisrund angeordnet sind.

 

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Im eigenen Zug werden immer dieselben Aktionen in der gleichen Reihenfolge durchgeführt. Die Aktionen unterteilen sich in zwei freiwillige Aktionen und die übrigen Aktionen, welche immer durchgeführt werden müssen.

Alle haben immer die Möglichkeit, einen Totenkopf einer Farbe in einen Totenkopf einer anderen Farbe umzutauschen. Alternativ können sie beliebig viele Souvenirs an ihrer aktuellen oder den angrenzenden Attraktionen kaufen, indem die entsprechende Anzahl an verschiedenfarbigen Totenköpfen abgegeben wird. Die Souvenirs bringen am Spielende Siegpunkte.

Im Anschluss muss die eigene Spielfigur zu einer neuen Attraktion bewegt werden. Diese darf nicht von einem anderen Charakter besetzt sein. Dann erhält die Person die angegebenen Totenköpfe und muss die zugehörige Aktion ausführen, was jedes Mal etwas Lärm verursacht. Durch die Aktionen können andere Charaktere, die Position der Souvenirs oder die Chips im Beutel beeinflusst werden. Dies bringt einem entweder selbst Vorteile oder vermiest den anderen den Aufenthalt auf dem Jahrmarkt.

 

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Abschließend wird noch ein Chip aus dem Beutel gezogen. Hierdurch kann es passieren, dass entweder Mr. Carl oder die nervige Katze Fleabag bewegt werden. Mr. Carl geht immer zu der Attraktion, bei welcher der meiste Lärm gemacht wurde. Befindet sich dort eine Spielfigur, wird diese vom Spielfeld entfernt. Außerdem wird die Attraktion ausgetauscht. Fleabag ist eine lautlose Katze, welche den Lärm an einer Attraktion zwar reduziert, dafür aber eine der gewinnbringenden Souvenirs entfernt und zudem die Spieler:innen daran hindert, die Aktionen zu nutzen.

Nachdem all diese Schritte abgehandelt worden sind, ist die nächste Person an der Reihe. Das Spiel endet, sobald das letzte Souvenir durch einen Charakter entfernt wird. Bevor die Endwertung durchgeführt wird, werden nach dem Lüften der Sichtschirme unter anderem noch Boni für die meisten Totenköpfe in einer Farbe ausgeschüttet. Dann wird diese Zwischensumme mit den Siegpunkten auf den Souvenirs verrechnet und die Person mit den meisten Punkten gewinnt die Partie.

 

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Rollende Totenkopfschädel und Rummelromantik

Dunkel thront Mr. Carls Konterfei auf dem Cover von BEDEVILLE CARNIVAL. Gerade schaufelt er wieder ein neues Grab aus, aus welchem schon bald der nächste Zombie entsteigt, um auf den dahinterliegenden Rummelplatz zu stolpern. Aus meiner Sicht könnte der Karton der Spieleschachtel noch etwas dicker sein, da dieser aktuell ein wenig lapprig wirkt.

Das Innere der Schachtel ist zum jetzigen Stand vor allem mit einer Sache prall gefüllt: Luft. Ich hoffe, dass der Verlag diese in der Gamefound-Kamagne noch mit etlichen Stretch Goals füllt. Die Retail-Variante der Spieleschachtel könnte nämlich sonst gut und gerne eine Nummer kleiner ausfallen.

Das Spielmaterial selbst hat eine sehr gute Qualität, auch wenn es zum großen Teil nichts Ausgefallenes ist. Ein besonderes Gimmick sind die bunten Joy Marker, welche wie ein Zombieschädel aussehen. Aufgelockert wird deren Erscheinungsbild von herzförmigen Augen. Die Standees halten die Pappfiguren an Ort und Stelle, ohne diese beim Zusammenbau zu beschädigen. Die Karten sind von ausreichender Dicke und liebevoll gestaltet. Leider sind die Kartentexte sehr klein geraten, was es besonders bei schräg oder auf dem Kopf liegenden Karten äußerst schwierig macht, diese zu lesen. Das ist insofern ärgerlich, als dass die Attraktionen ständig ausgetauscht werden und einzelne Personen sich somit immer wieder über den Tisch lehnen müssen.

 

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Auch wenn der mir vorliegende Prototyp von BEDEVILLE CARNIVAL kein sprachneutrales Material enthält, gehe ich aufgrund der recht kurzen Kartentexte davon aus, dass selbst jüngere Personen mit unzureichenden Englischkenntnissen am Spiel teilhaben können.

Die Spieleanleitung erläutert die Regeln auf wenigen Seiten ausführlich und unterfüttert etwas kompliziertere Abläufe mit bebilderten Beispielen. Lediglich die Funktion der Noise Marker wird etwas stiefmütterlich behandelt, wodurch sich bei uns der Beginn der ersten Partie leider etwas verzögert hat. Dafür wartet BEDEVILLE CARNIVAL mit einem umfangreichen Glossar auf, welches die einzelnen Attraktionen detailliert erklärt.

Das Spiel verfügt über eine umfangreiche und verständliche Symbolsprache. Am Anfang wirkt es zwar etwas überladen, hilft aber mit fortschreitender Zeit, sich die schwer lesbaren Kartentexte besser zusammenzureimen.

 


 uwe

 

Als ich das erste Mal von BEDEVILLE CARNIVAL gehört habe, weckte die Kombination aus Zombie- und Freizeitparkspiel sofort die Neugier in meinem untoten Leib. Doch lohnt der Rummel um BEDEVILLE CARNIVAL wirklich einen Blick oder sollte die eigene Begeisterung lieber beerdigt werden?

Zunächst einmal ordne ich BEDEVILLE CARNIVAL an der Grenze von Familien- und Kennerspiel ein, obwohl die Spielregeln nicht sonderlich umfangreich sind. Das liegt vor allem daran, dass der Kauf von Souvenirs ein gewisses Maß an vorausschauendem Planen erfordert. Nichtsdestotrotz fordert BEDEVILLE CARNIVAL planerische Flexibilität, da sich die Aktionsmöglichkeiten und die zur Auswahl stehenden Souvenirs ständig verändern.

 

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Etwas Glück ist auch vonnöten, wenn das Spiel gewonnen werden soll. Das kann vor allem dann störend empfunden werden, wenn beim Ziehen der Chips keine nennenswerten Boni herausspringen oder die eigene Figure gar vom Brett genommen wird. Hier wäre ein kleiner Ausgleich durchaus angebracht gewesen.

Für massig Spaß und ausreichend Interaktion sorgt der Konkurrenzkampf unter den Personen trotzdem. Dieser ist sowohl bei zwei als auch bei vier Untoten ähnlich hart, auch wenn dieser mit zunehmender Spielerzahl grundsätzlich etwas zunimmt. Gerade gegen Ende der Partie müssen alle ordentlich einstecken, da niemand dem anderen die übrigen Souvenirs gönnt. Das sorgt einerseits für schadenfrohes Gelächter, aber auch für Frustration bei kleineren Mitspieler:innen. Hierdurch ähnelt das Spielgefühl von BEDEVILLE CARNIVAL Klassikern wie MENSCH ÄRGER DICH NICHT, ohne aber mit diesem im engeren Sinne mechanisch verwandt zu sein.

Sichtschirme sind ja immer so eine Sache, da man ja nie weiß, ob jemand betrügt. In BEDEVILLE CARNIVAL sorgen diese aber für die Extraportion Nervenkitzel, weil es bis zum Ende der Partie unklar ist, welche Person die meisten Totenköpfe einer bestimmten Farbe hat und somit die Boni einheimst.

Durch die variable Auslage der Attraktionen und Souvenirs bietet BEDEVILLE CARNIVAL ausreichend Wiederspielreiz, obwohl meist sehr ähnliche Strategien zum Erfolg führen.

 

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Das Thema von BEDEVILLE CARNIVAL ist äußerst originell und amüsant. Wer kann schon von sich behaupten, mal ein Spiel auf dem Tisch gehabt zu haben, in welchem man als Zombie einen Jahrmarkt unsicher macht? Leider ist dies abseits der Illustrationen und Flavour Texte kaum präsent, sodass das Thema letztlich austauschbar wirkt.

Insgesamt bietet der Prototyp also bereits ein äußerst rundes Spielerlebnis, welches nur wenig Feinschliff benötigt und auch ohne Stretch Goals und Erweiterungen Spaß macht. Wer auf der Suche nach einem ebenso konfrontativen wie witzigen Spiel ist, sollte die bald startende Gamefound-Kampagne von BEDEVILLE CARNIVAL genauestens verfolgen.

 

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Bilder zum Spiel

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Tags: 2-4 Personen, push your luck, Ressoucenmanagement, Kennerspiel, Modulares Spielfeld

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