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TEST // SHERLOCK - Staffel 5

TEST // SHERLOCK - Staffel 5

Die SHERLOCK-Reihe von ABACUSSPIELE bietet eine stetig wachsende Anzahl an Ablegern, wobei Fans der Reihe bereits aus einem sehr großen Repertoire an unterschiedlichsten Geschichten wählen können. Mit MORD IM NACHTZUG, DIE FÄLSCHUNG und SÉANCE MIT EINEM TOTEN erschienen 2021 3 neue Ableger der Reihe, die Spielenden neue Fälle in den drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden präsentieren. Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, diese neuen Ableger genauer unter die Lupe zu nehmen. 

 sherlock staffel 5 info

ABACUS SPIELE hat uns SHERLOCK - STAFFEL 5 freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.

Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

 

Darum geht es im Spiel!


Die neuen Teile der SHERLOCK-Reihe folgen den exakten Regeltexten ihrer Vorgänger. Fans der Reihe können also direkt ins Spiel einsteigen, ohne vorher den Regeltext zu studieren. Generell gilt, dass die Spielgruppe (bestehend aus 1-8 Spielenden) einen Fall anhand von Hinweisen lösen muss, die sie als Handkarten im Uhrzeigersinn ausspielen.


Während die erste Hinweiskarte als festgeschriebener Spielaufbau in der Mitte des Spielfeldes ausliegt, erhalten alle Spielenden 3 Handkarten (2 Handkarten bei 6 oder mehr Spielenden), die sie mit der Spielgruppe begrenzt mitteilen können. Alle Hinweiskarten verfügen dafür über Schlagworte oder Überschriften, die die Spielenden mit der Spielgruppe teilen dürfen, um eventuelle Verbindungen bestimmter Hinweiskarten zu erörtern, bevor sie die Karten in die Spieltischmitte ausspielen. Sobald die Karten ausgespielt worden sind, ist der Hinweis für alle zugänglich, sodass auch der Rest des Kartentextes gelesen werden kann.

 

sherlock staffel 5 102


Das ist relevant, da nicht alle Hinweiskarten wirklich relevant für die Lösung des Falles sind. Die Aufgabe der Spielgruppe ist es damit kooperativ zu überlegen, welche Hinweise sie wirklich weiterbringen und welche nicht. Zusätzlich ist es besonders wichtig genau darauf zu achten, da die Spielgruppe zum Ende des Spiels mindestens 6 Karten abgeworfen haben muss, da das Spiel ansonsten sofort verloren ist. Sind alle Hinweiskarten des Kartenstapels und alle Handkarten ausgespielt oder abgeworfen, muss die Spielgruppe die vorhandenen Hinweise analysieren und eine Theorie des Tatherganges erörtern. Sind sie sich einig, wird ein Aufkleber im Regelheft gelöst, wodurch ein Fragebogen ausgeklappt werden kann.


Anhand ihrer Ideen zum Fall müssen die Fragen des Fragebogens beantwortet werden, bevor schlussendlich die Auflösung des Falls vorgelesen werden kann. Für jede richtige Antwort der Spielgruppe erhält sie 2 Punkte, für jede für den Fall irrelevante Karte 1 Minuspunkt. Die sich daraus ergebene Punktzahl dient der Spielgruppe einerseits als Highscore (um sich zum Beispiel mit befreundeten Spielgruppen zu messen) und andererseits als Überblick, wie gut sie den Fall gelöst haben.

 

Was ist in der Box?

Alle Teile der SHERLOCK-Reihe enthalten einen Kartenstapel mit Illustrationen, die von Tagebucheinträgen bis hin zu Zeichnungen des Tatortes oder gezeichneten Fotografien reichen. Qualitativ sind die Karten und Illustrationen von guter Qualität, sodass sie ihrem Nutzen vollkommen gerecht werden. Besonders die Größe der Karten könnte für Spielende mit Augenproblemen aber zum Problem werden, da einige Karten verlangen, dass sie ganz genau betrachtet werden müssen und die jeweiligen Hinweise sehr klein sind.


Das enthaltene Regelheft, welches auch die Komplettlösung des Falls und den Fragebogen enthält erfüllt seinen Zweck sehr gut, sodass Spielende mit unterschiedlichsten Erfahrungsstand direkt ins Spiel einteigen können, ohne sich lange mit den Regeln aufhalten zu müssen.

 


deniz meine meinung überschrift


Die SHERLOCK-Reihe macht definitiv einiges anders als andere vergleichbare Spiele. Die Idee Hinweiskarten nach und nach ins Spiel zu bringen, klang für mich direkt zu beginn erfrischend anders, da die Gruppe so zusammenarbeiten muss, um die richtigen Verknüpfungen für den Fall zu finden. In der Praxis waren die Spiele aber mit meinen Spielgruppen etwas wuselig, weil vieles doch nicht so zu funktionieren schien, wie es zunächst angedacht war. Insbesondere alle Hinweise, die die Spielgruppe von den Handkarten mit den anderen Teilen konnten, waren meist so kryptisch, dass eine wirkliche Diskussion über die Relevanz des Hinweises gar nicht zustande kommen konnte.

 

sherlock staffel 5 105

 

Den ersten Teil der neuen Spiele (DIE FÄLSCHUNG), der den geringsten Schwierigkeitsgrad haben sollte, spielte ich noch mit insgesamt 5 Personen. Da wir aber zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung hatten, was das Spiel schlussendlich von uns verlangen wird, sind wir des Öfteren einigen Holzwegen gefolgt. Zwar lösten wir den Fall zum Schluss, die Fragen des Fragebogens konnten wir jedoch kaum beantworten, da wir die wichtigsten Hinweise, ohne es zu wissen, abgeworfen hatten.


Ganz ähnlich verlief es auch im dritten Teil der Reihe ( SÉANCE MIT EINEM TOTEN), den ich mit meiner besseren Hälfte spielte. Auch hier lösten wir den Fall (diesmal sogar besser als beim ersten Teil), jedoch warfen wir auch hier die wichtigsten Hinweise aus Unwissenheit ab. Insbesondere gab es hier enorme Probleme, da der gesamte Fall eigentlich kaum gelöst werden kann, wenn die Verbindungen von genau 2 Karten nicht erkannt werden. Das führe ich weniger auf die erhöhte Schwierigkeit des Titels zurück, sondern vielmehr auf einen noch stärker erhöhten Glücksfaktor. Zusätzlich legt dieser Teil (ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt ist kaum zu sagen) eine größere falsche Fährte, die nicht genug in den Hinweisen analysiert wird und damit zu einer groben Fehlentscheidung führen kann (Aus diesem Grund betrachte ich diesen Teil auch als den Schwächsten der 3 von mir getesteten Teile).


Das Problem des Systems ist es nämlich (wie bei allen anderen Teilen auch schon kritisiert worden ist), dass es vollkommenes Glück ist, ob die Spielgruppe direkt zu Beginn der richtigen Fährte folgt. Die Spiele geben der Spielgruppe natürlich unterschiedliche Fährten, wobei der Zufall entscheidet, wann die wichtigen Hinweise aus dem Kartenstapel herausgezogen werden, oder ob die Spielenden die richtigen Verbindungen der Hinweise erkennen. Es kommt dadurch schnell Frust auf, wenn eine vermeintlich unwichtige Karte abgeworfen wird, nur um zwei Runden später zu erkennen, dass sie essentielle Hinweise enthielt, die vorher nicht erkannt worden sind.

Ganz bewusst habe ich den zweiten Teil der Reihe (MORD IM NACHTZUG) in diesem Fazit auch erstmal übersprungen. Diesen habe ich nämlich alleine bewältigt und konnte von den obengenannten Problempunkten kaum noch etwas spüren. Warum? Im Solomodus erhalt man 6 Karten anstatt 3. So lässt sich viel schneller ein besserer Überblick über die Faktenlage schaffen und die Verbindungen um einiges besser erkennen. Außerdem besteht hier die Option einen dauerhaften und einen temporären Ablagestapel zu erstellen, sodass Hinweise, bei denen man sich nicht so ganz sicher ist, wieder ins Spiel kommen können, ohne dass gleich alles verloren zu sein scheint.

 

sherlock staffel 5 103


Im Solomodus hatte ich persönlich demnach am meisten Spaß, da es hier nur auf die eigene Kombinationsgabe ankam und es nicht von den Mitspielenden abhing, ob sie Hinweisen eine ähnliche Relevanz zuschreiben.

Verschaffen wir uns aber nun einen Überblick über die neuen Spiele, so kann gesagt werden, dass sie alle eine interessante Geschichte erzählen, die sich auch von unerfahreneren Spielenden lösen lassen. Meiner Meinung nach, ist es hier aber zwingend nötig, dass die Spielgruppe den Fragebogen direkt öffnet, sobald sie sich einen Überblick über alle Hinweise verschafft haben. Ohne den Fragebogen und nur anhand der Lösung ist es nämlich unmöglich für die Spielgruppe zu wissen, was das Spiel von ihnen verlangt und was eigentlich analysiert werden sollte. Mein Vorgehen war von daher (bei Spielende) die ausliegenden Hinweise anhand der gestellten Fragen zu analysieren und die Fragen dann zu beantworten (was so eigentlich nicht in den Regeln vorgesehen ist, sich für uns aber besser anfühlte).


Die Spieldauer aller Teile war für uns überraschend kurz, da wir für keinen der drei Teile die vollen 60 Minuten Spielzeit benötigten. So hatten wir eine Durchschnittsspielzeit von ca. 40 Minuten pro Fall, was für Spielgruppen positiv sein kann, die sonst von großen und langen Escape/Exit/Detektiv-Abenteuern abgeschreckt sind. Definitiv schlägt das aber auf das Preis/Leistungs-Verhältnis, da jedes der kleinen Spielchen mit ungefähr 7€ für das gebotene Spiel schon recht happig sein könnte. Eine Zusammenlegung der kleinen Boxen in eine große Box mit 3 Geschichten könnte hier meiner Meinung nach das Verhältnis zufriedenstellender gestalten.


Die SHERLOCK-Reihe besitzt meiner Meinung nach interessante Ansätze und interessante Mechaniken, wobei sie an einigen Problemen leidet. Das größte Potential sehe ich hier im Solo-Modus, wobei Fans von kleinen Knobelspielen definitiv angesprochen werden könnten. Spielgruppen, die aber eine interessante Gruppenerfahrung erwarten, oder verlangen, dass der Fall nur anhand der ihnen gegebenen Hinweise zu lösen ist (so wie es Sherlock Holmes getan hätte), müssen aber (zumindest in diesen 3 Teilen) große Abstriche machen.

 

sherlock staffel 5 wertung

 

 

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