Brettspiel - Magazin

Diskussion um Spieletitel “Indian Summer” von Uwe Rosenberg

Geschrieben von Daniel Krause.

Diskussion um Spieletitel “Indian Summer” von Uwe Rosenberg

Uwe Rosenberg hat sein neues Spiel mit dem Titel “Indian Summer” angekündigt. Das ist der zweite Teil seiner Puzzle Triologie. Da Uwe weltweit viele Freunde und Fans seiner Spiele hat, kam nach der Verkündung des Titels auf Facebook schnell der Hinweis, dass “Indian Summer” in Amerika politisch inkorrekt sei.

In der Folge gab es eine mehr oder weniger hitzige Debatte. “Ted Alonso” war es, der den Anstoß gegeben hatte, indem er eine Verbindung zwischen “Indian Summer” und “Indian Giver” zog.

Indian Giver

Es gab bei der Besiedlung von Amerika ein grundsätzliches Missverständnis. Da den Ureinwohnern das Konstrukt “Besitz” nicht bekannt gaben sie Geschenke, die sie später wieder an sich nahmen. Europäer hingegen sahen Geschenke in der Folge als ihr Eigentum an, und sahen ein Wortbruch in dem Verhalten. “Indian Giver” ist noch heute in der amerikanischen Umgangssprache gebräuchlich und bezeichnet einen zwielichtigen Handel. Dies ist nachvollziehbar für Ureinwohner ein rassistischer Akt.

Wenn nun Indian Summer in diesen Zusammenhang zu sehen ist, könnte der Spieltitel die Gefühle der amerikanischen Ureinwohner verletzen und als rassistisch verurteilt werden.

Die Diskussion

Nachdem Ted auf die unglückliche Wahl hinwies war Uwe natürlich überrascht und antwortete: “For me, Indian Summer is the autumn in Maine. Nothing else.”

Der Hinweisgeber wurde verbal von einigen anderen Kommentatoren angegangen. Es wurden Wikipedia Einträge verglichen und auf die Webseite www.indiansummer.org verwiesen, auf der amerikanische Ureinwohner für ein Festival werben. “Er solle sich lieber etwas praktisches gegen das rassistische Verhalten amerikanischer Polizisten machen, die CIA in Syrien, wo sie Terror unterstütze oder den korrupten amerikanischen Präsidenten.”war sicherlich die unsachlichste Aussage. Ein anderer schrieb, es gibt keine Verbindung und er sei einfach nur konfus. Man wollte eine Quelle von ihm haben, doch er konnte keine nennen.

Uwe sprang dann in die Diskussion ein und bedankte sich für den Hinweis, den er mit Freunden überprüfen werde. Wenn es stimmen sollte würde er sich 1000 mal bedanken.

Kurz darauf lieferte “Daniel Gilbert” einen weiteren Hinweis. Die kanadische “Memorial University of Newfoundland” hat eine Unterseite mit dem Titel “Widerwärtige Sprache”. Dort wird sowohl “Indian Giver” als auch “Indian Summer” aufgeführt.

Die Begründung dafür, warum “Indian Summer” oder “Indian Time” als rassistisch gelte, wird damit begründet, dass Ureinwohner keine Zeit kannten und sie Zeit als Kreislauf ansehen, nicht als linear fortlaufende Gegebenheit. Diese Begriffe implizieren umgangssprachlich, das Ureinwohner unzuverlässig und unpünktlich sind.

So ist es zum Titel gekommen

Als Uwe Rosenberg den Titel auswählte, dachte er an Musik und nicht an amerikanische Ureinwohner. “Indian Summer” ist der Titel eines Albums, mit dem er groß geworden ist. Der Interpret des Albums ist Al Stewart. Uwe nennt die Puzzle-Spiele jetzt augenzwinkernd seine Al Stewart-Reihe.

Und nun?

Ich fragte Uwe wie er auf die Diskussion reagieren würde. Hier seine Stellungnahme zu dem Thema:

Lieber Daniel! Mich hat es begeistert, wie sich die Leute in dem thread für mich eingesetzt haben. Irgendwann werden die Leute mich vor einem Riesenfehler bewahren. Dieser Fehler erscheint mir, nach einigen Umfragen, doch eher klein zu sein. Selbst Wetterberichte benutzen diesen Begriff. In der Sache selbst positioniere ich mich aber so: Ich finde, dass Amerikas Ureinwohnern Unrecht getan wurde. Und stehe klar auf der Seite der Ureinwohner. Dein Uwe

Somit bleibt es also beim Titel “Indian Summer”. Wir Spieler können uns auf ein sehr vielversprechendes Spiel mit etwas mehr taktischer Tiefe als Cottage Garden freuen. Optisch macht die Verpackung schon Lust auf das Spiel.

Quelle1
Quelle2