Prototyp | Green Hell

Prototyp | Green Hell

Bei GREEN HELL handelt es sich um die Brettspielumsetzung eines bekannten Survival-Videospiels für PC und gängige Konsolen. Eine erste Kickstarterkampagne musste aufgrund mangelnden Erfolges abgebrochen werden. Der Relaunch im September 2021 konnte dann doch noch ein erfolgreiches Ende finden und die Backer dürfen sich auf die Auslieferung im Herbst 2022 freuen.

Wir konnten bereits jetzt einen Blick auf den Prototypen werfen. Wie unser erster Eindruck zum Spiel über das nackte Überleben im Dschungel ausfällt, erfahrt ihr im folgenden Bericht.

 

 Galaktus Games hat uns einen Prototypen von „Green Hell“ freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

 

Überleben in der grünen Hölle

GREEN HELL ist ein kooperatives Survival-Spiel für 1-4 Spielerinnen und Spieler. Hauptziel ist das Überleben im gnadenlosen Dschungel und das Meistern verschiedener Szenarien.

Vor Beginn des Spiels wird ein Szenario gewählt. Im Prototyp konnten wir unter drei Szenarien wählen, für das fertige Spiel sind 12 Stück angekündigt. Die Szenarien sollen dann als fortlaufende Kampagne spielbar sein.

Zur Bewältigung eines Szenarios steht den Spielerinnen und Spielern eine begrenzte Anzahl an Runden in Form von Tagen zur Verfügung. Ein Tag besteht jeweils aus vier Phasen: Morgen, Mittag, Nachmittag und Abend. Alle diese Phasen warten mit den unterschiedlichsten Vor- und Nachteilen auf. In jeder Phase haben alle Spielerinnen und Spieler jeweils zwei Primär- und beliebig viele Sekundär-Aktionen zur Verfügung.

 

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Folgende Primär-Aktionen können durchgeführt werden:

Bewegung: Die Spielfigur kann bis zu zwei Felder bewegt werden. Jedoch darf sie nicht von einer unerforschten Dschungelkarte zu einer anderen unerforschten versetzt werden.

Erkunden: Die Spielerin oder der Spieler dreht die noch unerforschte Dschungelkarte um, auf der sich ihre oder seine Spielfigur momentan befindet. So wird nach und nach immer mehr vom modularen Spielplan aufgedeckt.

Ernten: Die Dschungelkarte, auf der sich die Spielfigur befindet, wird abgeerntet. Zum Beispiel können im Dschungeldickicht Holz und Lianen gesammelt oder auf offenen Flächen Tiere gejagt werden (Ressource Fleisch). Für viele dieser Ernteaktionen werden Gegenstände benötigt. Fleisch kann nur “geerntet” werden, wenn der Spieler oder die Spielerin ein Messer zum Er- und Zerlegen der Beute besitzt. Für das Aufnehmen von Holz wird hingegen eine Axt zum Fällen der Bäume gebraucht.

Suchen: Der Spieler oder die Spielerin darf die Suchwürfel werfen und anschließend passend puzzeln. Hierbei können lebensnotwendige Gegenstände (z.B. Stöcke, Steine) und Nahrung (bspw. Kokosnüsse oder Bananen) gefunden werden.

Interagieren: Manche Dschungelkarten bieten besondere Interaktionsmöglichkeiten. So können aus einer mit Speeren gespickten Fallgrube Knochen gesammelt werden. Hierbei ist aber Vorsicht geboten – ein unglücklicher Würfelwurf und die beteiligten Charaktere verletzen sich oder fangen sich Krankheiten ein.

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Als Sekundär-Aktion können die Objekte im Rucksack neu angeordnet werden. Es dürfen Gegenstände für Mitspieler und Mitspielerinnen fallen gelassen bzw. fallengelassene Gegenstände aufgehoben werden. Aber die wohl wichtigste Sekundär-Aktion ist das Crafting (Herstellen neuer Gegenstände). Hierbei werden aus gesammelten Objekten stärkere und nützlichere Gegenstände hergestellt. Zudem können im Camp Strukturen aufgebaut und verbessert werden; so können ein Wasserfilter oder eine Tierfalle im Camp im Verlauf der Partie Gold wert sein.

Das Ausführen oder Verstärken bestimmter Aktionen kostet Energie. Ist diese aufgebraucht, kann die erschöpfte Spielfigur an diesem Tag keine weiteren Aktionen mehr durchführen. Energie kann durch Schlaf, vorzugsweise in einem Bett im Camp, teilweise oder ganz regeneriert werden.

Ist ein Tag beendet, beginnt die Nachtphase. In dieser Phase sollte, sofern es möglich ist, gegessen und getrunken werden, damit die Charaktere nicht geschwächt in den neuen Tag starten. Am Ende der Nachtphase wird eine Nachtkarte gezogen. Diese beinhaltet meist negative Ereignisse, deren Schwere von einem Würfelwurf abhängt. Zusätzlich verdirbt meist etwas vom mühsam erbeuteten Essen. Und das ist leider noch nicht alles. Jede Runde kommen neue kleine Holzwürfel ins Spiel, die den Verfall des Camps darstellen. Diese Würfel werden in einen Würfelturm geworfen. Purzeln diese aus der vorderen Öffnung, beschädigen sie die Camp-Strukturen. Fallen sie hinten aus dem Turm, haben sie keine Auswirkungen auf das Camp, verbleiben jedoch als schwelende Gefahr weiterhin in der Partie.

Das Überleben im Dschungel ist natürlich kein Spaziergang. Überall lauern Gefahren: Tiere, Parasiten, Krankheiten, Dehydration und Wahnsinn. Es muss also geschickt geplant werden, um alle Herausforderungen des Szenarios zu überstehen.

 

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Inhalt

Im Prototyp vom GREEN HELL enthalten sind wie oben erwähnt drei Szenarien, ein Camp-Spielplan, 34 Dschungel- und 20 verschiedene Nachtkarten, vier spielbare Charaktere sowie deren Übersichtskarten und Spiel-Tableaus, viele Plastik- und Holzmarker sowie einige Würfel.

Die Anleitung ist noch sehr schwach. Vieles ist ungenau und missverständlich erklärt. Außerdem sind noch viele Fehler enthalten. Eine Übersicht über das vorhandene Spielmaterial und eine Regelzusammenfassung sucht man vergeblich. Hier muss der Verlag GALAKTUS GAMES auf jeden Fall nochmal ran.


 

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Mein Fazit zum Prototypen von GREEN HELL fällt gemischt aus. Sicherlich ist der Überlebenskampf im Dschungel ein sehr spannendes Szenario. Oftmals bewegen sich die Spielerinnen und Spieler am Rande des Todes und müssen das Scheitern des Szenarios durch kluges Handeln abwenden. Das sorgt für Herzklopfen und für ein Hochgefühl beim Sieg. Mit Einschränkungen gut gefallen hat mir der flüssige Spielablauf, da die Spielerinnen und Spieler ihre Aktionen oft simultan ausführen können. Downtime kommt daher so gut wie keine auf. Getrübt wird das Ganze jedoch durch die zahlreichen Regeln. Es gibt etliche Dinge zu beachten, die ständig in der Anleitung nachgeschlagen werden müssen. Es gibt leider keine Übersichtskarten oder Regelzusammenfassung, die die ganze Prozedur erleichtern. Dazu kommt noch, dass die Anleitung über keinerlei Inhaltsverzeichnis verfügt.

 

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Was mir wiederum gut gefallen hat, ist das Crafting-System. Es macht Spaß, Gegenstände zu sammeln und daraus dann Werkzeuge herzustellen, die das harte Dschungelleben etwas einfacher machen. Dazu gehört auch der Aufbau des Camps. Es ist stetiger Fortschritt zu spüren. Eine gewisse Frustrationstoleranz sollte man jedoch gesitzen, wenn bspw. die hart erarbeitete Camp-Einrichtung dem Verfall oder einer Nachtkarte zum Opfer fiel.

Die Materialqualität ist für einen Prototypen in Ordnung. Die Ressourcen-Token aus Plastik sind gut gemacht und haben eine tolle Haptik. Die Dschungelkarten und und der Campspielplan sind aus dünner und empfindlicher Pappe. Hier gibt es auf jeden Fall noch Steigerungspotential. Dazu muss noch gesagt werden, dass der enthaltene Würfelturm wohl das hässlichste Stück Plastik ist, das ich je gesehen habe. Das Design wurde in der Kickstarter-Kampagne glücklicherweise angepasst.

 

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Ob das Endprodukt GREEN HELL ein gutes Spiel wird, ist für mich noch nicht absehbar. Gute Ansätze und spaßige Spielelemente sind durchaus vorhanden, es gibt aber noch viele Schwächen und Baustellen, die vor der Veröffentlichung noch behoben werden müssen. Meine Hoffnung liegt auf einer starken und spannenden Kampagne, die viele abwechslungsreiche Missionen bietet. Dann kann GREEN HELL zu einem besonderen Spiel werden. Die ersten drei Szenarien geben da schon einen kleinen Einblick, dienen aber hauptsächlich zur Einführung in die Spielmechaniken.

Mein (etwas skeptisches) Interesse an GREEN HELL ist durch den Prototypen jedenfalls geweckt.

 

 

 

 

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Bilder zum Spiel

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