Der Fall Douglas W. Kerr // „Ghost Star“ Kampagne auf Kickstarter abgebrochen

REPORT // Der Fall Douglas W. Kerr - „Ghost Star“ Kampagne auf Kickstarter abgebrochen

Verfasst von Daniel Krause am .

Wer eine Kampagne im Bereich Brettspielen unterstützt kann sich mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher sein am Ende ein fertiges Produkt in der Hand zu halten – selbst wenn es spielerisch enttäuscht. Das ist jedoch eine trügerische Sicherheit, denn schon einige Projekte sind niemals geliefert worden.

Jetzt wurde „Ghost Star“ eingestellt, (mutmaßlich) weil der Initiator Douglas W. Kerr ein schwarzes Schaf ist. Was ist passiert?

Mehr als 1.500 Unterstützter hatten ab den 6. Juli 2016 das Spiel „Darkness Sabotage“ unterstützt. Bis zu 100 $ ließen sie sich das Projekt kosten zuzüglich mancher möglicher Erweiterungen. 12 Wiederverkäufer verloren sogar rund 250 $. 200.000 $ kamen bei der Kampagne zusammen und wurden von den Unterstützern eingesammelt. Das letzte kümmerliche Update gab es im Mai 2018 (!) in dem die Unterstützet ein paar Bilder zu sehen bekommen haben. Immerhin ist wenigstens der „Late Pledge“ Button zwar aktiv, aber es wird darauf hingewiesen, dass es derzeit keine Vorbestellungen mehr geben wird. Dort ist dann zu sehen, dass sogar 1.781 Menschen ohne Spiel(e) bleiben werden und das die Summe von 242,070 Kanada Dollar als Schadenssumme zu sehen ist.

Das dieses Projekt tot ist ahnten schon viele Unterstützer und fragten zuletzt vor wenigen Stunden unter dem letzten Update nach. Initiiert wurde das Spiel von Dez Oku. Das Team hieß Dethrone Games – ein makabrer Name, wenn man die Entwicklung im Nachgang betrachtet.

Heikel an der Geschichte ist, dass als Co-Autor (siehe Bild Unten) ein Doug Kerr aufgeführt wird. Er war vermutlich direkt an der misslichen Situation beteiligt. Natürlich gibt es im Namen einen Unterschied, zum Initiator des Projektes „Ghost Star“, dass von einem Douglas W. Kerr initiiert wurde. Zu Recht merken User auf Boardgamegeek.com darauf hin, dass es mehrere Menschen mit diesem Namen in dieser Region von Kanada geben kann.

Der Fall Douglas W. Kerr // „Ghost Star“ Kampagne auf Kickstarter abgebrochen

Fragwürdig ist jedoch, dass jemand, der schon mehr als 1.000 Unterstützer für ein Projekt hat, das zugegeben sehr gut aussieht und offensichtlich den Geschmack vieler trifft, am 5. Februar verkündet, dass er nicht wisse woran es liege, aber er wurde von Kickstarter gezwungen, das Projekt zu beenden und werde es aufklären, und dann seit dem 6. Februar offline bleibt. Kickstarter wird nicht ohne Grund ein Projekt mit Sperre drohen und ohne Beweise.

Zudem könnte ein falsch verdächtigter die Verwechslung leicht aufklären, durch ein Bild, einem Video oder den Kontakt zu Kickstarter. Auch der Name des „Verlags“ bietet mit Wreak Havoc eine Verbindung zum mutmaßlich ehemaligen Projekt. Wreak Havoc bedeutet "Verwüstung anrichten".

Unterstützer des Spiel können also aufatmen und sind vermutlich einem finanziellen Verlust entkommen. Abgebucht wird erst nach erfolgreichen Kampagnen-Ende. Das bedeutet aber auch ganz klar, dass auch auf Kickstarter Vorsicht zu walten hat. Hier kann sehr schnell sehr viel Geld verloren werden. Dem Risiko müssen sich Unterstützer bewusst sein.

Sollte sich in dem Fall noch etwas tun und wir liegen falsch, werden wir uns zeitnah melden.

Darknes Sabotage KS-Seite
Ghost Star KS-Seite

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