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TEST // LIONS OF LYDIA

TEST // LIONS OF LYDIA

Wir befinden uns im Jahr 550 v.Chr. im kleinasiatischen Königreich Lydia, in dem König Krösus, der reichste Mann der damals bekannten Welt, die ersten Münzen prägen lässt: die sogenannten LIONS OF LYDIA. Sende deine Kaufleute zu den Stadttoren, um Waren zu sammeln. Edle lydische Händler bringen dort auch die begehrten Löwenkopfmünzen in Umlauf. Eine Beteiligung an diesem wirtschaftshistorischen Wendepunkt darfst du dir als einflussreicher Herrscher auf keinen Fall entgehen lassen!

 

infos zum spiel

SPIELEFAIBLE hat uns LIONS OF LYDIA freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

 

Handel und Wandel

 

In LIONS OF LYDIA besitzen die Spieler keine persönliche Meeplefarben. Grüne, gelbe, rote, blaue und später auch goldene Meeple stehen allen Beteiligten zur Verfügung.

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Zu Beginn werden auf jeder Ecke des in der Tischmitte ausliegenden Stadt-Boards ein farbiges Stadttor und davor ein andersfarbiger Meeple platziert. In der Mitte des Boards stellen die Spieler den Holzbrunnen und eine Holzfigur von jeder Farbe auf. An den Seiten des quadratischen Stadt-Boards werden nun abhängig von der Spieleranzahl silberne, goldene und violette Ländereikarten ausgelegt. Auf den goldenen Karte stehen zusätzlich goldene Meeple – sie symbolisieren die lydischen Kaufmänner. In den eigenen Stoffbeutel packt jeder Spieler eine Spielfigur jeder Farbe. Anschließend legen die Spieler jeweils ein Spielerboard vor sich ab, dessen vier Leisten mit dem jeweils passenden Ressourcenmarker (grün, gelb, rot, blau), einem silbernen Fortschrittsmarker und einem goldenen Meeple auf dem ersten Schritt der Fortschrittsleiste bestückt werden. Ebenso darf jeder eine Start-Länderkarte vor Beginn der Partie über seinem Spielerboard ablegen.

Jeder Spielzug beginnt zunächst mit einem Griff in den Beutel. Den gezogenen Kaufmann kann der Spieler nun entweder an ein Stadttor oder an den Brunnen stellen. An einem Stadttor erhält der Spieler so viele Ressourcen, wie Farben an diesem Ort vertreten sind. Hier zählen die dort befindlichen Meeple und das farbige Stadttor. Diese Ressourcen werden durch das Schieben der Marker auf dem Spielerboard abgebildet. Stehen nun zwei Meeple derselben Farbe an einem Tor, werden beide Figuren an den Brunnen gestellt. Füllt ein Spieler mit einer solchen Aktion eine Ressourcenleiste komplett auf, wobei der Marker die äußerste Spalte erreicht, darf der Spieler entweder eine Ländereikarte in seinem Besitz umdrehen, also aufwerten, oder seinen Marker auf der Fortschrittsleiste um ein Feld weiterbewegen. Dadurch erhöht sich das Limit der Ländereikarten, die der Spieler vor sich ausliegen haben darf.

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Entscheidet der Spieler sich dafür, seinen gezogenen Kaufmann stattdessen an den Brunnen zu stellen, hat er die Möglichkeit, Ländereikarten von einer beliebigen Seite des Stadtboards zu erwerben. Die Kosten, die Siegpunkte und die Fähigkeiten sind auf jeder Karte durch Symbole abgebildet. Der Spieler darf so viele Karte kaufen wie er möchte und sein Kartenlimit auf der Fortschrittsleiste angibt – aber nur von einer Seite des Boards!

Möchte er keine Karten erwerben, kann er stattdessen beliebig viele Ländereikarten aus seinem Besitz aufwerten. Dazu bezahlt er die Kosten der Karte erneut und dreht sie dann um. Damit werden die Fähigkeiten der Kaufleute verstärkt. Grundsätzlich geben Ländereikarten dem Besitzer beim Platzieren eines bestimmten Kaufmanns an einem bestimmten Stadttor zusätzliche Ressourcen. Beim Kauf einer goldenen Karte und beim ersten Schritt auf der Fortschrittsleiste, werden goldene Meeple zum Brunnen gesetzt und stehen ab sofort zur Verfügung. Setzt ein Spieler einen Kaufmann zu einem Stadttor, an dem bereits ein solcher lydischer Kaufmann steht, darf er Ressourcen in der Farbe des Stadttors 1:1 gegen Münzen tauschen. Diese werden vor allem als Jokerressource, aber auch zum Erwerb violetter Ländereien gebraucht, die Bedingungen für Siegpunkte am Spielende mit sich bringen.

Am Ende jedes Spielzugs wandert immer ein beliebiger Kaufmann vom Brunnen in den eigenen Beutel. Das Spiel endet, wenn ein Spieler eine bestimmte Anzahl Ländereikarten aufgewertet hat, je nachdem wie viele Personen mitspielen.

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LIONS OF LYDIA bietet zusätzlich zu dem eben beschriebenen Grundspiel acht Erweiterungsmodule, die beliebig miteinander kombiniert ins Spiel integriert werden können:

Die Figur des ,,König Krösus“ wandert von Tor zu Tor und gibt den Spielern dort zusätzliche Ressourcen. Zum Verkauf stehende Brunnenkarten geben dem Besitzer auch Zusatzressourcen beim Platzieren eines Kaufmannes am Brunnen. Die violetten Meeple der ,,Handwerksgilde“ spielen an den Stadttoren den Doppelgänger und die Innenhöfe-Erweiterung erlaubt jedem Spieler, einen Reserve-Kaufmann statt des zufällig gezogenen Meeple einzusetzen. Für den Erhalt von Münzen anstatt einer bestimmte Sorte Ware sorgt ,,Das Grab des Alyattes“ und die ,,Königlichen Baumeister“ ermöglichen bei Einsatz eines goldenen Kaufmanns den Erwerb von Ländereien an zwei benachbarten Seiten des Stadt-Boards. Sobald zwei gleichfarbige Meeple an einem Stadttor aufeinandertreffen wird beim ,,Wagenrennen“ eine davon auf dem zugehörigen Renntableau platziert. Sobald drei Meeple dort anwesend sind, dürfen die Spieler Ressourcen der jeweiligen Farben gegen Boni eintauschen. Die Landgüter werden nach dem Erwerb über eine silberne oder goldene Ländereikarte im eigenen Besitz gelegt, blockiert dann zwar deren Fähigkeit, gibt aber am Ende des Spiels doppelt Punkte.

 

Reich wie Krösus

 

Reich an Material ist LIONS OF LYDIA auf jeden Fall. Das Spiel bringt gleich acht Erweiterungen und einen vollgepackten Spielekarton mit Plättchen und Holztokens mit. Die Playerboards, das Stadt-Board und die Erweiterungsplättchen sind aus hochwertiger dicker Pappe mit passenden Illustrationen. Die treten aber eher in den Hintergrund, um den Fokus auf die leuchtenden, groß gedruckten Symbole zu lenken.

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Alles andere, Meeples, Brunnen und sogar die Löwenkopfmünzen bestehen aus Holz. Die Anleitung ist gut strukturiert und klar geschrieben. Nur bei den Erweiterungen blieben einige wenige Fragen ungeklärt. Qualität und Quantität des Spielmaterials ist absolut positiv hervorzuheben.


Das Grundspiel von LIONS OF LYDIA konnte uns als Vielspieler nicht überzeugen. Wir sind augenscheinlich aber auch nicht die Zielgruppe. Denn das Spiel verfolgt wohl eher die Absicht, besonders Neulingen durch ein niedriges Einstiegslevel eine gute Möglichkeit zu bieten, in das Brettspielhobby hereinzuschnuppern. Einfache Abläufe, eingängige Mechanismen und eine klare Symbolsprache führen dazu, dass auch Einsteiger einen schnellen Zugang finden und selbstständig Strategien entwickeln können.

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Die einzelnen Module bringen anschließend nicht nur willkommene Abwechslung ins Spiel, auch die Spieltiefe nimmt durch sie deutlich zu. Gerade wenn mehrere Module gleichzeitig in eine Partie integriert werden. Dann kann es auch für fortgeschrittene Spieler ein interessantes Spielerlebnis bieten. Die flexible Gestaltung der Partien ist ein absolut zu erwähnender Pluspunkt. Besonders gut haben uns die Module Wagenrennen, Landgüter und Innenhöfe gefallen. König Krösus und die Brunnenkarten würden wir in jede Partie als kleine Aufrüstung einbauen. Taktisch hat aber jede Erweiterung etwas Interessantes zu bieten und wertet das Grundspiel deutlich auf. So wird bei LYONS OF LYDIA verschiedenen Spielertypen etwas geboten. Insgesamt gibt sich das Spiel aber mit einem unteren Kennerniveau zufrieden.

Mit mehr als drei Spielern am Tisch würden wir LIONS OF LYDIA nicht mehr auspacken. Die Wartezeit ist zwischen den Zügen einfach zu lang und die Interaktion zu gering. Auch wenn die Züge nur aus Figur aus dem Beutel ziehen und Figur platzieren bestehen, können gerade Spieleneulinge oder Hardcore-Grübler bei letzterem schon einmal länger verweilen. Zum einen muss die Ressourcenverwaltung abgehandelt werden, bevor der nächste seinen Kaufmann ziehen darf und zum anderen hemmt das ständige Überprüfen der Ländereikarten und deren Sonderfähigkeiten den Spielfluss.

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Da Mitspieler mit dem Zug des Gegners wenig zu tun haben, bleibt die Spannung begrenzt. Das ,,Wegkaufen“ von Ländereikarten kann hier kaum als Interaktion ernst genommen werden. Das Spiel beschränkt sich daher zu sehr auf das eigene Vorgehen und beeinflusst den Spielverlauf für Mitspieler fast gar nicht.

Die Thematik des Spiels hört sich zunächst unverbraucht an, hat aber während des Spiels wenig Relevanz. Die Anleitung versucht mit historischen Hintergründen jedes einzelnen Moduls die trockene Spielmechanik aufzufangen, das gelingt ihr jedoch nur sehr bedingt. Während der Partie ist jeder Spieler doch nur auf die abstrakten Ressourcensymbole der Ländereikarten fokussiert. Eine wirkliche Handelsstimmung will beim stupiden „Marker-auf-den-Leisten-hoch-und-runterschieben“ nicht aufkommen. So reiht das Spiel sich dann leider doch wieder in die Reihe der trockenen Eurogames mit historischem Hintergrundthema ein und kann, außer durch sein hervorragendes Material und den zahllosen Erweiterungen, nicht hervorstechen.

 

Wertung zum spiel

 

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Tags: Ressource Management, Engine Builder, 30-60 Minuten, 2-4 Spieler

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