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Colt Express - Spieletest

Geschrieben von Daniel Krause.

Bewertung: 5 / 5

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Colt Express - Spieletest

Coltexpress, das Spiel des Jahrs im Test: Cowboy Stiefel an, 6 Patronen in den Revolver, den Sattel aufs Pferd und auf geht’s zum Eisenbahngleis ,wo der 16:32 aus Santa Fe reiche Beute verspricht. Bei Colt Express schlüpfen die Spieler in die Rolle von Banditen die möglichst gewinnbringend den Colt Express ausrauben wollen. Bis zu 6 zwielichtige Gestalten dürfen sich dazu um den Tisch versammeln.

 

Auf diesem wird der Zug sehr schön in 3D gestaltet aufgebaut und entlang Vorgabe mit den Beutestücken gefüllt. Die Spieler bekommen einen Charakter mit einer Sonderfähigkeit zugewiesen, das zugehörige Tableau und eine Handvoll Karten, von denen 6 auf die Hand genommen werden. Gespielt werden 5 Fahrtstrecken jeweils bestehend aus einer unterschiedlichen Anzahl Runden. Pro Runde haben die Spieler die Möglichkeit entweder 3 weitere Karten au die Hand zu nehmen oder eine Karte auf den gemeinsamen Stapel abzuspielen. Die Karten geben dabei die Aktion der Cowboyfigur auf dem Zug vor. Nach vorne oder hinten rennen, auf das Dach oder in den Waggon klettern, Beutestücke aufnehmen, schießen, einen Hieb austeilen oder den Marschall bewegen, der zu Beginn des Spieles noch in der Lok verweilt. Die Cowboys starten am Zugende. Die Aktionen werden jedoch erst am Ende des Durchgangs reihum gespielt und nicht zeitgleich mit Ablegen der Karte.

Obwohl viel geschossen und auch mal ein Fausthieb ausgeteilt wird, braucht sich kein Cowboy darum zu sorgen aus dem Spiel auszuscheiden. Man sammelt bei Schusswunden Patronenkarten der Mitspieler, die die eigene Kartenhand verschlechtern, bei einem Hieb verliert man ein Beutestück.

Die Fahrtstreckenkarten lösen am Ende der Runde noch ein besonderes Ereignis aus, z.Bsp. müssen wegen einer Vollbremsung des Zuges alle Cowboys auf dem Dach einen Waggon nach vorne bewegt werden. Am Ende der 5 Runden werden die Beutestücke (Geldsäcke, Diamanten, Geldkoffer ) in Bares gewandelt und alle Revolverhelden die es geschafft haben ihren Revolver leerzuschießen bekommen noch einen gehörigen Bonus.

Colt Express spielt sich recht flüssig, da man in allen Phasen des Spiels sehr stark in die Geschehnisse involviert wird. Der eigene Zug will gut durchdacht sein, da lohnt auch der Blick auf die Karten die die Gegner auslegen. Zwar weiß man nicht wohin er rennt wenn er diese Karte auslegt, aber man spekuliert mit und passt seine Pläne darauf an um schneller beim entsprechenden Beutestück zu sein. Oder man entscheidet sich doch nochmal um und bewegt den Marschall und durchkreuzt die Pläne aller. In der Ausführungsphase kann man sich dann immer nochmal umentscheiden, wie man seine gewählte Aktion ausführen wird. Nicht ob man sie ausführt, ebenso ist die Art der Aktion auch nicht mehr korrigierbar. Bei 6 Spielern wird es jedoch etwas unübersichtlich da man nicht alle Züge der Mitspieler vorausahnen kann und es so auch mal vorkommt, dass man dem Marschall in die Arme rennt oder der Waggon schon leergeräumt wurde. Die unterschiedlichen Wertigkeiten der Beutestücke machen ein gezieltes Taktieren mit Strategien ebenfalls schwer umsetzbar.

Reizvoller wird Colt Express in der Profi Variante wo die Kartenhand stärker blockiert werden kann und der eigene Kartenstapel zuerst zu Ende gespielt wird ehe man neue Karten auf die Hand nimmt. Dadurch wird das Spiel schwerer, aber nicht strategischer oder taktischer.

Colt Express richtet sich daher deutlich an Spaß- und Gelegenheits-Spieler, die sich mit dem Szenario einen Zug zu überfallen anfreunden können und das Spiel miterleben wollen. Ebenfalls sollte man sich überlegen, ob man weichere Gemüter in eine Runde einladen soll, da Schüsse auch gezielt auf die immer gleichen Mitspieler abgegeben werden können, sofern sie sich im Schussfeld befinden. Dabei darf aber wie geschrieben nicht vergessen werden, dass Schüsse keinen Schaden anrichten außer die Kartenhand leicht zu verschlechtern. Eine Unspielbarkeit wird nicht hervorgerufen.

Die Anleitung war durchweg gut verständlich und führte gut durch das Spiel. An wenigen Stellen wäre eine etwas präzisere Umschreibung der Vorgänge gut gewesen, aber nichts was sich beim 2. Lesen nicht erschließen lässt.

Wer einen strategischen oder taktischen Leckerbissen erwartet, dem können wir den Kauf des Spieles nicht empfehlen, dafür ist zu viel Zufall im Spiel. Vor diesem Hintergrund hat uns Colt Express gut gefallen. Mit 6 Spielern ist man in gut 75 Min am Ende der Fahrt angekommen und wird während dieser locker und angenehm unterhalten.

Daher vergebe ich 4 Punkte

Verlag: Ludonaute

Das Spiel ist für 2-6 Spieler ab 10 Jahren
Eine Partie dauert etwa 30-45 Minuten

Dieser Test wurde von Mister-X zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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