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TEST // DOMINION: RENAISSANCE

TEST // DOMINION: RENAISSANCE - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel

Im Werbetext des Verlags steht zu DOMINION: RENAISSANCE, dass damit „Licht und Schatten in der Dominion-Welt einkehren“ würden. Genau das trifft meiner Einschätzung nach auch auf das Spielgefühl zu, welches die nunmehr 13. Erweiterung des Spieleklassikers auf den Tisch bringt. Hardcore-Fans wird das sicherlich nicht abschrecken können. Ganz abgesehen davon werden die meisten von ihnen das Spiel ohnehin schon in ihrer Ludothek haben.

Wer hingegen neu im DOMINION—Universum ist oder nur einzelne Erweiterungen anschaffen möchte, sollte lieber zu echten Meilensteinen wie DOMINION: DIE INTRIGE oder DOMINION: BLÜTEZEIT greifen. Warum ich das so sehe, will ich im Folgenden noch näher erläutern. Dabei werdet ihr schnell merken, dass bei DOMINION: RENAISSANCE in der Tat Licht und Schatten untrennbar miteinander verbunden sind.

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Dem Spiel zugutehalten muss man nämlich, dass versucht wurde, mit den Talern und Dorfbewohnern wirklich neuartige Elemente einzubauen. Dieser Mut wird zumindest bei mir nur zum Teil belohnt, da beides die klassische Spielmechanik für mich doch zu sehr aushebelt. Musste man früher noch sehr strategisch vorgehen, um zusammenhängende Aktionen zu spielen und genügend Geld zu haben, kann dies nun meist mit Talern und Dorfbewohnern kompensiert werden.

Dadurch geht meiner Meinung nach ein wesentliches Element von DOMINION verloren. Andere werden wahrscheinlich entgegnen, dass dadurch der Glücksfaktor abnimmt und sich dieser Effekt in Kombination mit dem Basisspiel und anderen Erweiterungen ohnehin abschwächt, weil weniger Karten im Spiel sein werden, die einem Taler und Dorfbewohner bringen. Zumindest letzterem kann ich durchaus zustimmen. Mir ist abgesehen davon aufgefallen, dass es für manche meiner Mitspieler anfangs schwierig war, zu verstehen, wieso denn nun ein Münzmarker Taler und Dorfbewohner zugleich sein soll. Das hätte man sicherlich etwa schlauer lösen können.

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Auch die anderen Neuerungen wissen nicht vollends zu überzeugen. Die Projekte machen das Spiel zwar etwas planbarer, bringen einem oft aber auch nur einen sehr überschaubaren Vorteil. Demgegenüber sind die meisten Artefakte wirklich reizvoll und können langfristig durchaus spielentscheidend sein, wenn die Mitspieler es versäumen, einem diese wieder abzunehmen. Daher erhöhen die Artefakte die Interaktion zwischen den Spielern merklich. Allerdings wird der eigene Zug durch die Projekte und Artefakte auch manchmal etwas unübersichtlich, sodass gerne der ein oder andere Karteneffekt schlicht vergessen wird.

Weniger ist eben manchmal mehr und das ist ein sehr gutes Stichwort für meinen größten und wohl auch subjektivsten Kritikpunkt: die zu starke Fokussierung auf Geldstrategien. Spielt man lediglich DOMINION: RENAISSANCE, kommt es nämlich öfters vor, dass neben den drei Geldkarten aus dem Basisspiel noch ein bis zwei weitere Geldkarten hinzukommen. Zusammen mit den Talern schwimmen die Spieler dann förmlich im Geld, was sicherlich zum Thema von DOMINION: RENAISSANCE passt. Wer dann in meinen Testrunden keine Geldstrategie gefahren ist, kam dagegen kaum an und hat haushoch verloren, was ich persönlich schade finde, da hierdurch ein eindimensionales Spielgefühl entsteht. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt. Wie bereits eingangs gesagt, mag diese Fokussierung auf Geldstrategien vielleicht manch anderen gerade reizen.

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Zusammengefasst muss ich sagen, dass sich DOMINION: RENAISSANCE für mich anfühlt wie das neue Album einer Lieblingsband, welche einem zwar einerseits zuverlässig mehr vom Selben serviert. Das reißt einen zwar nicht mehr vom Hocker, löst aber immerhin kurzfristig wieder ein altbekanntes Wohlgefühl aus. Langfristig erhöht das neue Material aber sicherlich die eigenen Möglichkeiten und wird daher immer wieder seine Beachtung finden. Andererseits sind da diese Experimente, bei denen man sich selbst irgendwie nicht sicher ist, ob sie einem nun gefallen sollen oder nicht.

 

Wertung zum spiel

 

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Bilder vom Spiel

Tags: Deckbau, Erweiterung, 2-4 Spieler

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