Test | Furnace

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Dunkler Rauch steht über den Schloten der neuen Fabrik. Hunderte Arbeitende verdienen hier mit ihrer harten Arbeit das Geld, welches sie benötigen, um über die Runden zu kommen und die Miete für die Mietskasernen aufzubringen. Doch von alldem bekommen wir nichts mit, wir sind Geschäftsleute, die in immer schnelleren Zyklen immer mehr Fabriken wie diese hier errichten. Es werden raue Massen an Kohle, Eisen und Öl mit dem einem Ziel verarbeitet: den Gewinn zu maximieren. Bist Du bereit Dein eigenes Firmen-Imperium zu errichten?

 

infos zum spiel

Der Kobold Verlag hat uns "Furnace" freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

Fleiß und Ellenbogen

In „Furnace“ werden keine Geschenke verteilt. Wir sind zum Start ein kleiner Unternehmer, der eine Fabrik besitzt. Deren Einnahmen reichen bei weitem nicht aus, um große Sprünge machen zu können. Die Startbedingungen unterscheiden sich genauso wie die Fähigkeiten, die wir mitbringen.

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Immerhin gibt es die Möglichkeit in den vier Runden durch ein Biet-Verfahren an Rohstoffe und neue Fabriken zu kommen. Hier konkurrieren alle um die besten Gebäude und Plätze um Rohstoffe zu erlangen. Mittels unterschiedlich großer Holzscheiben ist dies simpel gelöst.

Nachdem die Auktion erfolgreich bestritten wurde, heißt es nun die Produktion anzuschmeißen. Es werden Stoffe wie Eisen, Kohle und Öl gefördert und verarbeitet. Am Ende immer mit dem Ziel möglichst viel Kapital daraus zu schlagen. Diese Phase wird von allen gleichzeitig gespielt, was die Spielzeit positiv beeinflusst.

Nach nur vier Runden ist das Spiel vorbei und es kommt zum großen Kassensturz. Wer am meisten Gewinn erwirtschaftet hat, gewinnt.


Dem Autor Ivan Lashin ist mit „Furnace“ ein großartiges Spiel gelungen. Es bietet in einer Spielzeit zwischen 30-60 Minuten durchaus einiges zum Nachdenken. Vor allem zum Ende des Spiels, wenn die Anzahl der eigenen Fabriken immer größer wird, muss scharf nachgedacht werden, wie ein optimaler Ertrag produziert werden kann.

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Das wirkt sich auch auf die Bietphase aus, denn nur wer vorausschauend neue Fabriken ersteigert und Rohstoffe beschafft, wird in der folgenden Produktionsphase einen guten Schnitt machen.

Besonders gelungen ist die Simplifizierung des Spiels. Beim Bieten gibt es kein Geld, jeder hat vier unterschiedlich große Scheiben und setzt diese. Wer für eine Fabrik bieten will muss eine Scheibe legen, die in dieser Größe und Farbe noch nicht auf der Karte liegt. Wer unten liegt bekommt die Fabrik, wer oben liegt bekommt Rohstoffe. Mit diesem Kniff gewinnen alle, es bleibt ein gutes Gefühl.

Die Produktionsphase ist ebenfalls simpel gehalten, denn es wird von jeder Fabrik genau einmal produziert. Es ist wichtig seine „Engine“ in der richtigen Reihenfolge zu nutzen, um möglichst viel Geld zu erwirtschaften. Das ist der Teil des Spiels, der in den späteren Runden wie ein Logikrätsel wirken kann, nur das in jeder Runde mehr Funktionen und Möglichkeiten hinzukommen. Ich mag Spiele mit simplen Regeln, die trotzdem komplex sein können und das trifft voll auf „Furnace“ zu.

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Die Regeln sind schnell erklärt und verstanden. Aber spätestens in der letzten Runde würde „Furnace“ Anfänger sehr überfordern. Es richtet sich eher an Kenner, die das Spiel dafür relativ leicht wegspielen können.

Kommen wir noch zu einem kleinen Kritikpunkt: Auch wenn das Setting durchaus stimmig wirkt, gibt es Punkte, an denen die innere Logik etwas zerbricht. Fabriken, die mit Eisen betrieben werden und Öl oder Kohle herstellen erscheinen dann doch eher der Spielbalance geschuldet zu sein, als historischen Vorbildern.

Was ebenfalls für einige Menschen störend sein könnte, ist die eigentlich gute Idee, dass alle gleichzeitig die Produktionsphase bestreiten. Das kommt der Spielzeit sehr zugute führt aber dazu, dass jeder solitär vor sich hin baut. Ich persönlich finde die Entscheidung der Macher aber nachvollziehbar, denn eine Spielzeit von 120 Minuten würde „Furnace“ nicht tragen, dafür ist das, was pro Runde gemacht werden kann, einfach zu wenig.

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In der Regel ist eine Partie „Furnace“ davon geprägt, zwischen Interaktion beim Bieten und stummes vor sich her Planen während der Produktionsphase zu schwanken. Hier entsteht aus meiner Sicht der Reiz des Spiels, der, gepaart mit den einfachen Regeln, mich schon oft dazu gebracht hat, es auf den Tisch zu bringen.

Erwähnenswert, ist noch das hübsche schlichte Design und die Ausstattung des Spiels. Die Box hätte zwar auch etwas kleiner ausfallen dürfen, aber ansonsten ist alles so produziert, wie es 2021 erwartet werden darf.

Empfehlen kann ich das Spiel für Kenner, die eine Spielgruppe von drei oder mehr Menschen haben. Zu zweit „Furnace“ ist ein kleines schnelles Spiel mit leichtem Anspruch.

 

Wertung zum spiel

 

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