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Test | Jagd auf den letzten Passagier

Test | Jagd auf den letzten Passagier

„Du bist auf der Reise nach Murmansk, Russland, als dich dein Sitznachbar fragt, ob die Wahrheit immer ans Licht kommen sollte. Acht Minuten später stürzt das Flugzeug ab. Als du wieder erwachst, bist du der einzige überlebende Passagier. Die Maschine, in die du vor wenigen Stunden eingestiegen bis, liegt zertrümmert in den Wäldern Finnlands.“ So beginnt die Geschichte eines Buches, das sich nicht wirklich als Buch identifizieren möchte. „Jagd auf den letzten Passagier“ ist eine Kombination aus Adventure- und Escape-Spiel, das mit einem Roman verwoben wurde. So skurril es zunächst klingen kann, so einzigartig wirkt es auch. Aber kann diese Kombination gelingen?

 

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Das Spiel wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf die Bewertung hat dies keinen Einfluss

 

Darum geht es im „Spiel“!

In „Jagd auf den letzten Passagier“ wird eine fortlaufende Geschichte durchlebt, die zu großen Teilen von der spielenden Person gelenkt und mit unterschiedlichen Rätseln gespickt ist. Im Prinzip funktioniert „Jagd auf den letzten Passagier“ wie die „Choose your own Adventure“-Bücher von damals. Die Geschichte ist in kleine Abschnitte eingeteilt, die unterschiedliche Lösungswege oder Entscheidungen darstellen, die die Hauptfigur wählt. Sobald Abschnitt 001 gelesen wurde, verweist das Ende des Abschnitts direkt auf den nächsten, wodurch die Lawine ins Rollen kommt. Einige Abschnitte lassen die Hauptfigur zwischen unterschiedlichen Wegen wählen, wodurch sich die Geschichte verändern kann. Der eigentliche „Spielaspekt“ kommt durch die Rätsel ins Buch. Ähnlich wie bei Escape-Spielen stellen sie die Hauptfigur vor knifflige Fragen oder Aufgaben, die sie anhand von gesammelten Hinweisen oder dem eigenen Know-how entschlüsseln muss. In den meisten Fällen wird das Ergebnis anhand eines kleinen Koordinatensystems eingegeben, wobei das Koordinatensystem auf einen neuen Abschnitt im Buch verweist. Wird Hilfe benötigt, bieten die Rätsel kleine Hilfeabschnitte, die herangezogen werden können, solange ein sogenannter „Spielpunkt“ dafür ausgegeben wird.  Ist das Ergebnis falsch, geht es zurück ans Zeichenbrett und die spielende Person verliert „Spielpunkte“, sollte sie welche haben. Ist das Ergebnis richtig, werden zwei Spielpunkte für den Highscore am Ende vergeben und die Geschichte geht an dieser Stelle weiter.

 

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Anders als bei vielen Spielen dieser Art, bietet „Jagd auf den letzten Passagier“ aber noch eine dritte Möglichkeit. Kommt man partout nicht auf die passende Lösung, kann die Hauptfigur aufgeben und die Geschichte ohne die Bewältigung dieser Aufgabe fortsetzen, was zumeist in negativen Effekten resultiert. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Geschichte weitergeht und sich die Hauptfigur noch immer als Zentrum der Geschichte wahrnimmt, auch wenn mal ein Rätsel schiefgeht.


 

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Als ich damals bei Brettspielnews.de anfing, dachte ich nicht im Traum daran, dass mal ein eher klassisches Buch auf meinem Tisch landen würde. So ulkig ich die ganze Sache fand, so interessiert war ich auch daran, den Grund dafür zu erfahren. So ist „Jagd auf den letzten Passagier“ kein Brettspiel im eigentlichen Sinne, sondern eher etwas für Buchfans, wobei die Grenzen hier sichtbar verschwimmen. Festzuhalten ist, dass „Jagd auf den letzten Passagier“ in seiner Form eher etwas für eine Solo-Partie ist. Zwar lässt sich die Geschichte vorlesen und die Rätsel im Anschluss gemeinsam lösen, dass das Buch aber nicht dafür gedacht zu sein scheint, ist schnell zu merken. Das liegt auch an einem der größten Minuspunkte, den ich beim „Lesen/Spielen“ wahrgenommen habe. Durch die Verweise der Textpassagen wird sehr viel umgeblättert. Während die Hinweise in der Mitte des Buchs sind, sind Hilfestellungen hinten und das eigentliche Rätsel mittendrin. Um nicht vollends die Übersicht zu verlieren waren für meinen Durchlauf mehrere Lesezeichen von Nöten, damit ich kein unnötiges Gesuche mehr hatte. Auch die Rätsel an sich schicken Lesende viel von A nach Y zu C. Gehe zu Abschnitt 30, anschließend gehe zu Abschnitt 256 und dann zu Abschnitt 003. Durch die vielen Entscheidungen und Abweichungen ist es dem Buch nicht möglich einen flüssigen Spielablauf oder eine leichter zu erreichende Reihenfolge zu etablieren, was beim „entspannten Lesen für zwischendurch“ stören kann.

 

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Lässt man sich aber darauf ein, bietet „Jagd auf den letzten Passagier“ jedoch einiges, wofür es sich zu blättern lohnt. Insbesondere die Geschichte macht durch ihre Wendungen und flexiblen Entscheidung einen großen Spaß und ist packend erzählt. Da das Buch den eigenen Schwierigkeitsgrad als „Fortgeschrittene“ bezeichnet, sind die Rätsel knackig, aber nicht unlösbar. Neulinge im Rätselgeschäft werden aber durchaus Kopfschmerzen bekommen, während Veteranen und Personen mit einer besonders guten Kombinationsgabe weniger Schwierigkeiten haben werden.

 

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Wer sich gerne in interessanten Geschichten und Rätseln verliert, sollte sich „Jagd auf den letzten Passagier“ durchaus ansehen. Hinter dem konfusen Äußeren steckt eine interessante Geschichte für Rätselkenner, die erkundet werden möchte.

 

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