Test | Rare Roses
Das Geschäft mit den Blumen ist nichts neues. So wurde die Thematik auch schon etliche Male in Brettspielform auf den heimischen Spieltisch gebracht. All das schreckt aber “Rare Roses“ nicht ab, da auch ein Wörtchen mitreden zu wollen. Bei diesem schnellen Kartenspiel sollen nur die begabtesten Florist:innen gewinnen, ob das aber auch Spaß macht, schauen wir uns hier genauer an!
Wir haben "Rare Roses" selbst gekauft.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!
Darum geht es in dem Spiel
In “Rare Roses“ muss die Spielgruppe mit den eigenen Finanzen herumhantieren und die klügsten und schönsten Blumengeschäfte abschließen. Anhand von Rosen, die aus einer öffentlichen Auslage erworben werden können, müssen unterschiedliche Aufträge erfüllt werden.
Jede Rose wird per Zufallssystem aus einem Beutel gezogen und ist, je nach Seltenheit, unterschiedlich teuer. Hat eine Person die passenden Rosen im eigenen Laden, kann sie mit diesen die Aufträge erfüllen und einen Haufen Geld einsacken. Einfaches „Rosenhorten“ funktioniert hier aber nicht, da die Rosen nach nur drei Runden verwelken und manche Aufträge keine alten, sondern junge Rosen benötigen.
Wer hier also gut planen kann und damit das meiste Geld einkassiert hat, nachdem die letzte Karte des Auftragsstapel aufgedeckt wurde, gewinnt.
Wie an der schlanken Spielerklärung zu erkennen ist, präsentiert sich “Rare Roses“ mit einer ziemlich klaren Mechanik. Kauft die richtigen Rosen zur rechten Zeit und kassiert ab so lange die offenen Aufträge ausliegen. Gefallen hat uns beim Spielen, dass die Rosen nach einer Zeit verwelken und es eben nicht nur auf stupides Horten ankommt.
Andererseits bringt “Rare Roses“ aber einige Probleme mit sich, bei denen es sich uns nicht ganz erschließen konnte, wie die durch das Spieltesten gekommen sein konnten. So bietet das Spiel der Spielgruppe die Möglichkeit, auch von anderen Personen Rosen kaufen zu können. Ein Muss ist das aber in keinem Fall. Zum Problem wird das aber, sobald eine Person tatsächlich anfängt zu Horten und nichts abgeben möchte. Durch das komplett zufällige Ziehen der Rosen aus dem Beutel ist es eben vollkommenes Glück, ob die Rosen gezogen werden, die die Aufträge gerade benötigen. In unserer ersten Runde war eine Rosenart sehr beliebt in den Aufträgen, wir haben nur aus großem Pech heraus keine einzige dieser Blumen gezogen und konnten daher kaum etwas während unserer Spielzüge tun. Natürlich könnten wir die Aufträge austauschen, geben dafür aber die Möglichkeit auf neue Rosen zu ziehen. Dadurch halfen wir den anderen Personen am Tisch viel mehr als uns selbst, wodurch diese Aktion sehr schnell in Vergessenheit geriet.
Was bei unseren Spielrunden “Rare Roses“ ebenfalls einen Zacken aus der Dornenkrone gebrochen hat, war, dass es keinerlei Möglichkeiten gibt, das zurückliegende Personen aufholen können. Teilweise sind die Aufträge so unausgeglichen, dass ein Auftrag (hat man aus welchem Grund auch immer gerade das Glück, ihn erfüllen zu können) so viele Punkte bringt, dass das niemand mehr aufholen konnte. Sobald einer dieser Aufträge erfüllt worden ist, konnte diese Person einfach den anderen alles andere wegkaufen und ihre Züge damit komplett obsolet machen.
Hat eine Person kein Geld mehr dann…. Nun wir wissen es auch nicht so ganz, da dieser Fall in den Regeln nicht erwähnt wird, im Spiel aber sehr schnell vorkam. Hätten die anderen dem bankrotten Geschäft nicht mit Spenden ausgeholfen, wären immer wieder Personen aus dem Spiel ausgeschieden, ohne auch nur eine Handlungsoption offen zu haben.
Im Grunde sieht “Rare Roses“ sehr gut aus und auch das Spielmaterial ist toll und durchdacht, jedoch war die Kernmechanik so fehlerhaft und die Regeln so löchrig, dass wir vollkommen davon ausgingen, dass der Fehler bei uns lag. Nach einer kurzen Internetrecherche und offiziellen Regelvideos wurden wir aber leider schnell vom Gegenteil überzeugt. “Rare Roses“ ist eine interessante Grundlage für etwas, das durchaus ein gutes Spiel werden könnte, in seinem jetzigen Zustand aber leider nur wenig spielbar ist. Um uns davon zu überzeugen, erfanden wir kurzerhand unsere eigenen Regeln zum Spiel und wandelten die offene Auslage in Handkarten um, was das Spiel sofort planbarer und um einiges weniger glücksabhängig machte. Die unausgeglichenen Werte der Karten zeigten sich aber leider bei unserer persönlichen Variante mit voller Härte.
Damit ist “Rare Roses“ leider eines der Kickstarter-Beispiele, bei dem die meiste Arbeit in die Gestaltung ging und die restlichen 10 Minuten an das Regelteam gingen. Schade!
Welche Erfahrungen hast du mit diesem Spiel gemacht
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Bilder vom Spiel
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Tags: 2-6 Personen, push your luck, 30-40 Minuten, Set sammeln