Prototyp „Great Western Trail“ von Alexander Pfister

Geschrieben von Christopher Cohrs.

Prototyp  „Great Western Trail“ von Alexander Pfister, Brettspiel, Strategiestpiel
Wir durften auf dem diesjährigen Herner Spielewahnsinn eine Partie des neuen Spiels von Alexander Pfister spielen. Nachdem wir sehr begeistert von Mombasa waren, stellte sich natürlich die Frage, ob es dem Autor wieder gelingen würde, uns zu überzeugen.

Wie der Name schon vermuten lässt, spielen wir einen Viehtreiber, der seine Herde nach Kansas City treibt und weil wir ein guter Viehtreiber sind und es sich lohnt, vergrößern wir ständig unsere Herde und reisen mehrmals dorthin.

Die Regelerklärung hat mit rund 30 Minuten relativ lange gelange gedauert, man muss hier allerdings erwähnen, dass wir sämtliche Gebäude besprochen haben und wirklich alle Eventualitäten aufgezeigt wurden. Persönlich glaube ich, dass v.a. das Vorstellen aller Gebäude gar nicht zwingend nötig ist, denn die Symbolik ist in diesem Spiel mehr als vorbildlich. Nahezu jedes Gebäude erschloss sich eigentlich auch ohne Erklärung.

Zum Material selbst lässt sich auf Grund des Prototypenstatus leider wenig sagen. Erste Grafiken wussten aber zu überzeugen und wenn die eine oder andere Farbähnlichkeit bei den Rindern noch gelöst wird, denke ich, wird uns wieder ein sehr gutes Produkt erwarten. (Es sei nochmal erwähnt, dass alle hier gezeigten Bilder den Prototypen zeigen und sich die finale Grafik sicher noch deutlich ändern wird.)

Aber nun zum eigentlichen Spiel. Wir bewegen unseren Viehtreiber auf dem Weg nach Kansas City auf verschiedene Orte, welche uns Aktionen ermöglichen. Da dies aber ein wenig zu einfach wäre, gibt es noch eine Art Deckbuilding. Meine Rinderherde wird nämlich mittels Karten dargestellt und an vielen Orten muss ich eine bestimmte Rinderart oder Kombination dieser abgeben. Ich kann mir also meine Strategie schon zurechtlegen, muss sie aber immer wieder aufgrund meiner Handkarten anpassen um das Optimale aus meinem Zug herauszuholen.

Prototyp  „Great Western Trail“ von Alexander Pfister, Brettspiel, Strategiestpiel

Ein Spielzug geht über 4 Phasen:
A) Auftragskarten ausspielen: Wenn ich Auftragskarten bekomme, lege ich sie auf meinen Ablagestapel. Wenn ich diese später auf die Hand bekomme, kann ich sie jetzt ausspielen. Auf jeder Auftragskarte ist ein Bonus abgebildet, der multipliziert wird mit der Summe aller meiner bereits ausliegenden Auftragskarten. Es macht also Sinn, Aufträge auszulegen, wenn ich sie aber nicht bis zum Ende des Spiels erfülle bekomme ich Minuspunkte. Auch nicht gespielte Auftragskarten darf ich am Spielende werten, allerdings verstopfen diese mein Deck. Ein sehr cleverer Mechanismus.

B) Bewegung: Ich darf meinen Viehtreiber bis zu vier Felder bewegen. Wenn ich dabei bestimmte Gebäude passiere, muss ich hart verdiente Dollar an einen Mitspieler oder die Bank bezahlen.

C) Gebäudeaktion: Sollte ich meine Bewegung auf einem neutralen oder einem eigenen Gebäude beenden, darf ich die Aktion nutzen. Im Folgenden einige Beispielaktionen: Personen anwerben (Cowboys, Bauarbeiter, Ingenieure)
Rinder gegen Dollar tauschen (Die Karten werden dabei nicht abgegeben, sondern lediglich auf meinen Ablagestapel gelegt) Neue Rinder kaufen (Kosten, Anzahl und Stärke abhängig von der Anzahl meiner Cowboys) Eigene Zugstrecke ausbauen (abhängig von meinen Ingenieuren). Dabei können Bahnhöfe errichtet werden, die mir einerseits Siegpunkte geben und es mir auch erlauben, Scheiben von meinem Spielertableau zu entfernen um mir Boni freizuschalten.

D) Auf 4 Handkarten aufziehen

Prototyp  „Great Western Trail“ von Alexander Pfister, Brettspiel, Strategiestpiel

Was passiert nun allerdings wenn ich in Kansas City angekommen bin? Ich addiere die Stärke aller unterschiedlichen Rinder auf meiner Hand und für diesen Wert verkaufe ich sie in eine Stadt. Dafür bekomme ich natürlich Dollar aber auch hiermit darf ich wieder eine Scheibe von meinem eigenen Tableau entfernen. Wo ich diese Scheibe hinlege hängt vom Wert meiner verkauften Herde ab. Am Spielende ist es entscheidend, Städte beliefert zu haben, die nebeneinander liegen, es gibt aber auch Städte die mir Minuspunkte einbringen wenn ich sie beide beliefert habe (dies ist allerdings nur bei sehr schlechten Herden der Fall). Nun muss ich noch entscheiden, welche neuen Arbeiter auf den Markt gebracht werden. Dadurch wird im späteren Verlauf das Spielende eingeleitet. Anschließend werfe ich alle meine Handkarten ab und stelle meine Spielfigur wieder auf den Anfang des Weges.

Prototyp  „Great Western Trail“ von Alexander Pfister, Brettspiel, Strategiestpiel

Wozu lege ich eigentlich Scheiben von meinem Tableau aufs Spielbrett? Damit kann ich mir neue Zusatzfunktionen in einigen Gebäuden freischalten (z.B. Dollar bekommen, Zug vorwärts fahren, Handkarten abwerfen etc.) oder meine Bewegungsreichweite oder mein Handkartenlimit erhöhen.
Am Ende des Spiels bekomme ich für verschiedenste Dinge Siegpunkte: Bahnhöfe, Rinder in meinem Deck, Aufträge, belieferte Städte etc.

Wenn ich es richtig verstanden habe, wird das Spiel zu Essen 16‘ erscheinen und definitiv in meiner Tasche landen.

ANMERKUNG: Für Kommentare bitte unsere Facebook Seite benutzen. Wir leiten die Fragen an den Autoren Christopher Cohrs weiter. Übrigens haben wir den Artikel auch auf Englisch:

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