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Test: Agra – Eine Reise nach Indien im Jahr 1572

Geschrieben von Daniel Krause.

Test: Agra – Eine Reise nach Indien im Jahr 1572

Das Spiel „Agra“ ist im Jahr 2017 beim Verlag Quined Games erschienen. Es stammt vom Autoren Mike Keller und wurde nahezu perfekt von Michael Menzel in Szene gesetzt. Das Spielfeld ist ausladend groß, der Aufsteller ein Novum und nahezu sämtliche Spielteile sind aus Holz gefertigt. Was das Spiel auf dem Spieltisch bringt, wollen wir in diesem Artikel klären.

Darum geht es im Spiel

„Agra“ ist im Jahr 1572 in Indien platziert. In diesem Jahr wurde Akbar der Große 30 Jahre alt, er war der dritte Herrscher über Indiens Mughal-Dynastie. Mit der Führung von seinem Regenten, Bairam-Khan, hat Akbar Indiens Mughal-Bereiche ausgeweitet.

Mit Hilfe seiner starken Persönlichkeit und Fähigkeit als General hat Akbar sein Imperium vergrößert, um beinahe den ganzen indischen Subkontinent nördlich vom Godavari River einzuschließen: seine Präsenz erstreckt sich über das ganze Land aufgrund der militärischen, politischen, kulturellen und ökonomischen Dominanz. Um den gewaltigen Mughal-Staat zu vereinen, hat Akbar ein zentralisiertes System der Verwaltung eingeführt: besiegte Herrscher werden durch Heirat und Diplomatie besänftigt.

Test: Agra – Eine Reise nach Indien im Jahr 1572, Brettspiel

Nun steht Akbars Geburtstag an und Gesandte bereisen das gesamte Land. Als ein ehrgeiziger Grundbesitzer können die Spieler diese Chance nicht auslassen; die Feiern sind eine gute Gelegenheit, damit sich ihr Ansehen und Reichtum erhöht. Auf Ihrem Land in Agra kultivieren und ernten sie Baumwolle und/oder Kurkuma. Sie besitzen einen Wald, von dem die Spieler sowohl Holz als auch einen kleinen, aber sehr profitablen Sandsteinsteinbruch fördern. Durch das Handeln und das Verarbeiten Ihrer Waren können Sie mehr luxuriöse Waren beziehen, die Sie dann verwenden, um prominenter zu werden. Natürlich haben die Rivalen denselben Plan… ein Wettstreit beginnt.

Spielaufbau

Dieses Spiel bietet zum einen eine riesigen Spielplan, einen kaiserlichen Spielplan und noch einen Hofplan pro Spieler. Das kann schon einmal enge auf kleinen Tischen werden. Jeder Spieler erhält einen Beutel mit Spielmaterial, dass auf dem Hofplan ausgebreitet wird. Anschließend wandern zwei Rupien in den Beutel als Startkapital. Die restlichen Rupien bilden einen Vorratshaufen neben dem Spielplan. Nun werden auf dem Spielfeld Baubonus-, Baustellen-, Auftragslimit- und Preisplättchen auf dem Spielplan ausgelegt. Die Position des Kaufmannes und des Baumeisters wird ausgewürfelt, das Boot wird an erster Stelle im Fluss abgestellt. Auf dem Kaiserlichen Spielplan wird ebenfalls der die Startposition der Gilden ausgewürfelt. Nun noch den Startspieler bestimmen und Meditationsmarker auf das Spielfeld legen und das Spiel kann starten.

Test: Agra – Eine Reise nach Indien im Jahr 1572, Brettspiel

Spielablauf

Jeder Spieler hat in seinem Zug genau drei Phasen, die er nutzen kann. Es gibt die Meditationsphase (freiwillig), die Aktionsphase (Pflicht) und die Auftragsphase (freiwillig). Es gibt drei Spielende Bedingungen, die zur Schlusswertung führen. Am Spielende zählen die im Spiel gesammelten Rupien. Das bringt Siegpunkte.

Meditationsphase

Hier können Meditationspunkte erreicht werden, indem Arbeiter links neben dem eigenen Spielplan hingelegt werden. Es gilt immer die links vom Meditationsmarker befindliche Zahl, die aufaddiert wird. Es kann bei dieser freiwilligen Phase auch die Meditation genutzt werden, um über den Meditationskreis Aktionen auszuführen. Damit kann der Spieler Waren handeln, Waren liefern, Waren verarbeiten. Ein Abdeckplättchen entfernen oder einen Bauern bewegen.

Test: Agra – Eine Reise nach Indien im Jahr 1572, Brettspiel

Aktionsphase

Diese Phase ist Pflicht. Dabei wird ein Arbeiter auf ein Aktionsfeld, also einem Hauptcharakter, einem Produktionsfeld oder einem Verarbeitungsgebäude platziert. Nun können Waren entsprechend des eigenen Hofplans erzeugt werden oder sie werden weiter entwickelt. In dieser Phase kann man wie im Worker Placement Spielen üblich Kontakt zu anderen Spielern aufnehmen und teilweise können sie von den eigenen Aktionen partizipieren.

Test: Agra – Eine Reise nach Indien im Jahr 1572, Brettspiel

Auftragsphase

Auch diese Phase ist optional. Wer dem Kaiser dienen oder einen Auftrag erfüllen will, kann dies optional machen.

Test: Agra – Eine Reise nach Indien im Jahr 1572, Brettspiel

Fazit

Das Spielmaterial ist gemessen am Verkaufspreis ausgesprochen hochwertig und gut. Es wurde von einem Profi gestaltet und das merkt man dem Spiel an jeder Ecke an. Alleine durch die tolle Optik und Qualität, kommt viel Stimmung beim Spielen auf.

Schade, dass durch die Anleitung Potential verschenkt wurde. Das Spiel als solches ist gar nicht so kompliziert, wie es im ersten Moment erscheint. Doch das zu verstehen wird durch die unlogische Logik der Anleitung erschwert. Diese Hürde zu meistern lohnt sich aber durchaus.

Tatsächlich macht Agra Spaß und ist auf dem Tisch äußerst präsent. Wer das Spiel schon auf dem Radar hatte, sollte es sich – wenn möglich – erst einmal in Ruhe anschauen. Im besten Fall kennt man jemanden, der einem die Regeln erklären kann. Dann ist der Einstieg wesentlich leichter.

Wer schon immer ein historisches Brettspiel mit dem Thema Indien sein Eigen nennen wollte und sich nicht von umständlichen Anleitungen abschrecken lässt, kann ohne weiteres zugreifen, Das Spiel funktioniert gut und geht nach einer Weile schnell von der Hand.

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Bilder zum Spiel

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