Test: Montana von Rüdiger Dorn gespielt

Geschrieben von Daniel Krause.

Test: Montana von Rüdiger Dorn gespielt

Montana ist bei White Goblin Games erschienen und ist ein Spiel für 2-4 Spieler ab zehn Jahren, die ungefähr eine Stunde Zeit mitbringen.Die Spieler werden dabei in die Zeit mitte des 19 Jahrhunderts versetzt, in der Siedler mit Planwagen Montana besiedelten. Wir haben uns das Spiel angeschaut und es ist auf jeden Fall einen Blick wert!

Spielaufbau

Jeder Spieler bekommt eine Tableau, einen Meeple seiner Farbe, jeweils eines der vier Rohstoffe, ein Rind und eine Silbermünze. Entsprechend der Spieleranzahl werden die Rohstoffe limitiert, Siedlungen werden genommen und Geländeplättchen abgezählt. Nun wird die Spielfläche aufgebaut und das zentrale Spieltableau wird ausgelegt. Nun dreht jeder Spieler zweimal das Anwerberad und nimmt die entsprechenden Arbeiter auf sein Tableau. Das Spiel kann beginnen…

Test: Montana von Rüdiger Dorn gespielt

Spielablauf

Der Spielablauf ist recht simpel. Jeder Spieler hat die Möglichkeit, wenn er am Zug ist, eine von drei Aktionen zu wählen.

1. Anwerben

Wie schon in der Spielvorbereitung kann das Anwerberad gedreht werden. Dieses bestimmt, sobald es sich mindestens einmal komplett gedreht hat, die Kombination von Arbeitern. Diese nimmt der Spieler auf sein Tableau. Er hat nun die Möglichkeit noch einmal zwei weitere Arbeiter zu nehmen. Dafür muss er für jedes Feld, dass er den Feld ein Feld weiter schiebt ein Korn ab geben.

2. Arbeiten

Hier können Arbeiter vom eigenen Tableau auf dem zentralen Tableau platziert werden. Es gibt die Gebäude Bank, Mine, Steinbruch, Getreidefeld und Gemüseacker. Überall gilt, dass passend platzierte Arbeiter plus Bezahlung einen gewissen Ertrag bringen. Alternativ kann man auch mehrere Arbeiter die farblich nicht passend sind zu einer Arbeit entsenden. Wer mag, kann bei den Rohstoffen einen zusätzlichen Ertrag erwirtschaften, indem ein oder zwei weitere Arbeiter gesetzt werden. Sind alle Ertragsfelder gefüllt, landen sie nach dem Ende des Zuges wieder in der allgemeinen Auslage.

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Ansonsten kann noch die Stadt besucht werden. Hier bekommen Spieler die Möglichkeit ihre erwirtschaften Kürbisse einzusetzen. Der auslösende Spieler bietet für eine Reihe Kürbisse und platziert seinen Marker dort. Die anderen Spieler erhalten nun die Gelegenheit dagegen zu bieten oder eine andere Zeile zu wählen. Ist eine Einigung zwischen den Geboten erfolgt und jeder Spieler ist alleine in einer Zeile, erhalten alle Spieler einen Bonus. Nur hier können Stein und Erz in größere Rohstoffe umgewandelt werden. Nur damit lassen sich einige Gebiete besiedeln!

Wirklich interessant ist der Rohstoffmangel. Wenn Spieler einen Rohstoff erwerben und er ist in der Auslage nicht mehr genug vorhanden, geben Spieler in Zugreihenfolge so lange Rohstoffe ab, bis die Anforderung bedient wurde. Hier kann durch das Hintertürchen dem Mitspieler etwas genommen werden.

3. Siedeln

Entscheidet sich der Spieler zu siedeln, kann er bis zu drei Siedlungen errichten. Wichtig dabei ist, ob er die entsprechenden Rohstoffe aufbringen kann. Die Plättchen müssen angrenzend an das Startfeld oder einen anderen Siedlungsplättchen sein. Schafft es ein Spieler 3 Plättchen in einer Reihe zu bauen, kann das vierte Plättchen kostenlos gebaut werden, ohne eins der drei möglichen Siedlungen zu reduzieren. Hier wird planvolles Vorgehen deutlich belohnt - egal ob man errichtet oder stört. Für jeden Ausbauschritt, den man nicht ausführen kann oder will, bekommt der Spieler eine Silbermünze.

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Jederzeit Aktion

Die Rinder sind die wertvollen Joker, die über Sieg und Niederlage entscheiden können. Sie kann man in besonders wertvollen Gebieten durch die Platzierung einer Siedlung erhalten, aber auch über das Bieten in der Stadt.

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Sie dürfen in Geld, Rohstoffe oder einen Arbeiter getauscht werden.

Wasserflaschenaktion

In den seltenen Seen von Montana, können Spieler eine kühle Erfrischung bergen. Wer zuerst angrenzend an einen See baut, erhält einen Wasserschlauch und kann diesen gegen eine zusätzliche Aktion abgeben.

Fazit

Auch 2017 funktioniert Wokerplacement immer noch sehr gut. Vor allem wenn es so charmant und leichtfüßig erdacht ist wie “Montana”. Hier merkt man an jeder Ecke, dass das Spiel von einem erfahrenen Autoren und einem guten Redakteur gemacht wurde.

Die einzelnen Aspekte des Spiels greifen sehr gut ineinander. Es wirkt alles plausibel und wird in der sehr guten kompakten viersprachigen Anleitung bestens beschrieben. Kein Frage bleibt nach einmaligem Lesen beim Testen offen. Das passiert selten genug und liegt vielleicht auch ein bißchen daran, wenn man schon unzählige Spiele mit Arbeiter platzieren auf den Tisch hatte.

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Trotzdem sprang der Funke von der ersten Minute über. Hier wirkt nichts künstlich kompliziert gemacht. Alles erscheint so, wie es sein soll. Vergleichbar vielleicht mit einem Künstler der aus einem Steinblock eine Statue erschafft, sind nur die Teile im Spiel, die es tatsächlich benötigt.

Die Spielzeit ist erfreulich kompakt, so dass es gerne auch zwei Partien werden können, ohne auf Spielspaß verzichten zu müssen. Interaktion ist vorhanden aber nicht omnispräsent. Bei einer Aktion partizipieren die Mitspieler - wenn sie wollen und können - aber der aktive Spieler kann dies kontrollieren. Das ist wirklich clever gelöst.

Wie sie lesen, bin ich von dem Spiel durchaus begeistert und es wird noch einige male auf dem Tisch landen. Wer die Möglichkeit hat sollte es sich auf jeden Fall anschauen oder eine Kopie ergattern. Es lohnt sich!

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Bilder zum Spiel