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TEST // CUTTERLAND

TEST // CUTTERLAND

Es wird immer schwieriger, sich auf dem Brettspielmarkt mit eigenen und innovativen Ideen zu behaupten. Hat ein Spieleentwickler eine vermeintlich neue Idee, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es diese in irgendeiner Form schon auf dem Markt gibt. CUTTERLAND versucht es aus diesem Grund mit einer etwas rabiateren Methode. Anstatt zu würfeln oder Karten zu ziehen, lässt CUTTERLAND die Spieler seine Karten zerschneiden, um individuelle Spielplanteile zu ermöglichen. Aber wie schneidet ein solches Spiel ab und kann es mit diesem Konzept gegen die Konkurrenz bestehen?

 

infos zum spiel

FUN BOT hat uns CUTTERLAND freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

 

„Holt nun bitte einmal die Scheren heraus“

 

Bei CUTTERLAND müssen Spieler ihre eigene Welt zusammenbauen, indem sie ihre Handkarten in Stücke schneiden und die auf ihren Schnipseln abgebildeten Fantasiewesen in ihr bestehendes Reich eingliedern.

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In einem 3-4 Spieler-Spiel erhalten die Spieler jeweils 3 Karten (4 Karten in einem 2-Spieler-Spiel), von denen sie sich in ihrem Spielerzug eine Karte aussuchen können, die sie zerschneiden wollen. Auf den Karten sind unterschiedliche Gebietsfelder (Wüste, Grasland, Wasser) abgebildet, die entweder Kreaturen oder Bonusteile beinhalten. Die Kreaturen bilden das zentrale Element des Spiels, da diese darüber entscheiden, wie viele Punkte die Spieler jeweils zum Ende des Spiels erhalten. Jede Kreatur hat dafür eigene Regeln, die auf einem Spielertableau erklärt werden. Während Goblins beispielsweise profitieren, wenn sie mit vielen anderen Goblins in einem Gebiet sind, frisst der Drache alle anderen Kreaturen in seinem Gebiet auf. Insgesamt gibt es 6 unterschiedliche Kreaturentypen mit individuellen Regeln, die die Spieler beim Erstellen ihres Reiches berücksichtigen müssen.

Wie bereits erwähnt suchen die Spieler sich eine ihrer Handkarten aus, die sie in dieser Runde zerschneiden möchten. Anschließend muss diese Karte in so viele Teile zerschnitten werden, wie Spieler am Tisch sitzen. Die Größe der Teile bleibt dabei den Spielern überlassen. Ein großes Teil ist hierbei nicht immer von Vorteil, da es Kreaturen gibt, die dem Reich eher schaden als ihm zu helfen. Eine wichtige Regel beim Schneiden ist, dass die Karte nicht diagonal zerschnitten werden darf, aber abgesehen davon dürfen die Spieler alles selbst entscheiden. Sind die Karten zerschnitten, kann nun, beginnend mit dem linken Nachbarn des Schneidenden, jeder Spieler der Reihe nach eines der Teile aussuchen und in sein Reich legen. Wie die Spieler die Schnipsel anlegen, ist ihnen überlassen, solange sie das neue Teil an ein bereits existierendes Teil anlegen und mindestens ein Feld waagerecht oder senkrecht mit dem neuen Teil verbunden ist. Felder der gleichen Gebietsart, die auf eine solche Weise aneinandergelegt werden, bilden daraufhin ein zusammenhängendes Gebiet, was für die Wertung verschiedener Kreaturen von Bedeutung ist.

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Neben den Kreaturen sind auf den Karten zusätzliche Bonus-Gegenstände abgebildet, die die Spieler erhalten, sobald sie ein Feld mit einem solchen Bonus-Gegenstand in ihrem Reich platzieren. Es gibt 2 verschiedene Arten von Bonusgegenständen, wobei eines zwei Aufgaben erfüllt. Der Turm kann am Ende des Spiels über eine Kreatur gelegt werden, um diese vor etwaigen negativen Effekten angrenzender Kreaturen zu schützen. Befindet sich zum Beispiel ein Kobold im gleichen Gebiet wie ein Drache, frisst der Drache den Kobold nicht, solange dieser sich in einem Turm befindet. Die Palisade bzw. Brücke trennt bzw. verbindet Gebiete. Mit einer Palisade lassen sich zum Beispiel aus einem großen Gebiet zwei kleine machen und mit einer Brücke können Spieler ihr Gebiet weiterführen, auch wenn es durch ein leeres Feld oder von einem Feld einer anderen Art unterbrochen wird.

Sobald die Spieler alle ihre Handkarten zerschnitten und die Gebiete in ihr Reich gelegt haben, überprüfen sie, welche Kreaturen von anderen Kreaturen gefressen werden und werten die Siegpunkte für die übrigen Kreaturen auf einem kleinen Wertungsblock.

 

Was ist in der Box?

 

CUTTERLAND kommt mit sehr wenig Spielmaterial aus. In der Grundbox sind insgesamt 160 Spielkarten, 4 Spielübersichten, 58 Pappmarker und ein Wertungsblock enthalten. Obwohl es der Zweck der Karten ist, zerschnitten zu werden, bestehen sie aus dicker Pappe, vermutlich um auch im zerschnittenen Zustand ihre Form zu behalten. Das Artwork der Spielkarten erinnert stark an alte Videospielklassiker wie THE LEGEND OF ZELDA oder andere Spiele dieser Ära, wobei diese Assoziationen mit Sicherheit kein Zufall sind.

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Das Regelbuch erklärt die Regeln sehr gut und unterstützt beinahe jeden Schritt mit grafischen Beispielen und/oder einem kleinen Infokasten, in dem ein kleiner Regelzwerg wichtige Informationen festhält.


CUTTERLAND vermittelt definitiv Einzigartigkeit. Dass ich den Satz „Und nun holt bitte alle eure Scheren heraus“ einmal abseits des Klassenzimmers sagen würde, hätte ich im Leben nicht vermutet. CUTTERLAND versprüht aber auch abgesehen davon seinen Charm. Die Retro-Videospieloptik leistet ihren Beitrag und vermittelt eine bekannte und passende Atmosphäre, sodass Spieler sich direkt in die Vergangenheit zurückversetzt fühlen. Aber auch die Spielmechanik an sich ist sehr ausgeglichen.

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Die Kreaturen ergänzen sich sehr gut und lassen sich mit ihren individuellen Stärken und Schwächen sehr gut miteinander kombinieren, ohne dass manche Kreaturen einen klaren Stärkevorteil besitzen. Dass der Spieler, der die Karte zerschneidet, sein Kartenteil zuletzt aussuchen darf, führt zudem zu kniffligen Entscheidungen. Die Kartenteile sollten einerseits den Gegnern nicht zu viel Vorteile verschaffen, aber ihnen andererseits so viel Anreiz bieten, dass sie das Teil, das der aktive Spieler für sich selbst ausgesucht hat, liegen lassen.

Hierdurch entsteht ein angenehmes und relativ flüssiges Spielgefühl, mehrere Runden CUTTERLAND lassen sich schnell hintereinander spielen.

Die Einzigartigkeit des Spiels bringt jedoch auch Probleme mit sich. Dadurch, dass in jeder Runde mindestens 3 Karten zerschnitten werden, sind bald keine Karten mehr übrig. Der Verlag bietet zwar Nachfüllpackungen an, die die Hälfte der Karten des Grundsets für die Hälfte des Preises enthalten und viele Erweiterungsmöglichkeiten eröffnen. Dennoch wurden wir das Gefühl nicht los, dass es sich bei der Schneide-Mechanik eher um ein Gimmick als um eine Revolution handelt. Zum Beispiel hätte das Spielsystem auch gut als Flip´n´Write-Spiel gut funktioniert, ohne viel Charme zu verlieren, jedoch wäre hier die Konkurrenz anderer Spiele immens gewesen.

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Das Spiel bietet den Spielern zusätzlich an, die Kartenteile aufzubewahren und sie alternativ während des Spiels aus einem Beutel ziehen zu lassen. Hierdurch wird das Spiel jedoch sehr glücksabhängig, da die Spieler nicht wissen können, welche Kreaturen, Gebiete oder Bonus-Gegenstände auf diesen Teilen sind. Das kann im schlechtesten Fall dazu führen, dass die Spieler komplett leere Teile ziehen, die ein Spieler dann anbauen muss.

 

Wertung zum spiel

 

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Tags: Legespiel, Draften, 20-40 Minuten, Familienspiel, Fantasy, 2-4 Spieler

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