Test | 300: Erde & Wasser

Test | 300: Erde & Wasser

Der Kampf von 300 tapferen Spartiaten, die sich einer persischen Übermacht entgegenstellten, um Griechenland zu verteidigen, gehört zu den wohl bekanntesten Ereignissen der antiken Geschichte. Ob 300: ERDE & WASSER ebenso episch ist wie die Schlacht bei den Thermopylen, verrät der nachfolgende Test.

 

infos zum spiel

Wir haben 300: ERDE & WASSER mit einem Presserabatt vom SCHWERKRAFT VERLAG gekauft.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

Spielllabllauf

Der Spielaufbau von 300 ist schnell erledigt: Spielplan auf den Tisch, Starteinheiten platzieren, Kartendeck mischen, restliches Spielmaterial bereitlegen. Fertig.

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In fünf Spielrunden bekämpfen sich die asymmetrisch gestalteten Griechen und Perser. Am Ende der fünften Runde gewinnt die Streitmacht, die im Verlauf der Partie das größere Übergewicht auf der Karte darstellte. Zwar verfügen beide Fraktionen nur über zwei identische Einheitentypen, Land- und Seeeinheiten, jedoch verfügen die Perser über deutlich größere Kapazitäten für Landeinheiten, während die Griechen in der Lage sind, Seeeinheiten günstiger ins Spiel zu bringen. Die Spielrunde wird stets vom persischen Volk begonnen. In jeder Runde steht ein fixes Einkommen zur Verfügung, welches die Fraktionen für den Bau von Einheiten und den Kauf von Handkarten verwenden können. Die persische Fraktion kann aufgrund des höheren Einkommens grundsätzlich auch mehr investieren. Davon sollte dringend Gebrauch gemacht werden, da verbleibendes Geld am Rundenende verfällt.

Nachdem beide Streitmächte ihr Geld investiert haben, werden im Wechsel Aktionen ausgeführt. Hierfür muss stets eine der gekauften Handkarten ausgespielt werden. Entweder kann die Sonderaktion der Karte aktiviert werden, die sich für beide Fraktionen auf der jeweiligen Karte unterscheidet, oder die Karte wird für die Bewegung der eigenen Einheiten verwendet. Treffen Einheiten aufeinander kommt es zu einem Kampf. Hierbei gilt: die Zahl der Kampfwürfel entspricht der Zahl der kämpfenden Einheiten. Die höchste Augenzahl entscheidet die Kampfrunde und fügt der generischen Streitmacht den Verlust genau einer Einheit zu. Bei Gleichstand verlieren beide Streitmächte eine Einheit. Auf Seiten der persischen Fraktion ist besonders, dass der Würfelwert bei einem Kampf auf griechischem Boden niemals höher als 4 sein kann, auf persischem Boden niemals niedriger als 5.

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Nachdem alle Aktionen ausgeführt wurden, folgt eine Wertung. Hierbei werden die kontrollierten Städte gezählt und die ermittelten Werte verglichen. Die siegreiche Fraktion darf den Punktespielstein auf der gemeinsamen Punktleiste in Höhe der ermittelten Differenz in seine Richtung ziehen. Der Sieg geht an das Volk, das den Punktespielstein nach der fünften Runde auf der eigenen Seite der Punktleiste hat.

Spielmaterial

In der thematisch gestalteten Spielbox im A5 Buchformat findet sich ein kleiner Spielplan aus stabiler Pappe. Zu dem Spielplan gesellen sich insgesamt 37 Spielsteine aus Holz (Armeen, Seeeinheiten, Seebrücke und Rundenmarker) und 16 Karten in durchschnittlicher Qualität. Ergänzt wird das Spielmaterial durch jeweils drei Würfel in rot und blau.

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Die Regeln erstrecken sich auf insgesamt 13 vergleichsweise klein gedruckten Seiten und werden durch illustrierte Beispiele verdeutlicht. Hieran schließt sich eine umfassend aufbereitete historische Erklärung aller Karten.

Ein Inlay hat SCHWERKRAFT der Box nicht beigefügt. Dies war aufgrund des überschaubaren Materials nicht notwendig.


300 ist kurz, sehr kurz. Der Spielaufbau dauert allenfalls 60 Sekunden, eine Partie kann bei Kenntnis der 16 Spielkarten in rd. 15 Minuten gespielt werden. Um die auf der Spielverpackung angegebene Spieldauer von 40 Minuten zu erreichen, müssen die Beteiligten wirklich SEHR lange nachdenken. Wir haben diese Spieldauer nicht einmal in unserer ersten Partie erreicht, in welcher wir hin und wieder Regeln nachschlagen mussten. 20 Minuten inkl. Auf- und Abbau sorgen natürlich für hohe Flexibilität, wenn es darum geht, eine Gelegenheit zum Spielen zu finden. Andererseits spricht die Spieldauer aber auch eine klare Sprache darüber, welcher Tiefgang erwartet werden kann. In 5 Runden passiert leider nicht ganz so viel, zumal die Karte „Plötzlicher Tod des persischen Königs“ die Spielrunde für beide Spieler beendet, sobald sie vom Kartenstapel gezogen wird. Das kann bis zu zweimal pro Partie passieren, so dass manche Partie effektiv nach drei Spielrunden endet. Das ist etwas zu wenig, um wirklich zu taktieren. Unsere besten Partien waren daher jene, in welchen der persische König nicht gestorben ist. Mit fortschreitender Spieldauer wird es für die Griechen nämlich immer kniffliger, die persischen Streitkräfte abzuwehren.

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Ein weiteres Problem ist der Kampfmechanismus. Dass die griechische Streitmacht auf eigenem Boden einen Vorteil hat, mag historisch richtig und sinnvoll sein, bei einem ohnehin glückslastigen Kampfsystem wächst sich das aber sehr schnell zu Frust aus, denn aufgrund der Maximalkampfkraft der Perser von 4 Würfelaugen bedeutet eine 5 oder eine 6 der Griechen den unabwendbaren Verlust einer eigenen Einheit. Bei einer 4 erreicht Persien maximal ein Unentschieden, was zu einem beidseitigen Einheitenverlust führt. Zugegeben, Persien kann deutlich mehr Einheiten aufs Spielfeld bringen. Das ließe sich als Gegengewicht zu diesem Nachteil verstehen. Aufgrund der Einschränkungen bei der Bewegung der Einheiten und der begrenzten Aktionszahl greift dies nach unserer Auffassung jedoch nicht durch. Der Ausgang des Spiels wird daher zu oft vom Glück bestimmt.

Positiv ist, dass der Autor die (historischen) Asymmetrien zwischen den Völkern weitgehend gut herausgearbeitet hat. Die kurze Spieldauer macht 300 in kleinen Zeitfenstern gut spielbar. Am Spielmaterial gibt es nichts auszusetzen – das Layout und die Farbgebung der Spielkarten haben uns gefallen. Insbesondere ist positiv hervorzuheben, dass die Anleitung für jede der 16 Spielkarten den historischen Hintergrund darstellt.

Alles in allem dürften sich Personen angesprochen fühlen, die ein Spiel für zwischendurch suchen und kein Problem mit Würfelglück (bzw. Würfelpech) haben. Strategen werden mit 300 wohl nur stellenweise ihre Freude haben.

 

Wertung zum spiel

 

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Tags: 2 Personen, Kampfstrategie, 40 Minuten, Area Control

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