Zenith - Das Tauziehen um die Macht in der Milchstraße der Zukunft

Zenith - Das Tauziehen um die Macht in der Milchstraße der Zukunft

Weiter geht’s mit unseren Ersteindrücken von der kleinen, aber feinen Spielemesse in Dortmund. Die erste Meinungslieferung erschien ja bereits in den vergangenen Tagen und auch zur Messe selbst gab es bereits einiges zu lesen. Für mich persönlich war es der erste Besuch der Spiel Doch!. Einen Eindruck bzw. ein Fazit zur Messe aus der Perspektive eines Erstbesuchers folgt in den kommenden Tagen. Nun soll es aber erstmal etwas ausführlicher um die neuen Spiele gehen, die ich mit den Recken (und Reckinnen?) aus dem BSN-Team anspielen konnte.

Beginnen wir mit einer Neuheit, die erst kürzlich bei dem Verlag PlayPunk erschienen ist. Es handelt sich um das SciFi-Kartenspiel „Zenith“ von den Autoren Grégory Grard und Mathieu Roussel (beide bekannt für Castle Combo), das bereits vor ein paar Monaten angekündigt wurde. In dem Kennerspiel für 2 oder 4 Personen, treten zwei Spielende oder Team gegeneinander an, um in ferner Zukunft den Einfluss der jeweils eigenen Fraktion in unserer Galaxie zu mehren. Die Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars und Jupiter sind mittlerweile nicht nur von Menschen, sondern auch Robotern und sogar Tierwesen bewohnt.

 

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Um den eigenen Einfluss zu erhöhen, müssen Gesandte dieser einzelnen Fraktionen in Form von Karten an die einzelnen Planeten angelegt werden, um die Einflussscheibe ganz auf die eigene Seite zu ziehen. Um die Karten und deren entsprechende Effekte ausspielen zu können, muss erstmal das passende Kleingeld in Form von Credits vorhanden sein. Aber auch drei Forschungsbäume stehen zur Verfügung, die allerdings mit der namensgebenden Ressource Zenithium bezahlt werden müssen. Es gewinnt die Seite, die es zuerst schafft, entweder drei Einflussscheiben eines einzigen Planeten (souveräner Sieg), vier verschiedene (Quotensieg) oder fünf insgesamt (Sieg der Basis) zu ergattern.

 

Viele Möglichkeiten trotz simplen Spielprinzips

Das Spiel interessierte mich schon bei der Präsentation im Rahmen des Asmodee Frühjahrs-Events. Auch wenn der Comic-Look mit weißem Hintergrund eigentlich nicht so mein Fall ist, macht das Spiel optisch einen guten Eindruck. Besonders schick sind die Einflusscheiben und die Zenithium-Marker, die sich irgendwie besonders anfühlen.

Angespielt habe ich es nur mit zwei Personen, über die Team-Variante kann ich also leider (noch?) nichts sagen. Zu zweit ist es aber wirklich ein tolles Spiel. Wie erwartet, ist es von der ersten Runde an ein Tauziehen, wer welchen Planeten für sich gewinnen kann. Durch die ziemlich abwechslungsreichen und zufällig gezogenen Handkarten kann man sich nie sicher sein, was die gegnerische Seite im nächsten Zug aus dem Hut zaubert. Trotzdem sind aber auch Strategie und Taktik gefragt, denn die Forschungsleisten geben nicht etwas permanente Boni. Sondern haben ebenfalls Effekte, die als Kettenreaktion ausgelöst werden, wenn man höhere Stufen erreicht. Wenn ich also die Stufe drei eines Forschungsbaums erforsche, aktiviere ich nicht nur diese, sondern auch die Effekte der Stufen 2 und 1 noch einmal, was sehr mächtig sein kann.

 

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Viele Karteneffekte sind außerdem von Spielfaktoren abhängig, so können manche nur ausgelöst werden, wenn man bestimmte Forschungsstufen erreicht hat oder wenn man gerade das sogenannte Privileg-Abzeichen besitzt. Dieses Abzeichen kann man durch Karteneffekte oder bestimmte Aktionen erlangen und erhöhen das eigene Handkartenlimit so lange, bis die Gegenseite es einem abknöpft.

Obwohl das Spiel relativ klein und simpel ist, gilt es also, eine ganze Menge Faktoren im Auge zu behalten. Wenn einem die Credits ausgehen, kann man gar keine oder nur günstige und damit schwache Gesandte ausspielen, was schnell zu einer Niederlage führt. Hat man kein Zenithium, kann man nicht forschen und damit auch nicht die später mächtigen Kettenreaktionen auslösen. Und wenn man das Privileg-Abzeichen ignoriert, kann man eventuelle Sondereffekte nicht nutzen und hat dauerhaft einen Kartennachteil, da die gegnerische Seite durch das Abzeichen mehr Karten auf der Hand hat.

 

Meine Meinung zum Spiel

Mir hat das Spiel zu zweit so gut gefallen, dass ich es auf der Messe direkt eingesackt und zu Hause noch einmal gespielt habe. Besonders gefällt mir die Balance des Spiels, denn es ist zwar mit seinen ca. 30 Minuten Spielzeit kurz und dazu noch simpel, aber dennoch gibt es einiges zu entscheiden und zu beobachten – aber auch nie so viel, dass man sich das Hirn zermartern muss. Durch die zufällig gezogenen Karten muss man immer das Beste aus der Situation machen, strategische Überlegungen zur Forschung oder zur Siegbedingung sind aber trotzdem möglich und können spielentscheidend sein.

Einige Karteneffekte, besonders auf den teuren Karten, sind ebenfalls extrem stark. So kann man nicht selten gleich drei Einflussschritte gehen oder drei verschiedene Einflussscheiben bewegen, oder auch mal fünf oder mehr Zenithium auf einmal verdienen. Solche starken Karten kosten aber oder brauchen Vorbereitung, um alle Sondereffekte nutzen zu können. Manchmal ist es also vielleicht doch taktisch cleverer, eine solche Karte für eine (credit-mäßig kostenlose) Forschungsaktion abzuwerfen und damit eine spätere Effektkaskade vorzubereiten.

Ich kann es kaum noch erwarten, auch mal die Team-Variante auszuprobieren. Denn dann haben zwar beide Teammitglieder eigene Handkarten, Credits und Zenithium werden allerdings geteilt. Außerdem können nur bestimmte Planeten von jedem Teammitglied beeinflusst werden und das Privileg-Plättchen erlaubt es, Handkarten weiterzugeben. Das klingt erstmal noch spannender als das Zwei-Personen-Spiel. Vielleicht gibt es dazu ja später noch eine vollwertige Rezension von mir. Fürs erste aber eine klare Kaufempfehlung für alle, die das Spielprinzip interessant finden.

 

Quellen:

BoardGameGeek

PlayPunk Website

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