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TEST // RIFTFORCE

TEST // RIFTFORCE - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel

Zum ersten Mal habe ich beim Asmodee-Pressetag von RIFTFORCE gehört und fand den Ansatz des Spiels interessant. Als es vor mir lag, sahen die 110 Karten in der großen Schachtel etwas verloren aus und ich fragte mich, wie viel dauerhafter Spielspaß wohl in diesen paar Karten stecken kann. Das Lesen der Anleitung war keine große Sache, der Aufbau für das erste Spiel ging ebenfalls schnell und es konnte umgehend mit der ersten Partie losgehen. Da wir uns mit den Gilden vorher nicht groß beschäftigt hatten, zogen wir für die erste Partie 4 zufällige Gilden und legten los.

Obwohl die Gilden komplett zufällig zusammengestellt waren, kam nicht das Gefühl auf, dass sich Fähigkeiten nicht sinnvoll einsetzen ließen. Es gab Kombos auf beiden Seiten zu entdecken, beispielsweise Pflanzen, die Gegner an einen Ort gezogen haben, damit die Kristallelementare diese anschließend besiegen konnten und dadurch ein Ort frei wurde, oder Erdelementare, die beim Ausspielen Schaden bei jedem Gegner an ihrem Ort austeilten, damit ein Eiselementar anschließend großen Schaden verursachen konnte.

Bei den nächsten Partien wurde es dann schon etwas strategischer, da über das Draften der Gilden beide SpielerInnen mehr oder weniger frei entscheiden konnten, welche Fähigkeiten das eigene Bündnis ausmachen sollten. Mit der Zeit stellte sich dann auch immer mehr heraus, dass es bei der Auswahl der Gilden durchaus eine Rolle spielen kann, wer StartspielerIn ist. Hierbei scheint beispielsweise der Heileffekt der Lichtfähigkeit einen größeren Vorteil zu bieten, da in der Aktivierungsphase zumindest grob erahnt werden kann, welche eigenen Elemente am ehesten in Gefahr sind, zerstört zu werden. Und vielleicht ist es der 1 Punkt Heilung, der hier einen Unterschied ausmachen kann. Wer als 2. an der Reihe ist, findet dafür vielleicht ein Draften der Pflanzen sehr attraktiv. Mit ihnen kann ein Ort von Elementaren des Gegners geräumt werden, was in der letzten Phase sichere Riftforce-Punkte einbringt.

Den ganz großen Reiz bei RIFTFORCE macht für mich das Experimentieren mit den Asymmetrien der Gilden aus. Ich liebe Abwechslung und wechselnde Herausforderungen in Spielen und durch die Fähigkeiten fühlt sich jede Partie ein wenig anders an. Dadurch wird auch verhindert, dass einmal gefundene Erfolgstaktiken immer wieder gleich genutzt werden können. Jedes Spiel benötigt neue Anpassungen der Spielweise an das eigene Bündnis und dem Spiel des Gegenübers. Und das gleiche Team muss teils auch ganz anders gespielt werden, wenn ich in einem StartspielerIn bin und in dem anderen nicht. Offensichtlich ist sehr viel Zeit in das Balancing der einzelnen Gilden investiert worden, da sich in meinen Partien noch kein Bündnis als zu stark herausgestellt hat oder 4 Gilden keine Synergien erzielen konnten.

Es gibt allerdings auch kleinere Kritikpunkte. Zum einen wäre da das ewige Problem der viel zu großen Schachtel für wenig Material. Ein anderer Punkt ist, dass es beim zufälligen Ziehen der ersten Gilde unpraktisch ist, dass die Beschwörer beidseitig bedruckt sind, weswegen wir diesen Schritt mit Elementaren durchführen. Bei den 10 Karten für die Beschwörer wäre es besser gewesen, wenn diese für jede Sprache separat mit neutraler Rückseite beiliegen würden. Laut Publisher 1 More Time Games wird die über Asmodee vertriebene Retail-Version einsprachig sein, weswegen dabei das Problem voraussichtlich bereits behoben sein wird.  Am Ende sind es tatsächlich nur Kleinigkeiten, die dem Spielvergnügen kaum etwas anhaben können. 

Für mich ist RIFTFORCE ein wunderbares 2-Spieler-Spiel, das nach jeder Partie bei mir immer wieder den Wunsch aufkommen lässt, es gleich noch einmal zu spielen. Ich möchte gerne eine neue Kombo austesten, die mir gerade aufgefallen ist und hoffe, nicht Startspieler zu sein, damit auf meine Züge nicht mehr reagiert werden kann. Und am Ende entwickelt sich während des Spiels dann doch wieder eine Eigendynamik, durch die ich dann doch anders agiere. Ob ich dabei gewinne oder verliere, ist für mich tatsächlich zweitranging, da mir das Spiel an sich so viel Spaß macht, dass hier der Weg bereits das Ziel ist.

Ich kann RIFTFORCE nach alldem nur empfehlen. Das Spielmaterial mag für rund 20 € zwar recht überschaubaren ausfallen. Doch darf in diesem Kontext nicht übersehen werden, dass in dem Spiel ganz sicher einiges an Entwicklung und Feintuning steckt. Wer ein schnell gespieltes 2-Personen-Spiel mit nicht allzu komplexer Kampfstrategie nicht per se ablehnt, sollte RIFTFORCE unbedingt auf die Most-Interest-Liste setzen. Mit seiner kurzweiligen Art und der großen Variation hat es mich vollends überzeugt und wird sicherlich häufig auf den Tisch kommen. Es gibt noch so viele Kombinationen, die getestet werden wollen.

 

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Tags: Drafting, Kampfstrategie, Handmanagement, 2 Spieler

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