TEST // Terraforming Mars (Digitale Version)

Verfasst von Daniel Krause am .

TEST // Terraforming Mars (Digitale Version)

Auf dem PC ist auf der Steam-Plattform eine digitale Version von Terraforming Mars erschienen. Das Spiel wurde uns von Asmodee Digital zur Verfügung gestellt. Wir haben die Urlaubszeit genutzt und geschaut, ob es auf einem schwachen Notebook läuft und vor allem, ob es Spaß macht.

Das Tutorial

Als erstes wurde das Tutorial durchgespielt. Auch wenn die analoge Version bekannt ist und bereits gespielt wurde, konnte das Tutorial die Regeln wieder etwas auffrischen. Schade ist, dass die Einleitung etwas dröge geraten ist und durch die Unterteilung nur bedingt geeignet ist einem Neuling das Spiel wirklich zu erklären. Viel mehr wird in Texten gezeigt, was man alles machen kann. Warum investiert die Firma nicht ein paar Euro und lässt in jeder Sprache einen seiner Supporter, die treffsicher und nachvollziehbar das Spiel erklären können, genau das tun? Das würde interessanter, sein und dem Medium gerecht werden.

Test // Terraforming Mars – Digital-Version

Die Technik

Wir haben das Spiel auf einem High-End PC und auf einem sehr schwach ausgerüsteten Laptop getestet. Auf beiden Systemen konnte das Spiel technisch überzeugen. Es lief alles schnell und flüssig ohne, dass auf dem schwachen Rechner die Qualität reduziert werden musste. Die Planetenoberfläche ist in 3D gehalten und die Plättchen aus der analogen Version bauen sich beim Legen mit einer Animation auf und haben zum Teil Effekte wir permanenter Qualm. Die Meere werden nebeneinander gelegt eine Einheit und sind ebenfalls animiert. Es handelt sich somit nicht um eine stupide Umsetzung des Brettspiels, was lobenswert ist.

Zu bemängeln gibt es laut Internet (keine selbst gemachten Erfahrungen) vor allem bei Online-Spielen, dass die Partien zu oft anhalten, oder abstürzen. Ob dies Einzefälle sind, die an der Technik der User liegen, oder systematische Probleme darstellen, können wir nicht prüfen. Aufgefallen war im Test nur ein Kartentext bei der der deutschen Version, der nicht übersetzt war. Ansonsten gab es keine Fehler auf zwei Systemen.

Test // Terraforming Mars – Digital-Version

Das Spiel

Das Spiel ist wie die analoge Vorlage. Wir müssen Kartengesteuert den Mars über viele Generationen hinweg zu einem bewohnbaren Planeten wandeln. Dafür wandeln wir die Landschaft um, erhöhen die Temperatur schrittweise, und errichten Ozeane, Städte und Grünflächen. Es gibt Konzerne, die unterschiedliche Vorteile haben und die Spielstrategie beeinflussen können. Schmerzlich vermisst wird sicherlich die Drafting-Variante des Spiels, die die Kartenauswahl interessanter und fairer gestaltet. Diese ist seit dem 12.12.2018 als Betavariante bereits verfügbar und kann auf Wunsch bereits aktiviert werden.

In der digitalen Version gibt es eine Einsteiger-Version, in der der Spieler einen besonderen Startbonus hat und zahlreiche Karten erhält um besser in das Spiel zu finden. Sobald diese Wohlfühloase verlassen wurde, kann sich der Spieler mit guten KI-Gegnern oder echten Menschen online duellieren. Beides funktioniert tadellos und motiviert. Wer mag, kann das Spiel sogar am selben Rechner zusammenspielen, wobei sich dabei dann die Frage stellt, warum nicht gleich das analoge Original ausgepackt werden sollte.

Test // Terraforming Mars – Digital-Version


Ich gehöre nicht zu der „Terraforming Mars“ Fangroupie-Szene (ohne das abwertend zu meinen). Es ist aus meiner persönlichen Sicht ein gutes Spiel, dass auch mehrfach zu spielen Spaß macht, aber warum das Spiel dermaßen abgefeiert wird, erschließt sich mir nicht. Jetzt hatte ich es länger nicht auf dem Tisch und die Erweiterungen sind an mir vorbei gegangen und siehe da, es machte mir durchaus Spaß, wieder einmal in das Terraforming-Geschäft einzusteigen.

Nach zahlreichen Partien bin ich mir sicher, dass ich es auch über den Test hinaus noch ab und an spielen werde. Das liegt an den Vorzügen der digitalen Version: Das Spiel lässt sich schnell spielen, jederzeit speichern und später fortsetzen und bietet eine hübsch gemachte Umsetzung des Originals. Auch die aktuell noch nicht fertige Version macht schon einen guten Eindruck. Bis auf einen Text, der nicht übersetzt war, konnte kein Fehler gefunden werden und auch die Performance ist schon ideal.

Den Vorzug allein spielen zu können und Taktiken mit dem Computer auszutesten, habe ich noch nicht erwähnt. So ist auch mal ein Abend ohne Mitspieler und Lust auf ein Kennerspiel sinnvoll zu füllen.

Das heißt für mich, auch wenn ich es mir als „nicht -Fan“ gekauft hätte, wäre ich schon heute mit dem gelieferten Spiel voll zufrieden und hätte die Investition nicht bereut. Ein Blick in die eher durchschnittlichen Bewertungen auf Steam hingegen zeigen, dass andere Personen vor allem im Online-Spiel Probleme zu haben scheinen. Da ich vornehmlich allein gespielt haben, kann ich das nicht beurteilen. Die Kritik, dass Spiel sei noch nicht ganz fertig sehe ich ebenfalls als Fakt an (habe ich zuvor auch schon so formuliert), ist aber aus meiner Sicht nicht weiter schlimm, da sicher noch weitere folgen werden um die Probleme in den Griff zu bekommen. Dafür ist die Marke zu wichtig und zu viele weitere Erweiterungen für das Spiel warten noch auf Realisierung und Monetarisierung.

Bilder vom Spiel

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Tags: Deckbauspiel, Strategie, Solospiel, Wirtschaftsspiel, Handmanagement, Science Fiction, Variable Helden-Fähigkeiten, Weltraum, Set sammeln, Auslegen, Onlinespiel, Industrie, Territorien Ausbau

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