TEST // WATERGATE

TEST // WATERGATE - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel

Wenn WATERGATE auf den Tisch kommt, darf niemand auf einen friedlichen Spieleabend hoffen. Autor Matthias Cramer hat es geschafft, die ganze Schärfe des Skandals in ein Brettspiel zu verpacken. Die Aktionen, die sich beide Parteien immer wieder um die Ohren hauen, sind durchaus scharfe Munition und gerade von Seiten der Nixon-Administration sind hier einige Tiefschläge zu erwarten. Doch auch die Journalisten müssen nicht allein mit der Feder auskommen und können ihrerseits die eine oder andere Aktion ins Feld führen, um der Nixon-Administration die Zornesröte ins Gesicht zu treiben. Das Spiel schafft es sehr gut, die verbissene Auseinandersetzung der Watergate-Affäre in ein Spiel zu verpacken.

Die Mechanik des Spiels ist zwar nicht sonderlich komplex, dafür aber effektiv. Es gehört ein wenig strategisches Gespür dazu, die richtige Karte zur richtigen Zeit zu spielen. Durch Reaktionskarten können mächtige Aktionen verhindert und Karten aus dem Spiel genommen werden. Für das Platzieren der Beweismarker ist es notwendig, schon im Vorfeld darauf zu achten, die passende Initiative beim Auslegen zu haben. Bei den Journalisten muss ein Gleichgewicht zwischen dem Auslegen von Beweismarkern und dem Verhindern des Erlangens von Momentummarkern durch die Nixon-Administration gefunden werden. Die Nixon-Seite muss gegenläufig denken, hat dabei allerdings den großen Vorteil, dass die Zeit auf ihrer Seite ist. Durch das Leeren des Momentumvorrats in jeder Runde, wird der Skandal Stück für Stück erfolgreich ausgesessen.

WATERGATE ist ein schnelles Strategiespiel von überschaubarer Dauer, das sich ideal als Opener oder Abschluss für einen Spielabend zu zweit eignet. Wer sich für den Watergate-Skandal interessiert, darf ein deutlich tieferes Spielerlebnis erwarten, bei dem die Thematik mehr greift als Mechanik. Das ist dann auch der Grund, warum ich nicht gerne die Nixon-Administration spiele. Ich möchte einfach kein Präsident sein, der lügt, seine Gegner denunziert und sein Amt dafür missbraucht, seinen persönlichen Vorteil daraus zu ziehen. Gerade in der heutigen Zeit ist das etwas, wovon die Welt schon mehr als genug hat. Ich kann mich nur der Danksagung des Autors am Ende der Anleitung anschließen, in der er ausführt: „Danke an alle Medien, egal ob Zeitung, Fernsehen oder digitaler Form, die sich mit dem Wesentlichen statt mit Bullshit beschäftigen.“

Durch die tiefe Einbindung in den geschichtlichen Kontext und der Verbindung jeder Karte zu tatsächlichen Ereignissen und Begebenheiten, ist WATERGATE etwas besonderes. Mich hat das Spiel so sehr mit dem Thema gepackt, dass ich mir nicht nur den historischen Teil der Anleitung nach dem Spielen durchgelesen, sondern zudem auch gleich „Die Unbestechlichen“ in den Blu-ray-Player eingelegt habe. Wenn es ein Spiel schafft, einen so mit einem Thema zu packen, kann es einfach nur einiges richtig gemacht haben.

Bilder zum Spiel

Tags: Geschichtch, 2 Spieler, Strategie

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