Test: Fields of Green von Vangelis Bagiartakis

Geschrieben von Daniel Krause.

Test: Fields of Green von Vangelis Bagiartakis
Das Landleben als Bauer ist nicht mehr das, was es früher war. Mit Leben in der Natur und Idylle hat das lange nichts mehr zu tun. Immer komplexer und größer werden die Höfe der Neuzeit. Im Spiel “Fields of Green” können Spieler es wunderbar nachempfinden.

Test: Fields of Green von Vangelis Bagiartakis

“Fields of Green” basiert auf dem Spiel “Among the Stars” aus dem Jahr 2012. Kaum verwunderlich also, dass hier der gleiche Spieleentwickler am Werk war. Das Spiel ist als Kickstarter Projekt 2016 erfolgreich finanziert worden. Auf der Spielemesse in Essen 2016 gab es eine limitierte Auflage, die für die Besucher zum Kauf angeboten wurde. Wir haben eine Kopie ergattert und uns gleich in das Bauernhofleben gestürzt. “Fields of Green” ist zwar auf englisch, jedoch ist es auch mit geringen Englischkenntnissen spielbar. Für 2017 ist bereits eine Neuauflage geplant, wir werden versuchen herauszufinden, ob es dann auch eine deutsche Version geben wird.

Zwei bis vier ambitionierte Bauern dürfen sich hier an das Werk machen. Doch schnell wird klar, dass die Berufsbezeichnung eher Agrarwirtschafts-Manager heißen sollte. Jeder Spieler baut und entwickelt über vier Runden einen Bauernhof. Runde für Runde werden die Zusammenhänge komplexer und es muss gut mit Geld, Wasser und Korn gehaushaltet werden. Im Laufe der Zeit sollte sich dieser spezialisieren, um am Ende besonders viel Wert geschaffen zu haben.

Test: Fields of Green von Vangelis Bagiartakis

Spielvorbereitung

Es werden sechs Stapel an Karten und der Rundenzähler ausgelegt. Es gibt Feld-, Nutztier-, Anlagen-, Silo-, Wasserturm-, und Gebäudekarten. Die Marker für Korn, Wasser und Siegpunkte werden neben den Geldvorrat gelegt. Nun werden noch Ausrüstungsplättchen bereit gelegt werden. Als letztes bekommt jeder Spieler 15 Geld, ein Silo mit einem Korn, ein Wasserturm mit drei Wasser und sechs Handkarten. Die Handkarten werden jede Runde unterschiedlich von den Stapeln zusammengestellt. Das Spiel kann starten.

Test: Fields of Green von Vangelis Bagiartakis


So funktioniert das Spiel

Es gibt drei Phasen, die pro Jahr gespielt werden. Nach vier “Jahren” ist das Spiel vorbei.

1. Instandhaltung

- Der Jahrmarker wird eins weiter geschoben

- Jeder Spieler erhält zwei Wasser, ein Korn und drei Geld

- Nun zieht jeder Spieler sechs Karten. Es muss von den vier verfügbaren Stapeln von dreien eine Karte gezogen werden. Ansonsten ist die Zusammenstellung egal und dem Spieler überlassen. Ist ein Stapel leer, dann bleibt er es für den Rest des Spiels.


2. Aktionsphase

Diese spielen die Spieler Gleichzeitig. Sie können ein Gelände bauen, einen Wasserturm oder ein Silo errichten, zum Markt gehen, eine Karte abwerfen und bis zu zwei Nahrung für jeweils 2 Geld verkaufen oder eine Geländekarte umdrehen für ein Geld. Jede Geländekarte hat Kosten, manche auch Bedingungen um sie bauen zu dürfen. Hat jeder Spieler eine Aktion ausgeführt, wird im Uhrzeigersinn der restliche Stapel an Karten weitergereicht. Das wird solange wiederholt, bis alle Karten verbaut oder verkauft sind.

Es gibt drei Arten von Karten. Die einen geben sofort einen Bonus: Geld oder Ausrüstung zum Aufwerten des Hofes. Dann dürfen drei Plättchen gezogen und eins behalten werden.

Die zweite Arte gibt jede Erntephase einen Bonus.

Die dritte Art ist für das Spielende und gibt zum Schluss Punkte.

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3. Ernten

Jetzt wird die Ernte eingefahren. Überall, wo die Bedingungen erfüllt werden (Wasser und Korn, oder aber auch andere Bedingungen, die aus dem Text der Karte hervorgehen) können Rohstoffe oder Siegpunkte erwirtschaftet werden.


Test: Fields of Green von Vangelis Bagiartakis

Fazit:

Warum nicht gleich so? Während man bei “Among the Stars” abstrakt etwas im Nichts errichtete, ist “Fields of Green” von Vorne bis Hinten schlüssig und nachvollziehbar. Es macht richtig viel Spaß seinen Hof nach und nach aufzubauen. Dabei gibt es mehrere Strategien, die angewendet werden können und immer logisch nachvollziehbar sind. Baue ich einen Schlachthof und besorge mir möglichst viele Tiere? Errichte ich lieber einen Hof mit grünen Weiden und Feldern, oder mache ich von allem ein bisschen? Die Auswahlmöglichkeiten sind vielfältig und motivieren sehr. Eine Lernkurve, lässt einen schon in der zweiten Partie die Karten anders anordnen um es dann in der dritten Partie noch einmal besser anzugehen.

Gegen Ende des Spiels wird es manchmal unübersichtlich und es muss gut geplant werden, damit die nötigen Ressourcen vorhanden sind. Am Ende des Spiels ist man auch recht schnell angekommen. Nach 30-45 Minuten ist die Partie zu Ende und es kann abgerechnet werden. Durch das simultane Spielen, ist die Spielzeit erfrischend und angemessen. Da kann man sich gleich in die nächste Partie stürzen.

Wer “Among the Stars” mag, wird “Fields of Green” lieben. Voraussetzung ist natürlich, dass das Setting einem auch gefällt. Alle anderen sollten sich - bei Interesse spätestens 2017 aufmachen die Neuauflage zu testen und/oder zu kaufen.

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