
Spionage-Thriller im besetzten Frankreich der 1940er Jahre verspricht Spannung und Action?! (Ersteindruck)
Narrative Spiele, in denen eine Geschicht mithilfe eines Abenteuerbuchs erzählt wird, gibt es mittlerweile eine ganze Menge. Auch thrillermäßige Spannung kam dabei in vergangenen Spielen wie „Detective“ und „Vienna Connection“ immer wieder vor. Osprey Games möchte diesem Konzept nun aber offenbar noch eins oben drauf setzen. In ihrem neuen kooperativen Abenteuerspiel „War Story: Occupied France“ für 1-6 Personen gibt es zusätzlich zu vielen Entscheidungen und einer spannend erzählten Geschichte nun auch noch ein Kampfelement, das von Spielenden ausgewählte und ausgerüstete Spione auf kleinen taktischen Karten ausführen.
Dabei wird es im Spiel 3 wiederholbare und sehr variable Story-Missionen geben, die jede für sich etwa 45-60 Minuten in Anspruch nimmt. Auf der SPIEL’24 war am Osprey-Stand ein ebenso langes Demo-Szenario anspielbar, das einen Eindruck über „War Story“ vermitteln sollte, ohne dabei die Geschichte zu spoilern. Die englische Version ist gerade erschienen, ob es eine deutsche geben wird, ist noch nicht bekannt. Das Demo-Szenario soll später auch kostenlos auf der Website des Verlags verfügbar sein.
Viele Entscheidungen, die sich wichtig anfühlen
Im Demo-Szenario auf der SPIEL ’24 müssen die Spielenden als Spione einen deutschen Agenten in Frankreich abfangen, nachdem dieser wohl im Sommer 1943 aus England entkommen ist. Die Regeln des Spiels und der Aufbau gestalten sich ziemlich einfach. Es müssen nur 4 der 5 verfügbaren Spione ausgewählt werden und ein paar Storykarten zurechtgelegt werden. Jeder dieser Charaktere hat mehrere Fähigkeitspunkte in für Spionage naheliegenden Skills, wie bspw. Schleichen, Schusswaffen oder technisches Knowhow. Anhand der Storykarten werden mögliche Orte oder Missionen ausgewählt, die dann mithilfe des Abenteuerbuchs erzählt werden. Wie gehabt sind diese kleinen Geschichtsschnipsel in kleinen Absätzen mit dazugehörigen dreistelligen Nummern angeordnet, die dann auf Geheiß einer Karte vorgelesen werden sollen.
Interessant am Spiel ist, dass die Spielenden eine Gruppe aus 4 Spionen gemeinsam steuern und bei Bedarf auch einzelne dieser Charaktere für Aufgaben bestimmen müssen. Dabei sollte man anhand der Geschichte und der Details entscheiden, welcher Charakter am besten passt, was nicht immer zu 100% eindeutig ist. Manchmal müssen auch mehrere Fähigkeiten gleichzeitig passen. Wenn man genau hin guckt, sind diese kleinen und zahlreichen Skill-Checks aber machbar.
Die Besonderheit an „War Story: Occupied France“ ist aber in jedem Fall die taktische Karte, die bei Konfrontationen ins Spiel kommt. Dann müssen die eigenen Spione geschickt platziert werden. So gab es auf einer Karte zwei mögliche Felder, auf denen Scharfschützen platziert werden konnten, oder extra Felder für Charaktere mit besonderer Eignung für den Nahkampf. Diese Kämpfe werden dann ebenfalls durch Paragraphen im Abenteuerbuch abgehandelt, die dann die Anzahl, Ausrüstung und Fähigkeiten der eingesetzten Spione abfragen. Dabei kam definitiv Spannung und sogar ein Gefühl einer Actionszene auf. Und auch das Setting war spannend und fühlt sich unverbraucht und originell an. Fans von narrativen Spion- oder Detectivspielen sind hier also wohl an der richtigen Adresse.
Quellen: