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TEST // PALEO

TEST // PALEO - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel

PALEO war für mich keines dieser Spiele, das mich gleich bei der ersten Vorstellung gefangen hat. Mein Ersteindruck war, dass es ein ähnliches Survival-Optimierungs-Spiel wie ROBINSON CRUSOE ist, welches bei mir zu viele Frustmomente hervorgerufen hat. Trotz seiner nicht zu leugnenden Klasse musste Robinson sich daher bei uns wieder verabschieden und sein Glück, oder in diesem Fall vielleicht eher Unglück, an einem anderen Ort suchen. Viele positive Berichte in den sozialen Medien zu PALEO und der ausdrückliche Wille, meinen lokalen Händler in Corona-Zeiten ausreichend zu unterstützen, haben mich das Spiel dann doch noch kaufen lassen.

Nach dem Regelstudium, das schnell erledigt war, verlief die erste Runde des Spiels bereits ziemlich rund. Es gab zwar kleinere Fragen, im Grunde war das Ablaufprinzip aber schnell verstanden. Leider war das erste Spiel auch ungefähr genauso schnell verloren. Und die zweite Partie ebenfalls. Doch im Gegensatz zu ROBINSON CRUSOE hatte ich bei PALEO nie das Gefühl, dass ich auf Grund von zufälligen Wetterbedingungen oder Zufallskarten vor unlösbare Aufgaben gestellt wurde. Nein, ich wusste nach jeder Partie ein wenig mehr, worauf es bei den Modulen ankam. Ich lernte mit jeder Partie, welche Karten sich im Deck befinden. Ich konnte immer mehr Einschätzen, welche Gefahren lauern und welche Kartenwahl mit welcher Gruppe die besseren Chancen auf Erfolg bieten. Ich bekam ein Gefühl dafür, welche Fähigkeiten dringend benötigt werden und welches Werkzeug den größten Nutzen bringt.

Und dies ist für mich dann auch die große Stärke von PALEO. Das Spiel ordnet sich für mich zwar in eine ähnliche Gruppe wie ROBINSON CRUSOE ein, vom Spielgefühl und der Steuerung der Ereignisse gefällt es mir aber deutlich besser, da es fairer ist. Nachdem ich den Mechanismus verstanden hatte und mir klar war, welche neuen Karten durch die Module ins Spiel kommen, war das Abwägen von Chancen und Gefahren deutlich machbarer. Was mir allerdings nicht ganz gefällt, ist der Glücksfaktor über das Auswürfeln von benötigten Ressourcen. Dies haben wir für uns dadurch gelöst, dass wir beim Auswürfeln der benötigten Ressourcen beide Würfel werfen und nur ein Würfel bezahlt werden muss. Werden beide Würfel gewürfelt, dürfen beide Würfel noch einmal neu gewürfelt werden. Das ist aber alles, was für mich ein bisschen zu sehr nach Zufall geht. Der Rest ist für mich eine fesselnde Mechanik.

Es stellt für mich kein Problem dar, dass die ersten 1-2 Partien bei neuen Modulen in der Regel zunächst zum Kennenlernen der neuen Karten benötigt werden und oft krachend verloren gehen. Mit jeder neuen Partie wird der Aufbau des eigenen Stammes an die Anforderungen der Module angepasst und die Auswahl der Karten fällt in jeder Runde ein wenig leichter, da ungefähr bekannt ist, wie hoch die Gefahr bei welcher Kartenart ist. Das Spiel ist allerdings alles andere als vorhersehbar, da jede Kartenart auch ihre ganz persönlichen Gefahren bereithält. Der größte Glücksfaktor bleibt das Ziehen der eigenen Gruppe zu Beginn. Wer im Spiel zu zweit mit 2 Wächtern und 2 Suchern beginnen muss, wird wahrscheinlich anders agieren müssen als eine Gruppe mit 2 Kriegern, 1 Handwerker und 1 Sucher. Doch mit den passenden Ressourcen lassen sich fehlende Fähigkeiten durch Werkzeuge ergänzen und die Gruppe kann (und muss) erweitert werden. Die Aufgaben zum Ende einer Runde sind in der Regel zu lösen und irgendwann ist der Stamm so weit ausgebaut, dass man All-In gehen kann und nur noch auf die fehlenden Höhlenmalereistücke geht, während die Ziele zum Ende des Tages vollkommen außer Acht gelassen werden können.

Durch den modularen Aufbau von PALEO kann der Schwierigkeitsgrad gut auf die Spielenden abgestimmt werden. Durch das offene Spielen der Karten und die offene Auswahl des Kartentyps können auch jüngere oder weniger erfahrene Spieler:innen auf die Reise in die Steinzeit mitgenommen werden, wenn erfahreneren Spieler:innen ihnen beratend zur Seite stehen. Meine anfänglichen Bedenken bei PALEO sind in der Nachbetrachtung somit unbegründet gewesen. Es gehört für mich nach dem Durchspielen der Module zu den großen Neuveröffentlichungen im Jahr 2021. Mit seiner leicht zu verstehenden Mechanik hat es mich schon viele Stunden gefesselt und für großen Spielspaß gesorgt. Und wenn ich zusätzlich noch etwas fürs Leben gelernt habe, dann dass die Jagd auf Mammutnachwuchs zum Überleben des eigenen Stammes gut überlegt sein will!

 

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