Century – Die Gewürzstraße im Test

Geschrieben von Daniel Krause.

Bei Abacus Spiele ist vor „Century – Die Gewürzstraße“ erschienen. Wir haben das Spiel einige Male gespielt und Gefallen daran gefunden. Neben der einfachen und doch fordernden Spielmechanik fällt das Spiel mit ausgesprochen hervorragender Materialqualität auf.

Spiele von Abacus haben grundsätzlich immer eine gute Qualität, meistens Holzteile statt Kunststoff und sind zum fairen Preis zu kaufen. Was der Verlag mit „Century – Die Gewürzstraße“ herausbringt ist jedoch bemerkenswert. Auch wenn man viele Spiele testet und einiges gewohnt ist, so hat es mir dann doch die Sprache verschlagen. Das Spiel bringt seine Rohstoffe samt schicken Schalen in den Karton unter. Die Karten sind ausladend groß und von hoher Qualität. Das Geld im Spiel sind echte geprägte Münzen! Das alles bekommt man für knapp 30 €. In Zeiten wo Spiele gerne schnell 60 € und viel mehr kosten eine Seltenheit und alleine schon deswegen auffallend. Klar, es handelt sich „nur“ um ein Kartenspiel, aber wenn das gesamte Paket passt und das Spielematerial entsprechend gut ist, ist das ein fairer Preis. Das letzte Mal gab es ein so faires Paket in der Vorbestellaktion von „Räuber der Nordsee“ beim Schwerkraftverlag. Das Spiel gab es Ende 2016 für 40 € mit Metallmünzen und Holzmaterial.

Was bekommt man für ein Spiel? Neben dem Material überraschte mich die Anleitung am meisten. Größer als DinA5 und kleiner als DinA4 auf 250-300 Gramm Karton gedruckt ist die Anleitung – doppelseitig. So auf den Kern heruntergekürzte Regeln sind absolut selten. Selbst eine Kniffel-Anleitung hat mehr Text und Seiten.

Das heißt dann in der Folge, dass das Spiel schlecht ist oder kaum etwas bietet? Nein, zum Glück nicht – es wäre schade um das schöne Spielematerial gewesen. Das Spiel ist leicht zu erlernen und schnell erklärt. Trotzdem muss hier um die Ecke gedacht werden und Mitspieler, die auf gleicher Augenhöhe spielen, wetteifern schnell um die begehrtesten Punktekarten inklusive Bonusmünzen.

Spielvorbereitung

Die Punktekarten werden gemischt und fünf offen ausgelegt. Daneben kommt der Rest der Karten als Nachziehstapel. Über die erste Karte werden die Goldmünzen entsprechend der doppelten Anzahl von Mitspielern gelegt. Mit den Silbermünzen über der zweiten Karte wird genauso verfahren. Nun werden die Händlerkarten gemischt und die ersten sechs offen ausgelegt. Der Rest wandert als verdeckter Nachziehstapel rechts daneben. Die vier Rohstoffe des Spiels Zimt (braun), Kardamon (grün), Safran (rot) und Kurkuma (gelb) werden mit Schale in der eben aufgeführten Reighenfolge von oben nach unten links neben die Kartenauslage platziert. Nun erhält jeder Spieler zwei Startkarten auf die Hand und eine zufällige Karawanenkarte. Eine ist als Startspieler markiert. Dieser erhält 3 Kurkuma. Alle anderen entsprechend der Anleitung mehr. Das Spiel kann starten.

So funktioniert das Spiel

Jeder Spieler kann eine von vier Aktionen durchführen, wenn er an der Reihe ist.

- Spielen: Eine Handkarte ausspielen und die aufgezeichnete Aktion ausführen. Das kann neue Rohstoffe einbringen oder Rohstoffe können gewinnbringend getauscht werden. Dabei versuchen die Spieler möglichst schnell die Rohstoffe der Punktekarten zu erreichen um diese dann in einem späteren Zug zu kaufen. Erworbene Rohstoffe werden auf die eigene Karawanenkarte gelegt.

- Karte erwerben: Die am weitesten links befindliche Händlerkarte ist immer kostenlos sofort zu nehmen. Will man eine Karte haben, die sich weiter rechts befindet, muss ein Rohstoff auf jede vorherige Karte abgelegt werden

- Rasten: Alle zuvor gespielten Karten kommen zurück auf die Hand.

- Punkte sammeln: Als Gegenleistung für Rohstoffe, darf man sich Punktekarten nehmen. Liegen oberhalb goldene oder silberne Münzen, bedeutet es, dass eine Münze zusätzlich genommen werden darf. Diese sind am Spielende drei oder ein Punkt(e) wert.

Spielende

Das Spiel endet, wenn ein Spieler fünf oder sechs (bei zwei – drei Spielern) Punktkarten erreicht hat. Die aktuelle Runde wird noch zum Ende gebracht, dann können die Punkte gezählt werden.

Fazit

Im kleinen Kreis fand ich das Spiel gut bis sehr gut. Gerade zu zweit ist es manchmal ein wildes Duell um die Punkte. Deswegen habe ich es auch noch im Spieletreff mit voller Besatzung (fünf Spieler) getestet und auch da machte es eine tolle Figur. Der eine oder andere Vielspieler gab zu seinen Spa0ß gehabt zu haben.

Tatsächlich steckt hinter der einfachen Fassade ein komplexeres Spiel als vermutet. Es gibt viele Dinge zu beachten. Auf Ziele muss ein Spieler fokussiert hinarbeiten. Mit der Anzahl an gespielten Partien bildet sich immer mehr ein Gefühl für die Karten, die in welcher Situation funktionieren können. Der Spieler hat jederzeit die Kontrolle und diese ist am Ende maßgeblich für den Sieg. Der eigene Vorrat ist sehr limitiert. Es gilt immer den besten Zeitpunkt abzupassen, um eine Pause einzulegen und die Handkarten auf die Hand zu nehmen. Jede Entscheidung ist relevant für den Ausgang des Spiels und das ist ein großartiges Gefühl. Da die Runden schnell von der Hand gehen, hat man meistens kaum Zeit zu entscheiden, welche Aktion als nächstes am sinnvollsten erscheint.

Unterm Strich bekommt man hier ein sehr gutes Gesamtpaket. Neben dem tollen Spielmaterial den nahezu perfekten Regeln überzeugt der gute Wiederspielwert. Es wird noch öfter auf meinem Spieltisch landen!


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