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TEST // THE PATH OF THE ADVENTURERS

Test | The Path of the Adventurers

Die meisten Brettspiele aus dem Dungeoncrawler-Genre besitzen für gewöhnlich riesige Spielfelder, die teilweise schon größer sind als die handelsüblichen Esszimmertische der Spielgruppen. Selten brechen Spiele aus diesem Muster aus, da hier ja auch klare Vorteile in der Spielvariation liegen, aber dennoch sind mit Sicherheit nicht alle damit zufrieden, geschweige denn, dass sie sich ständig größere Tische anschaffen möchten. THE PATH OF THE ADVENTURERS versucht diese Problematik mit einem frischen Kartensystem anzugehen, während es noch die eine oder andere Neuerung im Gepäck hat. Aber was genau heißt das eigentlich?

 

infos zum spiel

Wir haben THE PATH OF THE ADVENTURER selbst gekauft.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

Darum geht es im Spiel

In THE PATH OF THE ADVENTURERS (im Weiteren mit POA abgekürzt) übernimmt die Spielgruppe die Rolle einer Abenteurertruppe, die sich dem gemeinschaftlichen Ziel verschrieben hat, die dunklen Overlords zu stürzen. Genretypisch hat die Spielgruppe die klassische Wahl zwischen Zwergen, Elfen, Orks und Menschen, um sie auf dem Spielfeld zu repräsentieren.

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Sind die Charaktere gewählt, ist es Ziel des Spiels, diese so gut wie möglich mit Ausrüstung auszustatten und Fähigkeiten zu erwerben, um schlussendlich den Kampf gegen einen der dunklen Overlords zu gewinnen. Zwar durchläuft die Spielgruppe auch in POA verschiedene Kartenelemente, jedoch stellen diese keine Räume im Speziellen dar, sondern ganze Orte, die es nach Gegnern und Beute zu durchsuchen gilt. Aus diesem Grund befinden sich auf den Kartenelementen keine Felder, die die Gruppe zu durchschreiten hat, sondern nur zwei Kampfzonen. Eine für die Charaktere selbst und eine für die Gegner, die beim Betreten des Raumes zufällig ermittelt werden. Wird der Raum betreten und die Begegnung ausgelöst, müssen sich die Charaktere auf ihre Zone verteilen, wobei die Räume durchaus unterschiedliche Zonengestaltungen haben können. So kann es passieren, dass manche Räume so eng sind, dass nur ein Charakter auf einmal in den Nahkampf gehen kann, während andere Räume alle Charaktere gleichzeitig zum Zug kommen lassen.

Im Kampf setzt POA auf ein Würfelsystem. Insgesamt existieren drei unterschiedliche Arten von Würfeln, die sich in ihren Symbolen teilweise gleichen. Jeder Würfelpool bringt jedoch seine eigene kleine Besonderheit mit sich. Sobald ein Charakter an der Reihe ist, muss entschieden werden, welche Fähigkeit eingesetzt und ob mit einer Waffe gekämpft wird. Jede Kampfaktion (also Fähigkeiten und Standardangriff) kostet sogenannte Attributspunkte, über die jeder Charakter verfügt und die in jeder neuen Runde bis zu einem gewissen Grad wieder aufgefüllt werden. Jeder ausgegebene Attributspunkt steht für einen Würfel, der zum Würfelpool für diese Aktion hinzugefügt wird. Möchte eine Person die Chance auf Erfolg erhöhen, können einer Aktion zusätzliche Attributspunkte hinzugefügt werden. Sind die Würfel aber einmal gewürfelt, geht es um alles oder nichts. Reichen die gewürfelten Symbole aus, um die Voraussetzungen der Aktion zu erfüllen, tritt sie ein. Fehlen benötigte Würfelergebnisse scheitert die Aktion. Gegner haben es hier leichter, da diese bei ihrem Angriff für jedes gewürfelte Treffersymbol eine Wunde verursachen, die die Charaktere durch die Verwendung von Attributspunkten (und somit dem Werfen von Würfeln) oder gesammelten Ausrüstungsgegenstände abwehren können.

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Ist der Kampf gewonnen, erhält die Spielgruppe ein legendäres Artefakt, das aus einem von zwei Kartenstapeln (je nachdem welchen Kartenstapel der Raum angibt) verdeckt gezogen wird. Zusätzlich erhält die Spielgruppe Gold, das sie in der Marktphase nutzen kann, um weitere Gegenstände zu erwerben.

Um das Spielende zu erreichen, muss die Gruppe die Karte erforschen, indem sie sich durch unterschiedliche Begegnungen kämpft. Das Ende wird dadurch ausgelöst, dass die Spielgruppe dreimal in identischen Räumen gekämpft hat. Im Raumkartenstapel finden sich dafür immer mehrere Karten des gleichen Typs. Kämpft die Gruppe auf einer Kartenart, auf der sie bereits eine Begegnung bestritten hat, gesellt sich ein Leutnant zu den Gegnern hinzu. Dieser stellt eine Art Miniboss dar. Beim dritten Mal wird die Begegnung mit einem von zwei dunklen Overlords ausgelöst, wobei die diese mit Abstand die mächtigsten Gegner im Spiel sind und einiges an Vorbereitung benötigen. Ist auch der letzte Kampf gewonnen, endet das Spiel und die Gruppe ist siegreich. Wird jedoch durch ein Event das Dorf der Spielgruppe (das durch den Startpunkt des Spiels dargestellt wird) angegriffen und die Spielgruppe kann es nicht verteidigen, scheitert sie und das Spiel ist verloren. Das tritt natürlich auch ein, sobald alle Charaktere der Spielgruppe zu einem beliebigen Zeitpunkt keine Lebenspunkte mehr besitzen.

Was ist in der Box?

Die Spielschachtel von POA hält eine Vielzahl von Karten, kleinen Pappaufstellern (für Gegner und Charaktere) und -markern bereit. Während sich in der Deluxe Version des Spiels Miniaturen für alle Charaktere finden, besitzt unsere Variante besagte Pappaufsteller, die den Miniaturen aber in ihrer Funktion völlig ebenbürtig sind. Qualitativ ist das gesamte Spielmaterial sehr hochwertig. Die Aufsteller lassen sich sehr gut und rückstandslos in die kleinen Standfüße stecken, die Materialien aus Pappe sind ausreichend dick, um viele Spielabende problemlos zu überstehen und alle Würfel sind gut genug verarbeitet, damit alle Symbole problemlos auch von einer weiter entfernten Position zu erkennen sind. Ein besonderes Augenmerk lag in der Produktion offensichtlich auf dem Artwork. Sowohl Gegenstandskarten, Charaktere und Raumkarten sind alle gleichermaßen detailliert und farbenfroh gestaltet, was einen angenehmen Blick in die Welt von POA ermöglicht.

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Das enthaltene Regelheft stellte uns jedoch vor größere Probleme. Auf insgesamt 23 Seiten erklärt es die Regeln von POA, wobei sich an ein paar Stellen immer wieder fehlende Erklärungen und Ungereimtheiten eingeschlichen haben, die den Lernprozess stark erschwerten. Insbesondere fällt im Regeltext auf, dass bestimmtes Spielmaterial (das offensichtlich durch die Kickstarterkampagne erst im Nachhinein hinzugefügt worden ist) gar nicht erklärt oder auch nur erwähnt wird. Während das für erfahrenere Spielgruppen keine größeren Probleme verursacht, sind Neulinge hier schnell überfragt.


POA lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück. Das Artwork und auch das Würfelsystem, das eigentlich für ein schnelles und dynamisches Spielerlebnis sorgen soll, machten mir große Hoffnungen auf den Titel. Jedoch zeigten sich schnell einige Löcher. Beginnend mit dem Regelheft, das die Regeln meiner Meinung nach viel zu komplex und unnötig kompliziert erklärt, bietet POA-Neulingen keine schönen Ersterfahrungen. Ein weiteres Problem ist das angepriesene Würfelsystem des Spiels. Dass es einen recht starken Glücksfaktor einbringt, sollte allen klar sein, aber das ist nicht das, was mir Kopfschmerzen machte. Es ist eher das Kräfteverhältnis von Gegneraktionen und Charakterfähigkeiten. Während Gegner wieder und wieder mühelos Schaden verursachen, gilt bei der Spielgruppe immer alles oder nichts. Egal wie viele Erfolge ein Charakter erzielt hat, ist es auch nur einer zu wenig, passiert absolut gar nichts und alle Attributspunkte sind für diese Phase verbraucht.

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In meinen Spielrunden führte das dazu, dass ich einen Charakter steuerte, der durch sein großes Würfelpech nicht einen einzigen Treffer landen konnte, da immer wieder Erfolge fehlten. Das führte schnell zu Frust. Auch sind die Waffen und somit die Kraftsteigerung im Spiel nicht ganz ausgeglichen. Während es schon vorkam, dass wir im ersten Gefecht chancenlos niedergeknüppelt worden sind, ohne etwas dagegen machen zu können, folgten Spielrunden, bei denen wir das richtige legendäre Artefakt zur richtigen Zeit gezogen haben und mein Ork so ganze Räume mit nur einem einzigen Angriff leerfegen konnte. Generell sind alle legendären Artefakte beinahe absurd stark, sodass es schnell darauf hinausläuft, alle Kartenstapel der Artefakte zu kennen und zu analysieren, in welchem Stapel das jeweils richtige Artefakt für die Charaktere liegt.

Um Frustmomente zu vermeiden, bietet es sich in der Tat immer an, genau die Gruppen-, Fähigkeits- und Ausrüstungszusammensetzung zu analysieren, um die bestmögliche Aufstellung zu garantieren. Während einige Spielergruppen das jetzt für völlig normal halten werden, ist das aber nicht der Spielstil aller.

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Das Ganze klingt jetzt sehr viel negativer, als POA im Grunde ist. POA ist kein schlechtes Spiel und es ist sehr gut möglich, Spaß zu haben, wenn die Spielgruppe genau weiß, was sie zu erwarten hat. Insbesondere zu viert können hier spaßige Runden durchlaufen werden. Die Zahl Vier sollte außerdem dick unterstrichen werden, da POA meiner Meinung nach IMMER mit vier Charakteren gespielt werden sollte, auch wenn Personen mehrere übernehmen müssen. Es ist dem Spiel anzumerken, dass es mit vier Personen im Hinterkopf designt worden ist und es sich daher mit dieser Spielgruppengröße am saubersten anfühlt.

Unterm Strich ist POA ein Spiel mit sehr interessanten Aspekten, jedoch auch klaren Schwachpunkten, die ihm den Kampf auf dem Brettspielmarkt nicht leicht machen werden. Insbesondere da es sich genre- und preistechnisch auf gleicher Höhe wie z. B. GLOOMHAVEN – DIE PRANKEN DES LÖWEN befindet, ist die Konkurrenz damit durchaus nicht klein.

 

Wertung zum spiel

 

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