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Brettspiel - Magazin

Am 28.5.2018 ist wieder der Weltspieltag

Geschrieben von Daniel Krause.

Am 28.5.2018 ist wieder der Weltspieltag

Der Weltspieltag wurde 1999 auf der 8. Konferenz der International Toy Library Association (ITLA) in Tokio initiiert. 2006 stiegen dann auch die deutschen Ludotheken ein und unterstützen seitdem diesen Tag. Der Tag richtet sich an Kinder, die darin gefördert werden sollen spielerisch die Welt zu entdecken.

Laut „Bündnis Recht auf Spiel“ liegt der Fokus vor allem auf dem Spielen in den Straßen und Parks der Städte. Kinder soll wieder ermutigt und ermöglicht werden draußen zu spielen. Das ist etwas, was analoge Spieler in der Regel noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen und schätzen. Nach der Schule wurde der Ranzen in die Ecke geworfen, eventuell die Pflicht der Hausaufgaben erledigt und dann ab nach draußen auf die Straße zum Spielen mit den Kindern aus der Nachbarschaft.

Heute sieht das anders aus. Die sozialen Verhältnisse haben sich verschoben. Der Klassiker „Mutter am Herd und Vater arbeitet“ ist in der Regel in der Gegenwart eher die Ausnahme. Frauen gehen ganz normal arbeiten, denn dank Offener Ganztagsschulen und Ganztagsschulen ist dies möglich, aber auch finanziell nötig. Die Kinder kommen dann spät nach Hause und die Zeit zu Hause mit der Kernfamilie wird geringer. Kinder nutzen heute ihre Handys und Tablets, wie sie es in der Regel von uns vorgemacht bekommen – sehr oft. Zeit zum Spielen in der realen Welt schwindet. Deswegen ist die Initiative von „Bündnis Recht auf Spiel“ gut und wichtig.

Doch leider bleibt dabei das Gesellschaftsspiel bei diesem Ansinnen auf der Strecke. Wer gerne als erwachsener Mensch Gesellschaftsspiele spielt, und die Zahl derer ist laut galoppierender Verkaufszahlen der Verlage stetig wachsend, wird seinen Kinder vermutlich auch das Spielen nahebringen. Gescheite Spiele gibt es mittlerweile zahlreiche und einige Verlage geben sich besonders viel Mühe für Kinder Spiele zu produzieren. Auch dieser Aspekt sollte Eltern nahegebracht werden, denn Spiele fördern Kindern in vielerlei Hinsicht. Gerade analoge Spiele vermitteln Kompetenzen, wie das Einhalten von Regeln, Frustration auszuhalten, Mitmenschen einzuschätzen oder Denkvermögen. Es hilft zudem zu vermitteln, dass Spielen nicht nur digital mit Apps möglich ist, sondern auch am Tisch mit realen Menschen.

International sind die Anforderungen natürlich von Land zu Land unterschiedlich. Thomas Zumbühl, Internationaler Produktmanager für Kleinkind-Vorschule und Spiele bei Ravensburger, kennt die Vorlieben.

Andere Länder, andere Sitten – gilt das auch für die Kultur des Spielens?

Im Massenmarkt gibt es keine großen Unterschiede. Unter den gefragtesten Familienspielen ist beispielsweise „Das verrückte Labyrinth“ überall vertreten. Es sind immer dieselben Spiele, die in allen Ländern beliebt sind und dort unter die Top 5 kommen.

Und wenn wir die Top 5 verlassen und den gesamten Markt unter die Lupe nehmen, welche kulturellen Unterschiede zwischen den Ländern fallen dann auf?

In Deutschland sind etwa Strategiespiele ein ganz großes Thema. Spiele, die eine Dauer von über einer Stunde haben und Spielregeln mit mehr als sechs Seiten. Da ist Deutschland führend.

In Skandinavien sind die Winternächte lang. Sind Strategiespiele mit langer Spieldauer dort auch populär?

Die Begeisterung für Strategiespiele ist dort eher verhalten. Aber in Skandinavien fällt auf, dass Produkte zu Buchlizenzen sehr beliebt sind, übrigens ebenso in Deutschland. Bei uns punkten „Der kleine Drache Kokosnuss“, „Der kleine Maulwurf“ oder die Kindersachbuchreihe "Wieso? Weshalb? Warum?" von Ravensburger. In Skandinavien dominiert Pippi Langstrumpf.

Spielen Südeuropäer auch so viel?

In Südeuropa sind Kinderspiele weit verbreitet, reine Erwachsenenspiele gibt es nur wenige. In Italien und Spanien haben zudem Spiele, die auf TV-Shows basieren, einen ganz großen Anteil.

In westeuropäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Holland oder Belgien wird das Spiel als Unterstützung in der Entwicklung des Kindes gesehen. Die Franzosen haben außerdem ein Faible für Quiz-Spiele. Eine Besonderheit, die es in Frankreich gibt: Ein Familienquiz nicht nur mit jeweils einer Frage, sondern einer für Erwachsene und einer für Kinder, so dass man chancengleich gemeinsam spielen kann. In Frankreich ist übrigens auch der Anteil an abstrakten Spielen höher, also Spiele, die nicht thematisch unterlegt sind.

Quizspiele sind doch auch in England sehr beliebt?

Ja das stimmt, aber in England bezieht sich das mehr auf TV-Gameshows. Im anglo-amerikanischen Raum sind Lizenzen etwa von Disney und Co stärker vertreten als anderswo. Sehr beliebt sind dort auch sogenannte Fun Games, haptische Spiele, bei denen auch mal jemand einen nassen Schwamm ins Gesicht bekommt. Das ist typisch für Großbritannien und die USA.

Erleben derzeit nicht auch Strategiespiele einen Aufschwung in den USA?

Da ist in den USA ein neuer Markt entstanden, aber es ist nicht der Massenmarkt, sondern eher was für eingefleischte Spieler. Was dennoch auffällt: Die Leute wollen bewusst offline sein. Sie wollen zusammenkommen, Spaß und Freude in den Gesichtern der Mitspieler sehen. Sie nutzen das Spiel als eine Brücke zur Kommunikation.

Fazit

Spielen in jeder Form ist richtig und wichtig. Durch die Digitalisierung unserer Welt ist es so wichtig wie nie zu vor Kindern Alternativen zu bieten. Das Toben und Laufen in der realen Welt ist so wichtig wie noch nie. Genau so wichtig ist das Spielen von anderen analogen Spielen. Gesellschaftsspiele sind eine perfekte Möglichkeit Eltern und Kinder spielerisch zu verbinden. Das ist eine enorm wichtige Erfahrung von Aufmerksamkeit für Kinder, gerade, wenn die tatsächlich intensive Zeit von Eltern und Kindern so gering an den Tagen hat.

Quelle Pressemeldung Ravensburger und
Quelle

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