TEST // Der Vetternkrieg

TEST // Der Vetternkrieg

Wer schon einmal Bücher von Rebecca Gablé rund um die Waringham Saga gelesen hat, der wird mit dem sehr blutigen englischen Krieg, der zwischen 1455 und 1485 auf der Insel tobte, vertraut sein. Nun findet dieses Epos seinen Weg auf die Spieltische in Deutschland in einer kleinen Schachtel, die perfekt für Reisen geeignet ist.

Das Spiel richtet sich an zwei Spieler und ist bei Frosted Games erschienen. Erfahren Sie hier, warum es sich lohnt das Spiel zu spielen.

Der Spielaufbau geht schnell von der Hand. Der kleine Spielplan wird ausgelegt, die roten, blauen und weißen Holzklötzchen getrennt und die Würfel parat gelegt. Die Aktions-Karten werden gemischt wer mag, kann die kleine Erweiterung „Wendungen“ gleich noch dazu packen. Der Rundenanzeiger wird noch auf das Spielfeld gelegt, jedes der drei Landabschnitte erhalten einen roten und einen weißen Stein und unter dem Spielplan findet die Spielhilfe ihren Platz, das Spiel kann starten.

Test // Der Vetternkrieg von David J. Mortimer

So funktioniert das Spiel

Der Spielablauf ist denkbar einfach. Die Spieler ziehen jeweils 6 Aktions-Karten und wählen eine davon aus. Diese wird dem Mitspieler gegeben und umgekehrt. Die Karten haben zwei Typen. Einmal Schlachtfeld-Karten und zum anderen Ereigniskarten. Wenn vorhanden wählen beide Spieler eine Schlachtfeld-Karte und entscheidend ist das Jahr der Schlacht. Welche Schlacht früher stattfand, wird ausgewählt, die andere abgeworfen. Nun werden vier weitere Karten pro Spieler abwechselnd gespielt und dann ausgewertet.

Test // Der Vetternkrieg von David J. Mortimer

Es gibt Hauptereignisse, Nebenereignisse als auch Befehlspunkte auf den Karten. Diese können investiert werden um neue Truppen in die Reserve zu bringen, Truppen aus der Reserve in die Schlacht zu entsenden, Truppen des Mitspielers zu entfernen oder Truppen zu platzieren. Die Ereignisse werden durch definierte Parameter ausgelöst.

Nun kann die Schlacht beginnen, Der Spieler, der mehr Truppen in die Schlacht geführt hat, ist der Angreifer. Bei Gleichstand ist es derjenige, der die aktuelle Schlachtkarte gespielt hat. Der Angreifer, würfelt hinter seiner Hand und muss das Ergebnis versteckt halten und sagt das Ergebnis an. Glaubt der Gegenspieler das angesagt Ergebnis, wird dieses angesagte Ergebnis als richtig angenommen. Zweifelt der Gegner das Ergebnis an, wird aufgedeckt. Ist das Ergebnis wie angesagt, muss der Gegner eine Truppe vom Schlachtfeld entfernen und dann wir das Ergebnis gewertet. Hat der Spieler gelogen, muss dieser seinerseits entweder mit Befehlspunkten nachbessern und die Würfel abändern um das angesagte Ergebnis zu erreichen, oder eine eigene Truppe vom Schlachtfeld entfernen.

Test // Der Vetternkrieg von David J. Mortimer

Bei dem Würfelergebnis gilt: Ein Drilling ist stärker als ein Paar und ein einzelner Würfel. Ein Drilling entfernt zum Beispiel drei Armeen auf einmal.

Nach der Schlacht darf der Gewinner, seine verbliebenen Truppen in die Reserve, die Region oder angrenzend platzieren. Die Schlachten toben so lange, bis ein Spieler die Oberhand in ganz England erreichen kann.

Der Vetternkrieg spricht mich persönlich an, denn ich mag Spiele für zwei. Sie haben in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung weg vom „das kann man auch zu zweit spielen“ hin zum „das kann man nur zu zweit spielen und das ist gut so“ entwickelt. Gerade Spiele mit Krieg als Szenario sind dafür prädestiniert. Hier können sich zwei Anführer duellieren und versuchen die Oberhand zu gewinnen.

Dieses Gefühl zu vermitteln gelingt dem „Vetternkrieg“ ausgesprochen gut. Das liegt vor allem an dem Kniff, Bluff-Elemente in das Spiel einfließen zu lassen. Hier kann mit einem geschickten Täuschen aus einem schlechten Wurf etwas Gutes gemacht werden. Es wird mehr zwischenmenschliches Geschick gefordert, anstatt von roher Strategie. Durch die Würfel und die zufällig gezogenen Karten ist der Strategie-Aspekt etwas zurückgenommen. Vielmehr gilt es auch aus der schlechtesten Hand das beste rauszuholen, den Gegner richtig einzuschätzen. Das motiviert auch über eine Patrtie hinaus, zumal sich diese schön schnell spielen.

Das Spielmaterial ist minimalistisch gehalten, was dem Spielumgfang vollkommen gerecht wird. So ist es preislich als auch größentechnisch perfekt geeignet, als kleiner Reisebegleiter für die nächsten Urlaube. Ein klarer Geheimtipp!

Test - Bewertung Wertung// Der Vetternkrieg von David J. Mortimer

Bilder vom Spiel

Tags: Strategie, 2 Spieler, Bluffen, Würfelspiel, Mittelalter

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