SPIEL’21 | Fazit

SPIEL’21 | Fazit

Die SPIEL’21 ist nun vorbei und wir waren einige Zeit Teil der Messe. Wir sprachen mit vielen ausstellenden Verlagen und natürlich auch mit Domenique Metzler, der Chefin der SPIEL. Dieses Jahr war besonders, war herausfordernd und war dann doch in wichtigen Dingen so wie immer und bedeutsamer als jemals zuvor!

Auf der SPIEL‘21 war es deutlich leerer als in 2019, aber doch auch voller als gedacht. Gemäß den offiziellen Informationen sind fast 50% der Besucherzahlen vom Rekordjahr 2019 erreicht worden. Mit 620 Ausstellern waren wesentlich weniger Stände vor Ort als 2019, aber es gab trotzdem viel zu sehen. Zudem gab es viel zu kaufen, vieles aber auch nicht.

 

Keine Mühe gescheut

Klar ist, dass die SPIEL in Essen eine Einkauf-Messe war und ist. Aus meiner Sicht hat die Messe aber ihren Zauber schon immer daraus gewonnen, dass es eine bunte Mischung aus Kommerz und Idealismus darstellt. Egal ob es das Personal an den Ständen ist, das  viele anstrengende Tage auf sich nimmt, oder ob es die kleinen Verlage sind, die versuchen ihre größten Träume zu realisieren. Viele Verlagsinhaber nehmen sich zum Teil lange Zeit um Menschen ihre Spiele vorzustellen und beraten beim Verkaufen persönlich. Insgesamt ist die Branche immer noch eine sehr freundliche im Miteinander.

 

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Nomalität tut gut

Das zeigte sich auf der SPIEL`21 erneut, obwohl oder weil sie nun mal in einer besonderen Situation stattfand. Alle Menschen hielten sich an die 3G Regeln und zelebrierten friedlich ein großartiges Brettspiel-Event. Es ist bemerkenswert, wie schnell auf einmal wieder so etwas wie Normalität Einzug in unser Leben hält. Nachdem wir noch vor 12 Monaten allein oder in kleinsten Gruppen vor dem Bildschirm saßen um die SPIEL.digital zu verfolgen ist es nun wieder möglich, Events mit vielen tausend Menschen aus vielen Nationen zu veranstalten.

 

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Natürlich ist eine digitale Form niedrigschwelliger und internationaler als jede andere Form der Darreichung, aber welche Branche als die der Brett- und Kartenspiele könnte eindeutiger zeigen, dass analoge Veranstaltungen eben nicht dazu geeignet sind sie digital zu ersetzen. Der Sinn und Zweck von analogen Spielen ist es sie analog zu spielen, nur dann entfalten sie ihre ganze Wirkung und Stärke.

 

Kleiner und lokaler aber auch international

Wer die SPIEL der letzten Jahre besucht hat wird natürlich feststellen, dass die Hallen alle in der Größe bei weitem nicht voll ausgenutzt wurden und die Halle 4 komplett zu blieb. Die Anzahl der Aussteller und Neuheiten ist deutlich geringer als 2019, und die Anzahl der tatsächlich verfügbareren Neuheiten fiel noch einmal geringer aus. Dass einzelne Titel bereits am ersten Tag ausverkauft sind ist nichts Neues, aber dass es so viele Neuheiten dieses Jahr nicht zur SPIEL’21 geschafft haben, zeigt die aktuellen Lieferengpässe an jeder Ecke. Wir haben mit mehreren Verlagen gesprochen, deren Spiele in Lagern liegen und die verzweifelt nach einem Transportmittel aus Asien suchen oder auf einen fernen Drucktermin in Europa warten.

 

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Kommunikation... wie bitte?

Etwas anstrengender war es Regeln bei Erklärungen zu verstehen, denn die Masken stören die Kommunikation in lauten Hallen doch deutlich. Zudem macht es ein Unterschied, wenn mitspielende Personen alle eine Maske tragen - auch das beeinträchtigt das Spielerlebnis. Trotzdem waren die Spieltische meist gut besetzt und alle machten dabei meistens einen zufriedenen Eindruck. 

Das galt auch für die normalen Gespräche innerhalb der Halle mit Maske. Aber nach dem Motto: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, klappte es am Ende meistens doch!

 

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Die Emotionen

Am wichtigsten ist aber hervorzuheben, dass solch ein Event wieder stattfinden kann. Das Gefühl, mit so vielen Menschen, die das gleiche Interesse mit mir teilen, dieses Event zu feiern und zu erleben, lässt mich dankbar zurück. Es war mutig und riskant eine Messe im Herbst zu planen. Das gilt für den Veranstalter ebenso wie für die zahlreichen Verlage, die mit ihren Messeständen und Planungen voll ins Risiko gegangen sind und auf Hoffnung gesetzt haben. Auch hier zeigt sich ein Stück weit der Idealismus der Branche, denn Wachstum hatten die Verlage auch ohne Messe im zurückliegenden Jahr.

 

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Als wir mit Frau Metzler, der Chefin der SPIEL, über das Thema sprachen, zeigte auch sie sich deutlich gerührt ob der Reaktionen vieler Menschen, die ihrer Dankbarkeit darüber Ausdruck gaben, dass alles stattfinden konnte und dass der Veranstalter sich trotz aller Widrigkeiten immer für die Veranstaltung eingesetzt hat.

 

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Dass es ein dermaßen großes Ereignis werden würde war laut Frau Metzler lange nicht klar. Viele Besucherinnen und Besucher entschieden sich dieses Jahr erst kurz vor der Veranstaltung für den Besuch. Frau Metzler vermutet, dass der Grund für dieses abwartende Verhalten die aktuelle Situationslage ist.

Richtig rührend fand sie, dass sich so viele Menschen versammeln und achtsam miteinander umgehen können. Das Tragen einer Maske innerhalb der Gebäude war Pflicht und dies wurde eingehalten ohne dass größere Einsätze des Wachpersonal notwendig wurden. Hier war deutlich zu sehen, dass alle daran interessiert waren, dass solch ein Event endlich wieder stattfinden konnte.

 

Das Fazit

Lange angekündigt, komme ich nun endlich zum Schlusswort. Die Spiel 2021 war klar anders als viele Messen zuvor. Sie war kleiner, weniger international und teilweise geprägt  von Lieferengpässen. Trotzdem hat mich die Veranstaltung innerlich bewegt. So viele einstmals vertraute Menschen wieder zu treffen und zu sehen, dass es ihnen gut geht. Neue Menschen kennen lernen. Die Achtsamkeit aufeinander zu erleben, aber auch das gute Gefühl, sein Hobby mit so vielen anderen Menschen teilen zu können. So gab es viele positive Erlebnisse und den Willen, aus allem das Beste zu machen. Unter diesen Vorzeichen freue ich mich schon sehr auf das Jahr 2022. Die nächste SPIEL wird sicherlich wieder eine schöne und bunte Veranstaltung werden.

Bliebt bis dahin gesund und verspielt, wir sehen uns!

PS: Die wunderbaren Bilder stammen wieder von Peter Bauer

 

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