TEST // RUSH & BASH

TEST // RUSH & BASH

Wer beim Lesen an das Videospiel Mario Kart oder die Hanna-Barbera-Zeichentrick-Serie Wacky Races – Autorennen Total erinnert wird, liegt goldrichtig: GENAU das ist RUSH & BASH. Ein kleines, schnelles, unkompliziertes Rennspiel, das nicht ganz realistisch sein will. Das Thema ist in allen Bereichen super getroffen und holt mich total ab. Gerade die unterschiedlichen Charaktere sind alle auf ihre ganz eigene Art sehr charmant.

Durch die unterschiedlichen Spezialfähigkeiten hat jeder Charakter eine Sache, die er besonders gut bzw. konsistent kann. Die 3-Sterne-Fähigkeiten fühlen sich dabei ausgesprochen mächtig an und belohnen das Ansparen der Sterne entsprechend. Sie sind aber keineswegs obligatorisch, um zu gewinnen, eine clever eingesetzte 1-Stern-Fähigkeit kann auch das Zünglein in der Waage sein.

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Anders als viele andere Rennspiele bleibt RUSH & BASH schlank und simpel. Es gibt keine komplexen Schalt- oder Bremsmechaniken, keine Kampagnen oder 20 unterschiedliche Spielmodi. Es ist in wenigen Minuten erklärt, aufgebaut und spielt sich auch genauso simpel und flott.

Ich bin froh, dass sich der Designer dabei für eine Kartenmechanik anstelle eines Würfels entschieden hat. So gibt es durchaus (zugegebermaßen recht simple) strategische Entscheidungen. Die Spieler können ihre Züge planen und müssen nicht spontan auf einen Würfelwurf reagieren. Durch die kleine Kartenhand bleiben die Entscheidungen aber überschaubar und die Spielzüge kurz.

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Die beiden unterschiedlichen Kartendecks sind dabei ein schöner Mechanismus, mit dem weiter hinten liegende Spieler immer noch im Spiel und alles andere als chancenlos sind.

Durch das modulare Spielbrett mit seinen optionalen Regeln sowie die unterschiedlichen Charaktere hat RUSH & BASH einen hohen Wiederspielwert, ohne dabei aber überladen zu wirken. Da das Spiel überwiegend auch ohne Text auskommt, kann man es auch mit Kindern recht gut spielen (sofern die Eltern mit dem Einsatz cartoonhafter Gewalt in Form von Raketen und Bomben einverstanden sind).

Beim Spielmaterial gibt es ein paar Minuspunkte, das hätte an ein paar Stellen schöner ausfallen können. Die Spielertableaus erscheinen mir etwas flatterig, die Pappaufsteller (gerade der Vulkan) profitieren von ein paar Tropfen Kleber ganz enorm. Gerade weil mir die Charaktere so gut gefallen, hätte ich mich über entsprechende Miniaturen anstelle der generischen Fahrzeuge gefreut. Die hätten auf dem doch sehr lebhaften Spielbrett wirklich gut wirken können.

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Das alles trübt den Spielspaß bei RUSH & BASH aber in keinster Weise. Da das Spiel leider nur im Zuge einer internationalen Version überhaupt vereinzelt in Deutschland erschienen ist, ist es nicht einfach zu bekommen (selbst, wenn man auch die englische Version einbezieht). Einige Exemplare habe ich noch auf Ebay Kleinanzeigen gesehen, ansonsten könnte es schon schwierig werden. Glücklicherweise ist das Spiel nicht allzu teuer, nur eben selten.

Noch deutlicher wird das bei den beiden Erweiterungen WINTER IS NOW und MONSTER BASH, die noch schwieriger zu bekommen sind. Während mit WINTER IS NOW 2 neue Piloten, neue Geländeteile sowie neue Karteneffekte einfach mehr von allem bieten, verwandelt MONSTER BASH das kompetetive Rennen in einen kooperativen Bosskampf. Ich persönlich hoffe, irgendwann noch WINTER IS NOW zu finden, auf MONSTER BASH kann ich verzichten.

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Warum ist RUSH & BASH nun etwas besonderes? Warum bekommt es von mir eine so hohe Wertung und generelle Empfehlung? Ganz einfach: Es füllt eine Nische, die in anderen Unterhaltungsbereichen viel stärker bedient wird.

Es gab immer einmal ein paar Versuche, diese Variante von Rennspielen auch als Brettspiel umzusetzen: etwa das namentlich verwandte RUSH & CRUSH, BAT CUP oder Exoten wie FAST & FHTAGN (ja, es gibt tatsächlich ein Cthulhu-Rennspiel). Aber sie alle kommen mit vergleichsweise dicken Regelheften, komplizierten Mechaniken und oft auch einer deutlich längeren Spieldauer daher.

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RUSH & BASH macht diese Fehler nicht. Es ist ein Spiel, das ich in jeder Spielerunde bedenkenlos auf den Tisch bringen kann. Es ist zugänglich, bunt und macht eine Menge Spaß. Es ist einfach genau das, was ich von einem derartigen Spiel erwartet habe. Ist es das perfekte Spiel, der Scythe-Killer, die absolute Innovation des Spieldesigns? Ganz bestimmt nicht. Aber es ist ein großartiges Beispiel dafür, dass man auch mit einfachen Mechaniken und liebevollem Design ein hervorragendes Spiel herausbringen kann.

 

Wertung zum spiel

 

Bilder vom Spiel

Tags: Autorennen, 2-6 Spieler, Familienspiel, Handmanagement, Fantasy

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