TEST // MÖMMEN

Test | Mömmen

Kleine Verlage haben es in der Brettspiel-Welt meist schwer. Solange keine prestigeträchtigen Kickstarter-Kampagnen oder Autoren hinter einem Spiel stehen, kann es heutzutage schnell ins Abseits geraten. Insbesondere gilt dies für Spiele, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben und erst durch eine neue Auflage wieder ins Visier geraten. MÖMMEN, ein kleines Kartenspiel, das ursprünglich 2001 veröffentlicht wurde, gehört in genau diese Kategorien. Ob es sich auch auf dem heutigen Markt behaupten kann oder von der Konkurrenz kahlgeschoren wird?

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Der TOGETHER SPIELEVERLAG hat uns MÖMMEN freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

 

Darum geht es im Spiel!

Bei MÖMMEN handelt es sich um ein klassisches Set-Collection-Kartenspiel. Das Ziel ist es, insgesamt sechs Schafe der gleichen Farbe und mit positivem Wert auf der Hand zu haben. Die Karten teilen sich in drei Kategorien: farbige Schafe mit positivem Punktwert, farbige Schafe mit negativem Punktewert und zwei Sorten Spezialkarten. Personen können während ihrer Spielzüge eine Spezialkarte ausspielen und/oder eine Karte aus der zentralen Auslage gegen eine Karte aus der Hand austauschen. Beim Ausspielen einer Spezialkarte tritt der jeweilige Effekt ein.

 

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Wird „Benny der Dorfhund“ ausgespielt, wird die gesamte Auslage erneuert, um im Nachhinein eine eigene Karte mit einer der neuen Karten austauschen zu können. Die Karte „Tim der Scherer“ ermöglicht es der ausspielenden Person, eine Minuskarte gegen eine beliebige Karte der Auslage auszutauschen (im Normalfall können Karten mit negativem Punktewert nur gegen Karten der gleichen Farbe ausgetauscht werden!). Im Uhrzeigersinn müssen nun alle eine Minuskarte aus der Auslage gegen eine Handkarte austauschen. Sobald keine Minuskarte mehr in der Auslage liegt oder sobald die Person, die „Tim der Scherer“ ausgespielt hat, wieder am Zug ist, endet diese Sonderrunde und die nächste Person darf ihren Zug ausführen.

Eine Spielrunde endet sofort, wenn es einer Person gelungen ist, sechs Karten der gleichen Farbe zu sammeln, wobei keine Minuskarte enthalten sein darf! Anschließend zählen alle ihre Punktwerte der meistvertretenen Farbe zusammen. Jede Karte einer anderen Farbe zählt einen Minuspunkt, jede Spezialkarte auf der Hand gibt drei Minuspunkte und jede Minuskarte zählt entsprechend ihrer angegebenen Minuspunkte. Insgesamt werden so viele Runden gespielt bis eine Person 100 Punkte erreicht hat.

 

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Was ist in der Box?

Das Spielmaterial von MÖMMEN besteht ausschließlich aus Karten und einem Punkteblock. Der Druck und die generelle Verarbeitung der Spielkarten sind gut. Problematisch ist hier eher die Qualität des Kartenmaterials. Dieses ist sehr dünn und erinnert eher an dickeres Druckerpapier als an Spielkarten. Die Illustrationen sind typisch für ein Spiel, das Anfang der 2000er Jahre veröffentlicht worden ist. Das ist zwar nicht negativ, jedoch lässt es sich nicht mit den meist aufwendigeren Illustrationen heutiger Brettspiele vergleichen.

Die Regeln erklären den Spielablauf strukturiert und mit einer guten Lernkurve. Leider wirkt es an einigen Stellen so, als wäre zu viel Regeltext für zu wenig Inhalt angegeben, was zu Irritationen beim Lesen führen kann.


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Es ist schwer, MÖMMEN mit anderen Spielen zu vergleichen, da es stark den Eindruck vermittelt, aus der Zeit gefallen zu sein. Für ein Spiel, das Anfang der 2000er veröffentlicht worden ist, wirkt es so, als stünde es auch heute noch in Konkurrenz mit den Klassikern der „alten“ Tage. Alle großen Entwicklungen der letzten Jahre sind an MÖMMEN vorbeigegangen, wodurch es etwas abgehängt wirkt. Das Spielsystem funktioniert und ist kurzweilig, ohne Frage. Die Regeln sind fix erklärt und das Spiel ist relativ zügig gespielt. Jedoch haben wir in unseren Spielrunden schnell gemerkt, dass die angestrebte Punktzahl von 100 Punkten ein wenig hoch angesetzt war. Nehme ich den Durchschnitt, braucht es ca. 8 bis 10 Spielrunden bis ein Spiel endet. Für ein Kartenspiel, das als kleiner Lückenfüller ganz gut sein kann, ist das definitiv zu viel.

 

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Auch ist der große Glücksfaktor nicht von der Hand zu weisen. Hat man zu Beginn gleich einige Karten einer Farbe auf der Hand, werden aber keine anderen Karten dieser Farbe mehr aufgedeckt, hat man einfach Pech. Es gibt keine Mechanik, um vom Kartenstapel zu ziehen oder (außer den Hund, den es aber nur viermal im Kartenstapel gibt) die Auslage zu erneuern. Wenn dann noch jemand anders die gleiche Farbe sammelt, kommt so noch größeres Pech dazu und niemand wird die Runde mit dieser Farbe beenden können. Mit seinen Regeln erinnert MÖMMEN stark an alte klassische Kartenspiele, die nur mit einem normalen Skat-Deck gespielt werden können und die durchaus die gleiche Kurzweiligkeit an den Tag legen.

Festzuhalten ist, dass MÖMMEN eher etwas für Fans klassischerer Kartenspiele ist. Durch sein Design und seine Mechaniken sind kurzweilige Spielrunden für zwischendurch gut möglich, jedoch fehlt dem Spiel ein Alleinstellungsmerkmal. Meine Spielgruppe hat es nicht bereut, MÖMMEN gespielt zu haben, und wir hatten durchaus Spaß mit dem Titel. Würde mich noch einmal jemand fragen, ob ich das Spiel mitspielen würde, würde ich nicht nein sagen. Die Frage, ob sich jemand aus meiner Gruppe das Spiel nun aber selbst zulegen würde, wurde jedoch eher verneint.

 

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Tags: 2-5 Personen, 15-30 Minuten, Set sammeln

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