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TEST // TANG GARDEN

TEST // TANG GARDEN

Bäume in verschiedensten Formen und Farben, Vögel und Fische, Lotusblumen und Pfingstrosen sowie stilvolle Pavillons und Brücken, all das könnt ihr in TANG GARDEN entdecken. Dabei sieht der Garten bei jedem Besuch anders aus und lockt so unterschiedliche Personen an.

 

infos zum spiel

SKELLIG GAMES hat uns TANG GARDEN freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

 

Den Garten erweitern oder dekorieren?

 

TANG GARDEN ist ein Plättchen-Legespiel, bei dem gemeinsam ein chinesischer Garten gebaut und mit Bäumen, Tieren, Pflanzen, Brücken sowie Pavillons dekoriert wird. Zudem werden im Spielverlauf Personen im Garten platziert. Hierdurch können die Spieler Münzen (entweder direkt oder am Spielende) sammeln. Wer am Ende die meisten Münzen hat, gewinnt.

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Zu Spielbeginn bekommt jeder Spieler ein Spielertableau mit drei Würfeln für die verschiedenen Geländearten (Wasser, Wald und Berg), vier Laternenmarker und einen Startcharakter. Zudem wird in der Mitte der gemeinsame Spielplan ausgelegt. Auf diesem werden die kleinen und großen Landschaftsmarker platziert, an jeder Seite wird eine kleine Landschaft eingesteckt, das Startplättchen wird in die Mitte gelegt und die vier Gartenstapel am Rand werden vorbereitet. In jeder Runde darf jeder Spieler eine Hauptaktion (Plättchen legen oder Plättchen dekorieren) und eine oder mehrere Nebenaktionen (Laterne einsetzen, Laterne auffrischen und/oder Charakter platzieren) ausführen. Das Spiel endet nach der Runde, in der nur noch drei oder weniger Landschaftsmarker auf dem Spielbrett liegen oder einer der vier Gartenstapel leer ist.

Plättchen legen: Bei dieser Aktion darf der Spieler ein offen ausliegendes Plättchen von einem der Gartenstapel nehmen und platzieren. Es gibt zu den drei Geländetypen Berg, Wald und Wasser einen Stapel sowie einen weiteren Stapel, in dem verschiedene Geländetypen sowie Mauern und Tempel zu finden sind. Hierbei liegen mindestens zwei Gartenplättchen offen aus, maximal alle vier. Plättchen werden umgedreht, wenn nach einem Spielerzug nur noch ein offenes Plättchen ausliegt oder wenn die Aktion „Plättchen dekorieren“ ausgeführt wurde. Das Anlegen eines neuen Plättchens muss orthogonal passieren und der Landschaftstyp oder der Weg muss bedient werden. Ausnahmen bilden Mauern und Tempel, die an beliebige Geländearten und an die Wege angelegt werden dürfen. Für jede Geländeart, die passend angelegt wird, darf der entsprechende Würfel auf dem eigenen Spielertableau vorgesetzt werden. Wird hierdurch das Gelände abgeschlossen, sogar zwei Schritte. Pro Weg, der an einen anderen Weg gelegt wird, bekommt der Spieler eine Münze. Wird das Plättchen an mehrere Wege angelegt, darf pro zwei Wege statt zwei Münzen auch ein beliebiger Geländetyp auf dem Spielertableau einen Schritt weitergesetzt werden. Tempel bringen eine Münze sowie eine weitere je passender angrenzender Geländefarbe. Wird bei dem Platzieren des Plättchens ein Landschaftsmarker überdeckt, nimmt sich der Spieler diesen und darf eine entsprechende Landschaftstafel (klein oder groß) am Spielfeldrand einstecken. Diese Landschaftsteile sind bei der Münzberechnung einiger Charaktere am Spielende von Bedeutung.

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Plättchen dekorieren: Beim Dekorieren darf der Spieler zwei Dekorationskarten plus eine weitere Karte für jeden Stapel ohne offen ausliegendes Gartenplättchen ziehen. Davon darf er eine Karte auswählen und vor sich auslegen, sofern die entsprechende Dekoration platziert werden kann. Bei manchen Dekorationen bekommt der Spieler zusätzlich einen Schritt auf seinem Spielertableau oder darf sich einen Landschaftsmarker vom Spielplan nehmen. Nachdem ein Plättchen dekoriert wurde, werden alle verdeckten obersten Gartenplättchen auf den Stapeln umgedreht. Die Dekorationen bringen auf unterschiedliche Weise am Spielende Münzen. Bei den Bäumen steigt die Münzanzahl je mehr verschiedene Baumarten im eigenen Besitz sind. Die Tiere und Blumen bringen als Set sechs, die Brücken jeweils zwei und die Pavillons dem Spieler mit den meisten zwölf und dem Zweitplatzierten sechs Münzen.

Charakter platzieren (Nebenaktion, Soforteffekt oder durch Einsatz eines Charaktermarkers): Diese Zusatzaktion wird ausgelöst, wenn alle drei Geländemarker auf dem eigenen Spielertableau die entsprechenden Felder erreicht haben. Bei dieser Zusatzaktion wird eine Charakterkarte mit der dazugehörigen Miniatur aus der Charakterauslage oder vom Nachziehstapel genommen und vor dem Spieler abgelegt. Anschließend platziert der Spieler eine seiner Charakterminiaturen auf dem Spielfeld. Kann oder will er diese Zusatzaktion nicht ausführen, darf der Spieler sich einen Charaktermarker nehmen, durch den diese Aktion in einem späteren Zug ausgeführt werden kann. Sobald diese Aktion jedoch erneut durch das Spielertableau ausgelöst wird, muss der bisherige Charaktermarker ohne Effekt abgelegt werden. Charaktere bringen am Spielende Münzen für bestimmte Gartenplättchen auf dem Spielplan oder Landschaftstafeln am Spielfeldrand, die sich in der Blickrichtung der platzierten Miniatur befinden. Zudem haben einige Charaktere eine aktive Fähigkeit, durch die sie dem Besitzer einen Bonus bei einer bestimmten Aktion bringen, solange die Miniatur vor ihm steht.

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Laterne einsetzen (Nebenaktion, maximal 1x pro Runde): Bei dieser Aktion wird eines der vier verschiedenen Laternenplättchen auf dem eigenen Spielertableau umgedreht und der entsprechende Effekt ausgeführt. Bei der ersten Laterne dürfen zwei offene statt einem offenen Plättchen platziert werden. Bei der zweiten Laterne dürfen nach dem Ansehen der Dekorationskarten zwei statt einer ausgewählt werden. Bei der dritten Laterne darf ein eigener Charakter auf dem Spielfeld neu positioniert und/oder dessen Blickrichtung verändert werden. Bei der vierten Laterne darf bei der „Plättchen legen“-Aktion ein Gartenstapel nach einem Plättchen durchsucht werden und dieses angelegt werden oder bei der Aktion „Charakter platzieren“ der Charakterstapel nach einem Charakter durchsucht werden.

Laterne auffrischen (Nebenaktion, beliebig oft pro Runde): Bei dieser Aktion darf eine Laterne wieder umgedreht werden und ist somit erneut einsatzbereit. Hierzu müssen drei (vier beim Spiel zu zweit) gleiche Landschaftsmarker abgegeben werden.

Neben der Mehrspielervariante gibt es einen Solomodus. Bei diesem ist das Ziel, die 28 inneren Felder um das Startplättchen durch Gartenplättchen zu belegen. Mit jedem Gartenplättchen wird immer eine Dekorationskarte umgedreht und dazugelegt. Diese muss nach dem Legen des Plättchens ebenfalls platziert werden. Außerdem wird auf das Spielertableau verzichtet und für alle Aktionen erhält der Spieler Münzen, die wiederum dazu führen, dass weitere Charaktere ins Spiel kommen. Kann im Spielverlauf ein Charakter oder eine Dekoration nicht platziert werden, so ist das Spiel verloren. Als Hilfe hat der Spieler in dieser Variante erneut vier Laternen, die durch ihre Fähigkeiten helfen, Karten ohne Dekorationen zu legen oder diese auszutauschen.

 

Spielmaterial

 

Das Spielmaterial ist von guter Qualität und besteht aus dicker Pappe. Die Miniaturen sind solide, lassen sich aber teilweise trotz farblicher Sockel erst bei genauem Hinsehen unterscheiden. Die Plättchen und insbesondere die Landschaftstafeln sind schön illustriert, nur die Landschaftsmarker sind verhältnismäßig schlicht. Da die Landschaftsmarker ausschließlich durch die Illustration voneinander zu unterscheiden sind, muss hier ebenfalls genau hingeschaut werden. Der Sortiereinsatz lässt ein sicheres Verstauen zu, wobei alles an der richtigen Stelle platziert werden muss, damit es passt. Generell sollte vor dem ersten Spiel einige Zeit eingeplant werden, um das Spielmaterial auszupacken, zusammenstecken und vorzubereiten.

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Die Spielanleitung ist verständlich geschrieben und hat gute Beispiele. Eine Anleitung für den Sortiereinsatz wäre hilfreich gewesen.


TANG GARDEN ist ein Spiel, dem die Entwicklung als Kickstarter anzusehen ist. Wie es bei Kickstarter-Brettspielen häufig der Fall ist, bietet das Spiel optisch schön gestaltetes Material. Das Thema des chinesischen Gartens wird gelungen umgesetzt und die Miniaturen, Pavillons und Brücken sorgen für Lebendigkeit. Die Illustrationen des Materials sind ansprechend gestaltet, nur die Landschaftsmarker sind verhältnismäßig schlicht. Die Miniaturen haben viele kleine Details, doch sehen sich einige von ihnen auf den ersten Blick sehr ähnlich. Dazu kommt, dass die Sockel teilweise eine ähnliche Farbe haben, wodurch sie erst bei genauerer Betrachtung zu unterscheiden sind. Die Farbkombinationen der Sockel mit den Miniaturen sind leider durch die Charakterkarten vorgegeben, weswegen hier kein Tausch möglich ist.

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Generell liegt der Fokus bei diesem Spiel etwas mehr auf der Optik als auf dem Spielfluss. So können die Landschaftstafeln und Dekorationen optisch überzeugen, stören dabei aber teilweise den Spielfluss. Die Landschaftstafeln verdecken sich gegenseitig, sofern der Spieler diese von der Rückseite betrachtet. Die Dekorationen und Spielfiguren müssen gelegentlich angehoben werden, um eine bessere Übersicht über den Garten zu erlangen. Neben diesen kleineren Schwächen funktionieren die Mechaniken und sorgen für einige Entscheidungsmöglichkeiten.

Interaktion zwischen den Spielern entsteht durch den gemeinsamen Zugriff auf Dekorationskarten, Gartenplättchen, Landschaftstafeln und Charakterkarten. So sind in jedem Zug taktische Entscheidungen zu treffen, nicht nur, welche Option für einen am besten ist, sondern ebenso, welche Möglichkeiten dem nachfolgenden Mitspieler(n) dann zur Verfügung stehen.

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Die Dekorationskarten bieten einen gewissen strategischen Rahmen, bei dem die Spieler sich überlegen müssen, ob sie versuchen, auf viele verschiedene Bäume, das Sammeln von Tier- oder Pflanzensets zu setzen, oder ob sie die meisten Pavillons ergattern wollen. Diese Strategieoptionen werden durch die gezogenen Karten eingeschränkt, wodurch die Nachdenkzeit und somit die Wartezeit der Mitspieler nicht zu hoch wird. Dazu kommen die Charakterkarten, die einige Münzen am Spielende mit sich bringen, weshalb das Einsammeln von Landschaftsmarkern und das Platzieren von Landschaftstafeln nicht vernachlässigt werden sollte. Die Mechaniken greifen gut ineinander. Lediglich beim Spiel zu zweit kann das Aufdecken von neuen Plättchen nach der Dekorationsaktion dazu führen, dass ein Spieler hauptsächlich die Plättchen dekoriert und der andere die Gartenplättchen legt. Dagegen werden die beiden Hauptaktionen beim Spiel zu dritt oder viert gleichmäßiger zwischen den Spielern verteilt.

Die Regeln sind nicht zu komplex und können dementsprechend schnell verstanden werden, wobei die guten Beispiele im Regelheft helfen. Dennoch werden die taktischen Entscheidungsmöglichkeiten erst im Laufe der ersten Partie deutlich.

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Zusätzlich zu der Mehrspielervariante gibt es einen Solomodus, welcher durchaus kooperativ gespielt werden kann. Dieser ist nicht übermäßig schwierig, dennoch muss genau überlegt und etwas geplant werden, wann welches Gartenplättchen gelegt werden kann und welche Dekoration damit platziert werden muss. Im Gegensatz zu vielen anderen Solomodi unterscheidet sich die Einzelspielerversion hier deutlich vom Mehrspieler und ist nicht nur eine Punktejagd mit dem gleichen Spielprinzip. Durch die Tatsache, dass mit jedem Gartenplättchen eine Dekoration platziert wird, entfaltet sich in diesem die Optik besser.

Der Preis mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 60€ ist recht hoch. Für das Material ist er gerechtfertigt, nur kann die Spieltiefe dabei nicht ganz mithalten. Es handelt sich um ein Kennerspiel, welches durch die Charaktere und den unterschiedlichen Spielablauf, bedingt durch die verschiedenen Gartenplättchen, einige Abwechslung bietet. Dennoch reichen die taktischen und strategischen Entscheidungsmöglichkeiten nicht aus, um einen hohen Wiederspielreiz für Vielspieler zu bieten.

Insgesamt ist TANG GARDEN ein solides Plättchen-Legespiel, welches vor allem optisch überzeugen kann. Für Fans von Carcassonne und Isle of Sky, die diese Spiele rauf und runter spielen und ein etwas komplexeres Legespiel für 3-4 Spieler suchen, ist TANG GARDEN einen Kauf wert. Spieler, denen die Mechanik wichtiger ist als die Optik oder die einen hohen taktischen und strategischen Spielinhalt suchen, könnten von TANG GARDEN enttäuscht werden.

 

Wertung zum spiel

 

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Tags: Legespiel, Set sammeln, 45 Minuten, 1-4 Spieler

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