
Kinderspiel-Test | Franky
Euer Auftrag im Unterrichtsfach „Kreaturen“: Erstelle Frankensteins Monster. Ihr bekommt Auftragskarten und passende Körperteile von der Schule der Magie bereitgestellt. Aber Vorsicht: Nur im korrekten Muster und mit einem einzigen Faden vernäht, wirkt der Zauber!
Das Spiel wurde uns kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf die Bewertung hat dies keinen Einfluss!
Auftragskarten umdrehen, Körperteile sammeln und los geht´s!
Im Geschicklichkeits-Spiel „Franky“ nähen die Kinder nach festen Vorgaben bestimmte Körperteile zusammen. Die auf den Auftragskarten abgebildeten Nähmuster müssen zum Schluss von oben sichtbar sein. Dabei muss ein einziger Faden vernäht und darf höchstens dreimal durch dasselbe Loch geführt werden. In den Startpartien darf dieser Wert auf viermal erhöht werden.
Die Auftragskarten können individuell pro Spieler in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen verteilt werden. Dabei unterscheiden sich diese in Anzahl der „Stiche“ und in der Komplexität deren Anordnung.
Nun nähen alle Kinder zeitgleich ihre Monster. Wer zuerst alle Körperteile vernäht hat, muss laut „Es lebt!“ rufen. Wird in der anschließenden Überprüfung ein Fehler gefunden, muss dieser behoben werden und das Spiel läuft normal weiter. Verlaufen alle Nähte korrekt, hat dieses Kind das Spiel gewonnen.
„Franky“ ist ein sehr originelles Geschicklichkeits-Spiel. Das Spielprinzip klingt hierbei für alle Kinder erst einmal simpel. Die Durchführung gestaltet sich gerade für Unerfahrene dann jedoch zunächst sehr schwierig. Kinder mit einer Affinität zum Nähen und solche die Vorerfahrung zum Nähen haben, werden sich hier schnell zurechtfinden.
Die sehr deutlich spürbaren Unterschiede der Schwierigkeitsgrade lassen ein gutes Maß an Balance zwischen den Kindern zu. Hinzu kommt, dass jedes einzelne Körperteil in einem der drei Level individuell auswählbar ist.
Während ich als absoluter „Näh-Muffel“ bereits auf der leichten Stufe gegen geübte Grundschulkinder ins Schwitzen komme, dürften selbst die besten Kinder an den komplexen Aufträgen zu knabbern haben. Auch wenn die Mechanik des Spiels sich auf das reine Nähen beschränkt, so üben die unterschiedlichen Schwierigkeiten ohne Frage einen gewissen Reiz aus.
Durch das immer wieder neue Kombinieren unterschiedlicher Auftragskarten pro Körperteil ist eine große Varianz gegeben. Dennoch fühlte es sich nach mehrmaligem Spielen schnell sehr repetitiv an und einige Kinder waren bereits nach dem ersten Spielen nicht mehr interessiert.
Einzig die kurze Spieldauer konnte manche von einem weiteren Durchgang überzeugen. Einschränkend hierzu muss allerdings der „Abbau“ nach dem Spielen erwähnt werden. Das Ausfädeln der Schnüre kann je nach Fortschritt und gewähltem Schwierigkeitsgrad einige Minuten in Anspruch nehmen.
Der für manche Kinder niedrige Wiederspielreiz liegt nicht etwa daran, dass das Spiel nicht funktionieren würde - alles passt hier gut zusammen - es ist die hohe Einstiegshürde, die ohne Näh-Erfahrung, die vielen Kindern ein wenig den Spaß nimmt.
Die Zielgruppe des Spiels würde ich als sehr begrenzt beschreiben. Den Kindern im Grundschulalter, die eine große Freude am Nähen haben, wird dieses Spiel viel Spaß bereiten. Bei allen anderen verflog der Reiz in unseren Testrunden dann doch recht schnell.
Mit vier Jahren ist das Startalter für mich hier deutlich zu niedrig angegeben. Selbst auf der leichten Stufe erfordert der Start gute Fingerfertigkeiten und eine Hand, welche groß genug ist, um den Faden beim Nähen der ersten Stiche festzuhalten. Das eigenständige Spielen ist hier meiner Meinung nach ab frühestens sechs Jahren gegeben.
Abschließend sollten alle Eltern von nähbegeisterten Kindern hier ruhig einen genauen Blick riskieren. Hier könnte das Spiel ein Volltreffer sein. Auch zum Training der Feinmotorik kann es wunderbar eingesetzt werden.
Für alle anderen Zielgruppen dürfte der Wiederspielreiz und die Spielfreude etwas zu kurz kommen.
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Bilder zum Spiel
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Tags: Kinderspiel, Geschicklichkeit, Familienspiel, Solospiel