Deal - American Dream im Test

Geschrieben von Daniel Krause.

Auf der Spielemesse 2016 in Essen fielen die Jungs von BORDERLINE, einer Gruppe passionierter Spieler, auf. Sie hatten Geldkoffer voller Dollars und ein optisch doch auffälliges Spieldesign für “Deal - American Dream”. Wir haben ein Exemplar von dem Spiel Ende 2016 zugesendet bekommen und haben es uns mal genauer angeschaut.

Deal - American Dream im Test

Darum geht es

Als erstes fällt bei “Deal - American Dream” das Setting auf. Die Spieler übernehmen hier die Leitung von Kartellen. Diese haben das Ziel Drogen zu produzieren und nach Amerika zu schmuggeln. Das ist gar nicht mal so einfach.

Das Kartell muss expandieren, indem neue “Mitarbeiter” angeworben werden. Diese besetzen neue Territorien und damit neue mögliche Absatzgebiete für Drogen oder aber Gebiete der Drogenproduktion. Relativ schnell kommt es zu den ersten Kämpfen, die über Karten ausgetragen werden. Zusätzlich gibt es noch den Auftrag einen gegnerischen Boss umzubringen. Als Ziel ist es möglichst viel Geld und “Respekt” zu verdienen. Zur Not ist es auch möglich wenigstens Zeitweise mit einem Konkurrenten zu kooperiere, doch auf verlässliche Partner darf man hier nicht hoffen.

Der Spielaufbau

Als erstes wird der Spielplan ausgelegt. Die “Drogen”-Päckchen und das Geld werden neben dem Spielplan bereitgelegt. Die Kartendecks mit den Waffen- und Ereigniskarten werden gemischt und auf den Spielplan gelegt. Die Spielerreihenfolge wird bestimmt durch das ziehen von Waffenkarten bestimmt. Nun sucht sich jeder Spieler ein Kartell aus. Die Kartelle haben unterschiedliche Spezialfähigkeiten und Startplätze. Nun wird der Bossmarker, ein Lieutenant und zwei Kämpfer Marker auf das Startfeld des jeweiligen Kartells gelegt. Nun muss noch eine Ziel-, eine Profilkarte und 5 Waffenkarten gezogen werden. Das Spiel kann beginnen.

Deal - American Dream im Test

So funktioniert das Spiel

Eine Runde ist in vier Phasen aufgeteilt. Jeder Spieler muss eine Phase abgeschlossen haben, damit alle die nächste starten können. Ziel ist es Respekt-Punkte zu erlangen, nur so kann das Spiel gewonnen werden. Sobald ein Spieler 10 Punkte erreicht, endet das Spiel. Die Punkte können über die Erfüllung von Zielen und Einnahme bestimmter Gebiete verdient werden.

Ressourcen-Phase

Ressourcen-Phase wird in blauen und roten von Spielern kontrollierten Gebieten Geld verdient bzw. Drogen angebaut. In Städten verdreifachen sich die Einnahmen. Blaue Gebiete bringen 1 bzw. 3 Millionen Dollar pro Runde ein. Rote Gebiete 1 bzw. 3 Päckchen Drogen.

Rekrutierungs-Phase

In der Rekrutierungs-Phase dürfen die Spieler neue “Mitarbeiter” anwerben. Ein einfacher Soldat kostet eine Millionen Dollar oder ein Drogenpäckchen, während der Lieutenant 6 Millionen Dollar verlangt. Angeworben werden darf nur in roten oder blauen Gebieten, die unter der eigenen Kontrolle stehen. Ausnahme ist das Feld, in dem der Boss steht. Der Boss darf überall anwerben.

Deal - American Dream im Test

Aktions-Phase

Mit der “Aktions-Phase” kommt Bewegung ins Spiel. Nacheinander dürfen sich die Soldaten und der Boss ein Feld weit bewegen. Der Lieutenant hat eine Reichweite von zwei. In dieser Phase kommt es dann oft zu blutigen Bandenkämpfen. Sobald sich zwei Kartelle in einem Feld treffen, bricht der Kampf aus. Auch Städte müssen beim ersten Betreten von unbekannten Banden erkämpft werden.

Kämpfe sind schnell ausgetragen. Jeder Spieler wählt eine seiner Waffenkarten. Wichtig ist, dass er genug Soldaten im Kampf hat, um die Waffe zu verwenden. Dann werden diese gleichzeitig aufgedeckt. Nun werden die Zahlenwerte verglichen. Der Verlierer muss entsprechend der Differenz der beiden Karten Truppen entfernen. Bleibt keine mehr übrig, hat er verloren. Sind noch welche übrig, muss der Angreifer entscheiden, ob er erneut kämpft oder auf ein anderes Feld ausweicht. Sollte im Kampf ein Boss ermordet werden, ist das Spiel für den Klan vorbei. Bis auf die Drogen, wird alles vom Spielplan entfernt.

Sollte ein Spieler durch einen Kampf oder einer anderen Aktion Respekt gewinnen oder verlieren, wird immer sofort eine Ereigniskarte gezogen. Die Ereignisse können sofort oder dauerhaft wirken.

Drogen bewegen sich auch ein Feld weit, jedoch nur durch kontrollierte Gebiete. Sie können auch gestapelt transportiert werden.

Deal-Phase

Jetzt kann das große Geld gemacht werden. Wer Drogen aus roten Gebieten in ein blaues Gebiet transportiert kann diese dort dann 4, 6 oder 7 Millionen Dollar verkaufen. Maximal drei Drogenpakete lassen sich absetzen. In Städten werden sogar 4, 8 und 12 Millionen verdient.

In dieser Phase können Kartelle auch untereinander handel treiben und Waffen oder Drogen verkaufen.

Deal - American Dream im Test

Fazit

“Deal - American Dream” ist ein ein ambivalantes Spiel. Es will strategisch sein - und das ist es natürlich auch, aber durch die Ereigniskarten und Waffenkarten kommt doch eine ordentliche Portion Glück dazu. Das ist nicht weiter schlimm, denn es macht trotzdem Spaß. Ein reines Strategiespiel darf hier aber nicht erwartet werden. Das Thema ist definitiv nur für Erwachsene geeignet, die zudem eine hohe Frustrationstolleranz haben sollten. Denn so hart wie der Bandenkrieg ausgeführt wird, kann die Partie für manche Spieler schnell vorbei sein. Die Option komplett aus dem Spiel zu fliegen kommt nicht so oft in Gesellschaftsspielen vor.

Wer auf der Suche nach einem Spiel ist, dass mal etwas weniger abgenutzte Pfade beschreitet, der wird mit “Deal - American Dream” sicher seinen Spaß haben. Das Setting ist unverbraucht und im Spiel ordentlich auf den Tisch gebracht. Tatsächlich funktioniert das Spiel auch in einer größeren Gruppe noch gut und die Spielzeit bleibt meistens überschaubar.

Aktuell ist es nur auf englisch und französisch zu haben.







Das Spielmaterial

Die Video-Anleitung

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