https://www.fantasywelt.de/Brett-Kartenspiele
TEST // MOURNEQUEST

TEST // MOURNEQUEST

MOURNEQUEST versteht es auf den ersten Blick zu gefallen. Die Umsetzung einer fantasievollen-mystischen, irischen Atmosphäre ist den Autoren und Designern sehr gut gelungen. Die Nightmare-Miniaturen sind sehr detailliert und die Heldenfiguren stehen dem in nichts nach. Es gibt Magische Töpfe, die meist große Schätze bergen, und Gegner, die nichts anderes im Sinn haben, als die Schätze/Ressourcen der Helden zu stehlen. Die große Frage war für mich, wie sich das liebevoll gestaltete Szenario letzten Endes im Spielgefühl widerspiegelt.

Zunächst wirkte MOURNEQUEST ein wenig komplexer auf mich, stellte sich nach dem Studieren der Regeln und dem ersten Spiel dann aber doch als Familienspiel Plus heraus. Da das Spiel komplett kooperativ ist, können ältere Familienmitglieder den jüngeren am Spieltisch Tipps geben, welche Aktion als nächstes durchgeführt werden kann. Gute Englischkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich, solange eine Person am Tisch die Schatzkarten und speziellen Fähigkeiten lesen und kurz erläutern kann. Der Rest des Spiels kommt ohne Text aus.

Bei der Strategie in MOURNEQUEST geht es darum, ein Gleichgewicht zwischen dem Verbessern der Heldenkräfte und dem Cast-Out der Nightmares zu finden. Das Verbessern über das Ziehen der Karten erfolgt relativ simpel und genauso verlaufen auch die Kämpfe. Dabei steht der Glücksfaktor sehr dominant im Raum. Durch den Grundwert für eine Fähigkeit ist zwar eine gewisse Basis gegeben, im Kampf gegen die Nightmares und vor allem im Finale gegen den Shimnavore ist jedoch eine nicht geringe Portion Würfelglück unabdingbar und wenn dieses fehlt, kann sich sehr schnell Frust breit machen.

Was mich bei MOURNEQUEST nicht ganz begeistern konnte, sind die fehlende Variabilität im Spiel sowie die begrenzten Aktionsmöglichkeiten. Das Einsammeln und Abliefern von Ressourcen und das Ziehen von Karten zum Aufleveln der Fähigkeiten wirkte auf mich recht schnell ein wenig monoton. Zudem fühlten sich alle Partien relativ ähnlich an. Klar, jeder Held hat eine eigene Fähigkeit, die er 3x pro Spiel nutzen kann, und jeder Nightmare eine besondere Fähigkeit, die einmal pro Runde zum Einsatz kommt. Und je nachdem, welche Helden gespielt werden und welcher Nightmare zuerst gebannt wird, gibt es eine kleine Varianz - der Rest fühlt sich allerdings recht ähnlich und leider auch ähnlich monoton an. Dadurch ist MOURNEQUEST für mich, so schön es auch aussehen mag, kein Spiel, das für Vielspieler in Frage kommt.

Das Spiel kann jedoch seine Stärken bei Gelegenheitsspielern und Familien ausspielen. Wenn das Spiel nur gelegentlich auf den Tisch kommt und wenn vor allem auch jüngere Mitspieler dabei sind, versteht es das Szenario sicherlich sehr gut, in die mystische irische Welt zu entführen. Dabei ist die überschaubare taktische Tiefe dann auch ein gewisser Vorteil, da Gelegenheitsspieler mit Entscheidungen nicht überfordert werden. Wer also das geeignete Spiel für einen verregneten Sonntagnachmittag für die ganze Familie sucht, könnte es hier gefunden haben.

Das könnte Dich auch interessieren

  • TEST // HENGIST +

    Als tapfere sächsische Söldner sollten die Spieler Britannien vor den Pikten und Scoten schützen. Hätten die Briten sie nur nicht betrogen und um ihren Lohn gebracht! Also überfallen die Spieler Weiter Lesen
  • OLD AND NEW // Bilder vom Spiel +

    Bei PIATNIK ist ein kleines Memospiel OLD AND NEW erschienen, das einen neuen Twist in das ausgetretene Genre bringen will. Das Familienspiel richtet sich an 2-5 Spieler ab 8 Jahren Weiter Lesen
  • KICKSTARTER // TRENCH CLUB gestartet +

    Brettspiel-News.de hatte Anfang 2020 weltexklusiv als erstes Medium einen Prototypen von TRENCH CLUB erhalten. Nun ist das Spiel auf Kickstarter gestartet und lässt sich ab sofort fördern.  Für 49 € lässt sich das Weiter Lesen
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

........

Bilder zum Spiel

Tags: 1-4 Spieler, Solospiel, Würfelspiel, Kooperativ, Abenteuer, Fantasy, Familienspiel

Drucken E-Mail

genderneutral

Bedingt durch einen besseren Lesefluss hat sich unsere Redaktion, in der viele Frauen sind, darauf geeinigt zukünftig nur noch die männliche Form anzuwenden. Diese richtet sich ausdrücklich an jedes Geschlecht. Niemand soll sich ausgeschlossen fühlen.