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TEST // 1066 – Der Kampf um England

TEST // 1066 – Der Kampf um England

„1066 – Der Kampf um England“ erzählt die Geschichte von Herzog Wilhelm, König Harold und der berühmten Schlacht von Hastings, bei der die französischen Normannen erstmals die Angelsachsen besiegten. Jetzt können zwei Spieler sich in die Schlacht stürzen und wir haben uns auf den Weg in die tiefe Vergangenheit gewagt.

Spielaufbau

Wir haben eine Spielmatte zum Spiel gekauft. Diese gehört nicht zum normalen Umfang des Spiels dazu. Wer diese hat, legt diese natürlich zuerst aus. Die Spieler entscheiden sich für eine Fraktion und nehmen sich das entsprechende Kartendeck. Der Normannen-Spieler nimmt den Startspielermarker. Die drei Keilkarten werden in der Tischmitte ausgelegt. Die Anführer wird jeweils an einem Keil angelegt. Danach werden noch die Zielkartenstapel nach Alphabet sortiert und bereitgelegt. Nun werden vom Kartendeck noch vier Karten gezogen und das Spiel kann starten

Test // 1066 – Der Kampf um England

So funktioniert das Spiel

Der Spielablauf ist in vier Phasen unterteilt. In der ersten Vorbereitsungsphase wird geprüft, ob ein Spieler die Siegbedingungen erfüllt. Danach werden 2 Karten gezogen und es wird auf das Kartenmaximum von 6 Karten geachtet. Alternativ kann dieser Abschnitt auch als Draft-Variante gespielt werden, wobei das Spielzeit verkürzen kann, weil das Spiel endet, sobald ein Spieler seinen Stapel leer gespielt hat. Als letztes werden noch die Karten bereit gemacht, verwendete ausliegende werden wieder hochkant hingelegt.

Test // 1066 – Der Kampf um England

Jetzt folgt die Aufmarschmphase in der die Spieler abwechselnd entweder eine Karte spielen, eine Aktion ausführen, eine Karte opfern oder passen.

Eine Karte Spielen funktioniert so, dass die Kosten einer Karte durch vorhandene Ressourcen oder das Abwerfen von Karten bezahlt wird. Dann darf die Karte auf das Schlachtfeld an eines der drei Keillinien gelegt werden. Manche Karten haben Platzierungsboni, oder eine besondere Fähigkeit, wenn sie in einer bestimmten Reihe gespielt werden. Das betrifft Einheiten oder Charaktere. Alternativ Taktiken ausgespielt werden (sofern sie bezahlt sind) und neben das Spielgeschehen ausgelegt werden. Als dritte Option gibt es Erweiterungen, mit denen Charaktere oder Einheitenverstärkt werden können.

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Eine Aktion ausführen
Ausgespielte Karten dürfen – wenn sie eine Aktion bieten - aktiviert werden. Dazu wird der Kartentext abgehandelt und die Karten dann um 90 Grad gedreht, um zu zeigen, dass die Aktion erschöpft ist.

Eine Karten opfern funktioniert so, dass aus dem Schlachtfeld eine Karte entfernt wird. Die anderen am Keil befindlichen Karten rutschen, wenn möglich, nach. In der Keilphase geht es nur zur Sache, wenn mindestens ein Spieler bereits alle Aufträge erfüllt hat und sich in der Schlacht um Hastings befindet. Die Keilphase besteht aus zwei Abschnitten.

Zum einen gibt es den Stärkekampf. Dieser wird nur ausgeführt, wenn sich beide Spieler in der Schlacht um Hastings befinden. Dabei wird die Kampfstärke an jedem Keil miteinander verglichen. Die Fraktion die stärker ist, darf so viele Marker der eigenen Farbe auf den Keil legen, wie die Differenz beträgt.

Im Imbrunstkampf geht es darum die Imbrunstwerte beider Seiten zu vergleichen. Der Gewinner darf einen Marker auf die Keilkarte ablegen. Diese Aktion darf auch schon ausgeführt werden, wenn sich nur ein Spieler in der Imbrunstphase befindet.

Test // 1066 – Der Kampf um England

Sollte auf einem der Keile ein Spieler zehn Marker liegen haben, hat er die Keil gewonnen. Wer zwei Keile gewinnt, hat gewonnen. Alternativ darf der gegnerische Anführer umgebracht werden oder einem Spieler gehen die Karten aus.

Als letztes folgt noch die Zielphase in der die Spieler versuchen ihre Ziele zu erfüllen. Dafür müssen Imbrunst oder Kampfstärke auf die Zielkarten angewendet werden. Diese Phase dient hauptsächlich dazu, das Spielfeld vorzubereiten, die Armee aufzustellen und schon einmal den einen oder anderen Gegner zu beseitigen.


Ich mag Spiele für zwei Spieler und habe mir deswegen auch gezielt 1066 zugelegt. Zusätzlich mag ich auch noch Mittelalter und habe schon zahlreiche Hörbücher und Geschichtstexte zu dem Thema konsumiert. Dementsprechend hat das Spiel subjektiv betrachtet einen kleinen Bonus, wobei dass nicht dazu führen würde, dass ich ein Spiel nur wegen dem Setting mag und über alles andere hinwegsehen kann.

Spielerisch hat es mich und meinen Mitspieler tatsächlich überzeugen können. Endlich mal ein Spiel, dass sich wieder weg vom Deckbuilding Hearthstone Einerlei wagt. Es gibt hier keine Mana, kein Deckbuildung , keine Magie. Einfach nur menschliche Einheiten und schwere Entscheidungen.

Schwere Entscheidungen insofern, dass man ständig Handkarten als Ressourcen wegspielt um eine andere Karte ausspielen zu können. Eine Karte länger aufheben geht zwar, aber bei maximal sechs Handkarten und Kartenkosten bis zu fünf, lässt sich das kaum lange durchhalten. Zudem sind Ressourcenkarten, die als Aktion eine Ressource generieren äußerst selten vorhanden und so muss man sich ständig wieder entscheiden eine wirklich gute, aber nicht bezahlbare Karte abzuschmeißen. Diese ist dann weg, sie kommt nicht mehr zurück in das Spiel.

Zudem hat das Spiel einen Spannungsbogen. Die Spieler versuchen schnell die Ziele zu erfüllen, die Schlacht vorzubereiten um dann im Finale um die Keile zu ringen. Das hat bei den Testpartien sehr gut funktioniert und die Schlacht von Hastings war meistens eine spannende Entscheidung, die ganz knapp entschieden wurde.

Es gibt noch einen Solo-Modus, der jedoch noch nicht ausprobiert wurde und daher nicht in die Bewertung einfließt.

Einen sprichwörtlich großen Kritikpunkt gibt es am Ende doch noch. Das Spiel kommt in einer riesen Box daher, doch es sind maximal ein Viertel davon durch Spielmaterial genutzt. Das ist in Zeiten latenter Platznot im Spieleregal tatsächlich ein unnötiger Lapsus, den sich der Verlag da erlaubt hat.

Am Spielmaterial gibt es nichts zu kritisieren. Die Karten sind sehr hübsch und übersichtlich gehalten, die Texte eindeutig und auch die Spielmatte gehört zu den deutlich besseren, als es schon bei anderen Spielen zu sehen war. Sie knittert nicht und sie ist ausladend groß.

Der Preis im Shop bei Schwerkraft ist mit 51 € inkl. Spielmatte dann vielleicht doch einen Tick zu hoch. Als Vorbestellaktion war das Spiel kurzzeitig mit Matte für 45 € zu haben – das ist aus meiner Sicht für das Kombipakte in Ordnung.

Bilder zum Spiel

Tags: 1-2 Spieler, Mittelalter, Handmanagement, Kartenspiel, Strategie

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