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TEST // ESCAPE TALES - LOW MEMORY

TEST // ESCAPE TALES - LOW MEMORY - Fazit + Wertung Deniz + Bilder

deniz meine meinung überschrift Escape-Spiele besitzen für mich stets eine gewisse Faszination. Ich selbst würde mich nicht allein in ein solches Spiel stürzen, bringt aber ein Familienmitglied oder ein Freund eines auf den Tisch, kommt es selten vor, dass ich es nicht spielen möchte. Jeder Spielende kann teilnehmen, es wird kaum bis kein Vorwissen vorausgesetzt und nach etwa einer Stunde ist das Spiel auch schon durchgespielt.

Bei LOW MEMORY ist das etwas anders. Im Unterschied zu anderen Vertretern des Genres bringt LOW MEMORY eine fortlaufende Geschichte ein, die sich durch alle enthaltenen Abenteuer durchzieht. Das „Problem“, das uns beim Spielen aufgefallen ist, liegt darin, dass die fortlaufende Geschichte nicht dazu gedacht ist, während einer Spielrunde zu pausieren. Während verschiedene Vertreter des Genres eine Spieldauer von etwa einer Stunde aufweisen, ist eine Spielrunde von LOW MEMORY etwa 3 Stunden lang, je nachdem, wie schnell die Spieler sind. Jeder Spielende am Tisch sollte sich also bewusst sein, dass eine Runde eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen kann, da es sich durch sein mannigfaltiges Spielmaterial nicht sonderlich gut „abspeichern“ lässt, um es an einem anderen Tag fortzuführen. Auch das Regelwerk gibt an, dass die Spieler pausieren können, jedoch sind die Abenteuer so konzipiert, dass sie an einem Spielabend gespielt werden, damit wichtige Details der Geschichte nicht vergessen oder übersehen werden.

 


LOW MEMORY leidet aber meiner Meinung nach auch innerhalb der Abenteuer an der Länge. Während das erste Abenteuer noch recht zügig gespielt erscheint, da es noch vom „Neu“-Effekt profitiert, fühlen sich die nachfolgenden Abenteuer um einiges länger an. Zum Teil liegt dies auch an den Rätseln, die besonders im zweiten und dritten Abenteuer von stark schwankender Qualität sind. Während einige Rätsel sehr clever sind und sich im Notfall leicht durch die Hilfestellungen lösen lassen, sind andere wiederrum so konzipiert, dass wir die Lösung nicht einmal verstanden haben, als das Spiel sie uns präsentiert hat. Besonders für nicht sehr erfahrene Rätsel-Gruppen können viele der Rätsel frustrierend sein, da die Rätsel so verquer gedacht sind, dass sich die Gruppe teilweise nur noch veräppelt vorkommt. Während Rätsel-Profis hier weniger Probleme haben sollten, werden Neulinge kaum über das erste Abenteuer hinauskommen, ohne frustrierende Momente zu erleben. Erwähnen muss ich jedoch an dieser Stelle, dass ich für die zweite Meinung die englische Fassung des Spiels vorliegen hatte, was vielleicht zu Verständnisproblemen geführt hat, da es auch an einigen Stellen Probleme mit der englischen Grammatik gegeben hat.

Hinzukommt, dass sich das Erkunden der Räume oft nach Raten anfühlt. Das Spiel gibt den Spielenden zwar einen Rahmen vor, jedoch sind viele Rätsel so detailversessen, dass diese Details kaum von Spielenden erfasst werden können, die nicht wissen, wonach sie suchen.
Die Länge und Komplexität einiger Rätsel halten die Gruppe über einige Zeit beschäftigt, wobei „Gruppe“ hier eher als ein 2-Spieler-Team verstanden werden sollte. Das Spiel erlaubt zwar mehr Spielende, aber durch die Größe der Karten und die übliche Anzahl gleichzeitig aktiver Rätsel können nur wenige zeitgleich zur Lösung beitragen, während andere nur danebensitzen (bei meiner besseren Hälfte und mir lief das bereits teilweise in unserem Zweier-Team so, da die Rätsel kaum „Einmischungen“ von außen erlauben). Das alles führte dazu, dass wir uns mit Spannung durchs erste Abenteuer kämpften, aber am Ende des dritten Abenteuers nur noch sehnlichst auf das Ende warteten.

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Es sind aber auch positive Aspekte an LOW MEMORY zu bemerken. Die eingebaute Geschichte hat und uns gut gefallen, obwohl sie sehr schnell sehr abgedreht wird. Sie weiß Spannung aufzubauen und kommt mit insgesamt 3 Abenteuern á 3 Stunden auch zu einem erreichbaren Ende. Zudem nutzt LOW MEMORY innerhalb der Abenteuer das Potential seines Kartendecks sehr gut aus, um Ortswechsel und Rätsel fließend in den Spielablauf einzubringen.

Auch die App ist besonders leicht verständlich. Für mich persönlich war es eine Wohltat, dass die Rätsel in der App den Spielern ansagen, wie viele Karten zur Lösung des Rätsels benötigt werden. Ich erinnere mich an viele andere Escape-Spiele, bei denen wir weiter auf der Suche nach Hinweisen waren, weil wir ja vielleicht noch etwas wichtiges übersehen hatten, obwohl wir bereits über alle wichtigen Informationen verfügten. LOW MEMORY zeigt hier, wie es richtig gemacht wird!

LOW MEMORY war für uns schwer einzuschätzen. Einige Dinge macht das Spiel im Gegensatz zu seiner Konkurrenz definitiv besser. Besonders die App ist ein großes Plus! Dennoch sollten vor allem Neulinge im Escape-Genre hier aufpassen, ob dieses Spiel wirklich für sie geeignet ist, da die Rätsel zum großen Teil nicht auf diese Spielgruppe zugeschnitten sind. LOW MEMORY ist damit ein Rätselspiel, das trotz seiner vielen Probleme Fans finden könnte, aber hinter einigen anderen Vertretern des Genres zurückbleibt.

 

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Tags: TSD20, Escape Room, Storytelling, 1-4 Spieler, Kooperativ, Solospiel

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