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TEST // CRYO

TEST | CRYO - Fazit von Wandee und Alex

Um die Regeln zu lernen, haben wir die erste Partie CRYO zu zweit gespielt. Schon beim Auspacken waren wir begeistert, das Spielmaterial und die Optik hat uns sofort überzeugt. Die Drohnen, Crew-Kapseln, anpassbaren Double-Layer-Boards und die Ressourcen-Würfelchen lassen das Herz gleich höherschlagen und machen den Spielaufbau zur Freude. Die Regeln sind für ein Kennerspiel schnell gelernt oder vermittelt.

Das Spiel zu zweit funktioniert zwar wunderbar, es juckte jedoch gleich in den Fingern, CRYO alsbald auch in größerer Runde zu spielen. Das Bauchgefühl sagte, dass das volle Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist, da es recht wenig Konflikt-Situationen gab. Es waren meist genug alternative Aktionsplätze vorhanden, wenn mal ein gewünschter Landeplatz belegt war. Auch der Effekt der Sabotage-Marker fiel kaum ins Gewicht, da deren Einsatz im 2er-Spiel sehr vorhersehbar ist.

Kurzerhand wurden zeitnah weitere unerschrockene Weltraumreisende angeheuert und das Spiel zu viert getestet. Und siehe da, schon ging es deutlich weniger friedlich auf dem lebensbedrohlichen Eisplaneten zu.

 

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Die heißbegehrten Drohnen-Landeplätze gehen weg wie warme Semmel und wer zuletzt in der Runde dran ist, hat mitunter doch mit Nachteilen zu kämpfen, da nur wenige attraktive Plätze übrigbleiben. Doch CRYO bietet hier eine elegante Möglichkeit, die Reihenfolge zu ändern. Indem die eigenen Drohnen vorzeitig zur eigenen Plattform geholt werden, verzichtet man zwar auf eine oder mehr Aktionen, ist aber fortan deutlich früher dran als die anderen.

Auch die Sabotage-Marker sind nun deutlich attraktiver, wenn dadurch gleich eine ganze Handvoll gegnerische Crew-Kapseln auf einmal ausgelöscht werden können. Hier kann die Reaktionsmöglichkeit für Betroffene komplett entfallen, wenn an einem Wrackteil ein solcher Sabotage-Marker erst nach dem eigenen Zug aufgedeckt und von einer weiteren Person direkt ausgelöst wird. Hierdurch ist es weniger planbarer, wann und wo die eigenen Crew-Kapseln in Gefahr sind, was ein ganz anderes Risikomanagement für diese verlangt.

Der Mechanismus, dass die Handkarten für vier verschiedene Effekte eingesetzt werden können (Fahrzeug, Zielerreichung zum Spielende, Verbesserung und Ressourcen), ist klasse. Stets gilt es abzuwägen, zu welchem Zweck eine Karte eingesetzt wird. Die Effekte der gezogenen Karten beeinflussen dabei stark die eigene Spielweise, wodurch die Varianz und Abwechslung über mehrere Spiele hinweg gesteigert wird.

Unserer Meinung nach bietet lediglich der „Widder“ einen zu starken Bonus zum Spielende, denn dieser bietet für jedes Vorfall-Plättchen 1 Siegpunkt. Dies ist die einzige Siegpunkt-Bedingung für die nichts aktiv getan werden muss, da am eigenen Rundenende immer ein Vorfall-Plättchen genommen werden darf und somit keine gezielten Aktionen dafür notwendig sind.

 

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Der Wettbewerb um die attraktivsten Höhlen und die dort zu erreichenden Punkte, ist eine weitere Stärke von CRYO. Dieser Prozess ist spielerisch durchaus anspruchsvoll. Ein gutes Timing kann hier über Sieg und Niederlage entscheiden.

Alles in allem ist CRYO ein sehr schönes, kurzweiliges Worker-Placement bzw. Drohnen-Einsetz-Spiel mit leichtem Rennen-Element. Die Thematik, dass wir auf einem eisigen, uns unbekannten Planeten gestrandet sind und versuchen, in einem Wettlauf gegen die Zeit unsere Crew-Mitglieder aus dem in Einzelteile auseinandergebrochenem Schiffswrack in das rettende Höhlensystem zu bringen, ist toll umgesetzt und spricht uns sehr an. Wenn die Sonne erst einmal untergegangen ist, besteht keine Hoffnung mehr für die auf der Oberfläche zurückgebliebenen Crew-Mitglieder. Dieses Gefühl wird wunderbar vermittelt. Wenn sich das Spiel dem Ende nähert, kann es auch hektisch werden, denn der Endmechanismus erlaubt es, gezielt schnell das Ende einzuleiten, um den anderen mehr zu schaden als sich selbst. Dies ist spannend und sehr strategisch.

Auch das Ressourcenmanagement ist durchaus anspruchsvoll, denn stets fehlt irgendwas, um die eigenen Pläne umzusetzen. Umso motivierender ist es, wenn es gelingt, eine funktionierende Engine zum Laufen zu bringen.

CRYO hat direkt einen festen Platz in unserem Spielregal gefunden und wird bestimmt immer wieder den Weg auf unseren Spieltisch finden. Von uns gibt es somit eine klare Empfehlung.

 

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