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Meinung: Wie viel digital darf ein analoges Brettspiel sein?

Geschrieben von Daniel Krause.

Meinung: Wieviel digital darf ein analoges Brettspiel sein?

Wo viel Schatten ist, ist auch Licht

Wo so viele Schatten sind, muss es auch Licht geben. Denn neben den zahlreichen Kontra -Argumenten gibt es tatsächlich einiges, was für Apps spricht.

Wer schon einmal “Escape - The Game” mit App gespielt hat und dadurch das Spiel durch eine Soundkulisse erweitert hat, wird festgestellt haben, dass das Spiel nur gewinnt. Bei “Alleswisser”, einem Quizzspiel können alles Spielbesitzer selber Fragen einreichen, die dann in den ständig wachsenden Pool an Fragen wandern. So kommt es kaum vor, dass sich Fragen wiederholen. Zudem lassen sich hier die Schwierigkeiten der Fragen an das Alter der Spieler anpassen. Das ist beides ebenfalls toll.

In “Pheeds Online” wird der zufällige Spielaufbau durch die App erklärt und das Spielfeld selber gibt Feedback durch LEDs um zu zeigen, an welche Stelle die Figuren und Gegenstände kommen. Zudem werden Abenteuer erzählt, die die Spieler gemeinsam bestreiten müssen. Ein Blick auf das Tablet oder das Smartphone ist nicht nötig.

Das alles erleichtert den Einstieg sehr und die Spieler können im Prinzip nahezu sofort starten.

Spieler, die eine große Affinität zu Technik haben, können die Argumente oft nicht verstehen. Das Messen mit Mitspielern funktioniert freilich auch digital. Alternativ kann dann, wenn kein Mensch da ist gegen einen Bot gespielt werden. So können Spiele auch alleine bestritten werden. Alleine spielen kommt für viele Spieler zwar nicht in Frage, jedoch ist es für einige eine Alternative - und sei es nur um ein Spiel kennen zu lernen. Mit einer App könnte das unter Umständen besser funktionieren.

Wie verhält es sich mit digitalen Umsetzungen von Brettspielen? Diese können ganz klar niemals die Vorlage ersetzen. Unabstreitbar ermöglichen sie es aber, in Abwesenheit von realen Mitspielern, ein Spiel zu spielen. Dabei ist es egal, ob es gegen Menschen geht oder gegen den Computer geht. Zur Vertiefung von Regeln und ausprobieren von Strategien sind digitale Gegner natürlich prädestiniert. Für den Preis zwischen 3-10 € sind die digitalen Umsetzungen meistens gut umgesetzt und bilden das Spiel gut ab.

Fazit

Es ist sinvoll sich mit der technischen Entwicklungen auseinander zu setzen. Nur auf diesem Weg lässt sich herausfinden, was gut und schlecht an der spielerischen Evolution ist. Wenn ein Spiel zwanghaft eine App erwartet, geht man das eventuelle Risiko ein, in ein paar Jahren das Spiel nicht mehr spielen zu können. Doch dass weiß man dann schon vor dem Kauf.

Am Ende kann man mit seinem Kaufverhalten mitbestimmen, welche Entwicklung gut ist und was nicht akzeptabel ist. Auf jeden Fall sollte man keine Angst vor neuen Entwicklungen haben und für sich selber herausfinden, welche neuen Möglichkeiten ein Spiel wirklich voran bringt und was überflüssig ist.

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