Prototyp | Heroes of the Shire

Prototyp | Heroes of the Shire

Mit „Heroes of the Shire“ möchte der kleine englische Verlag „Senior Games“ seinen Einstand in die Welt der Brettspiele feiern. Als Rollenspiel/Arena-Mix ist das kleine Projekt auf Kickstarter gestartet und hat das Kampagnenziel bereits erfüllt. Wir hatten vorweg die Chance, das Spiel in seinen Grundzügen genauer kennenzulernen und eines der gebotenen Szenarien anzuspielen. Aber bietet das Spiel so viel Potential, dass man vielleicht sogar noch in letzter Minute einsteigen sollte? Und was hat es mit den verschieden farbigen Spielschachteln auf sich? Wir haben uns das genauer angeschaut!

 

Senior Games hat uns einen Prototypen von "Heroes of the Shire" freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

Darum geht es im Spiel!

In „Heroes of the Shire“ hat die Spielgruppe die Wahl zwischen zwei übergeordneten Spielmodi. Einem Arena-Modus, in dem ein Kampf zwischen zwei oder mehr Personen ausgetragen werden kann, ohne große Rollenspielaspekte und der Kampagnenmodus. In dem voll kooperativen Kampagnenmodus des Spiels übernehmen einige Personen die Rolle von Helden, die sich auf eine große Reise machen, das große Übel am Ende ihres Weges zu bekämpfen. Eine Person fungiert wiederum als das besagte Übel und übernimmt die Kontrolle über Gegner und den großen Boss am Ende eines jeden Szenarios. Wie gewohnt ist das Ziel der Helden, den Boss am Ende des Weges zu besiegen, während der Boss alles daran tun muss, um die Helden aufzuhalten. Dem Boss und dem Helden stehen dafür unterschiedlichste Fähigkeiten zur Verfügung, die sie in ihren Spielzügen einsetzen können. Während der Boss schon von Beginn an stark ist, müssen die Helden ihre Fähigkeiten mit Ausrüstungen oder gesteigerten Leveln stärken.

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Das Kampf- und Levelsystem von „Heroes of the Shire“ kommt vollständig ohne Glücksfaktor aus. Alle Effekte der Fähigkeiten sind klar verständlich auf dem Spieltableau gekennzeichnet, sodass die Vorgehensweise genau geplant werden kann. Nutzt eine Person eine Fähigkeit kann diese Fähigkeit eine „Cooldown“-Zeit haben. Besonders starke Fähigkeiten haben in den meisten Fällen eine „Cooldown“-Zeit von sechs Runden, was bedeutet, dass diese Fähigkeit nur einmal alle sechs Runden eingesetzt werden kann. Es sollte also gut überlegt sein, ob und wann eine bestimmte Fähigkeit eingesetzt wird. Damit Helden nicht so schnell handlungsunfähig werden (weil alle Fähigkeiten einen „Cooldown“ haben, besitzen alle Charaktere eine Reihe an unterstützenden und aggressiven Fähigkeiten, aus denen sie wählen können. Besiegt die Spielgruppe einen Boss oder tritt ein anderes Event ein, können Helden eine Stufe aufsteigen. Dadurch erhalten die Helden Talentpunkte, die sie auf drei Talentbäume verteilen können, um ihre Helden weiter zu spezialisieren. So kann ein Paladin mehr Schaden einstecken oder mehr heilen, was den Spielstil direkt beeinflusst.

Während die Spielgruppe ihre Helden im Kampagnenmodus langsam ausbaut und mit Ausrüstungen versieht, ist das alles im Arena-Modus ein wenig direkter. Hier starten die Helden entweder auf Stufe Null oder Stufe Fünf und erhalten dementsprechend Talentpunkte, die sie direkt verteilen können. Anschließend bekämpfen sich alle bis nur noch ein Held steht. Dieser Modus eignet sich sehr gut, um bestimmte Kampfstrategien, Talentbäume oder Charaktere auszutesten, da „Heroes of the Shire“ mit insgesamt 20 unterschiedlichen Helden einiges an Variationen in der Auswahl bietet.

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Um das volle Erlebnis, also alle 20 Helden und alle 4 Szenarien erleben zu können, bedarf es beider Versionen von „Heroes of the Shire“. Das Spiel ist (wie es zum Beispiel das Videospiel „Pokemon“ schon immer gemacht hat) in zwei Farbkombinationen unterteilt. Die Namen „Feuer & Eis“ und „Erde & Wasser“ geben an, welche Szenarien gespielt und Bosse bekämpft werden können. Jede Box enthält zusätzlich 10 einzigartige Helden, die jeweils individuelle Stärken und Schwächen mit sich bringen.

Was schlussendlich in der finalen Spielschachtel an Spielmaterial landen wird, kann uns nur der Ausgang des Kickstarters verraten. Figuren aus Kunststoff sind derweil nicht geplant, da die Helden mit Aufstellern dargestellt werden. Der Zeichenstil des Spiels ist sehr angenehm und erinnert an einige Indi-Videospiele oder alte „The Legend of Zelda“- Illustrationen, was einen nostalgischen Eindruck bei mir hinterließ.

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Generell fand ich das Spielgefühl des Prototypen sehr angenehm. Insbesondere als alter „World of Warcraft“-Spieler fand ich einige Parallelen, die schon fast keine Zufälle sein können. Sobald jemand dieses Videospiel mehr als nur 10 Minuten gespielt hat, kann mir diese Person die Fähigkeiten der meisten Helden aus „Heroes of the Shire“ voraussagen. Der Schamane wird von Heilungs- oder Angriffstotems unterstützt, der Krieger besitzt verschiedene Kampfstellungen, die ihn besser Schaden einstecken oder austeilen lassen, der Paladin und der Druide können auf Schaden, Heilung oder Tank spezialisiert werden und der Warlock verteilt viele Malus-Effekte auf Gegner und kann eine Dämonenform erhalten. Grundlegend war ich sehr amüsiert, dass sich alles so mit meinen Erinnerungen abgeglichen hat. Ich meine das Ganze auch nicht negativ. „Heroes of the Shire“ spielt sich mit seinen „Cooldown“- und Levelsystem genauso, wie sich ein „World of Warcraft“-Brettspiel spielen lassen sollte (auch wenn „Heroes of the Shire“ das gar nicht sein möchte).

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Auch beim Arena-Modus lassen sich viele Parallelen zu anderen Vertretern des „Kartenspiel-Genres“ ziehen, obwohl hier keine Karten, sondern der taktische Einsatz von Fähigkeiten und gute Planung verlangt werden. Dadurch fühlt sich „Heroes of the Shire“ an sehr vielen Ecken bekannt an, ohne es schlussendlich zu sein. Es leiht sich vielleicht ab und an ein paar Inspirationen aus und setzt diese dann so um, dass etwas Neues entsteht das Hand und Fuß hat. Die letzte Hürde, die nun genommen werden muss, ist leider der Preis. Mit 60£ für eine oder 80£ für beide Versionen ist das Spiel für das gebotene Material definitiv am oberen Ende des Spektrums. Die Spielvariationen und die gebotene Spielzeit mit insgesamt acht Stunden pro Box für die Szenarien, exklusive eventueller neuer Versuche mit anderen Charakteren, ermöglicht es Spielgruppen viel von dem Spiel zu erleben. Wahr ist aber auch, dass das eventuell auch mit anderen Spielen in einer niedrigeren Preiskategorie möglich wäre.

Spielgruppen, deren Interesse geweckt ist, sollten sich das Spiel und die dazugehörige Kickstarterkampagne aber definitiv ansehen, um sich selbst ein Bild vom Spiel machen zu können!

 

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Bilder vom Spiel

 

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Tags: Kampfstrategie, Prototyp, Dungeon-Crawler, Fantasy

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