Brettspiel - Magazin

Kickstarter Geschichten: ist Erfolg planbar?

Geschrieben von Daniel Krause.

Kickstarter Geschichten: ist Erfolg planbar?

Dann reicht es natürlich noch lange nicht eine gute Idee zu haben. Die Idee muss gut umgesetzt werden. Das heißt, es ist jemand nötig, der die Optik gestalten kann und vor allem muss das Spiel stimmen. Die einzelnen Mechaniken müssen zusammen passen und es muss ein einzigartiges Verkaufsargument geben.

Im Fall der explodierenden Katzen sind es eben diese. Im Marketing laufen niedliche Tiere und Babys unter “Cute Marketing”, also der Bemühung niedliche Tiere oder Babys zu verwenden um positive Gefühle zu erzeugen. Positive Gefühle sind nötig, um eine Kaufentscheidung zu veranlassen. Zusätzlich erhöht der “ach wie niedlich” Faktor noch die Verbreitung der Kampagne. Es gibt Belege dafür, dass eben diese Webseiten “häufiger angesehen, gelesen und weiterversendet werden” (Quelle http://blog.edelundfein.com/).

Kommen wir zurück zu der in der Einleitung angedeuten Idee mit Babys. Wie wir nun wissen, gehen Babys und Katzen immer. “Exploding Kittens” ist Geschichte, “Bears vs. Babies” wird es gerade. Über 3.000.000 $ Dollar konnte das Kartenspiel(!) einnehmen. Es fand per Kickstarter 85.000 Unterstützer Weltweit, die in der Masse 35 $ plus Transport zahlen. Somit wird das Spiel ganz sicher in den Top20 des Jahres 2016 aller Kickstarter Projekte landen. Bei marginalen Herstellkosten des Spiels werden die Erfinder ab sofort angehende Millionäre sein oder in die Richtung tendieren, denn sie können es in der Folge ja noch in die einzelnen Länder lizenzieren.

Das hört sich an, wie ein Traum. Die richtige Idee, zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Menschen und Fähigkeiten. Schwups landen Millionen auf dem Firmenkonto.

Der Erfolg war am Anfang nicht absehbar. Sie hatten eine (realistisches) Ziel von 10.000(!) Dollar. Das basierte auf einem vermutlich guten und lustigen Spielprinzip.

Kommen wir zur Frage des Artikels: Lässt sich Erfolg planen? Die Antwort muss lauten “ja”. Denn die Autoren beider Spiele sind eine Person. Alan Lee. erst hat er die Katzen genommen, das könnte Zufall gewesen sein. Nun nimmt er Babys. Das scheint dann also schon ein Plan zu sein. Man nehme ein “das geht immer” Thema und packt es in einen satirischen und komischen Kontext. Das macht fast neun und mehr als drei Millionen Dollar Umsatz mit zwei Kartenspielen ohne weitere Verwertungsrechte einzurechnen. Werbekosten fallen keine an, den Kickstarter macht die Werbung.

Bitte nicht falsch verstehen. Erfolg kommt durch harte Arbeit und der Autor und sein Team haben es (wie oben dargelegt) nicht durch Zufall geschafft. Am Ende des Tages muss ein Spiel auch immer spielerisch seine Zielgruppe überzeugen.

Quellen:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/die-digital-debatte/zwei-klassen-internet-das-katzenlose-netz-13515864.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/haustiere-deutsche-geben-9-1-milliarden-fuer-tiere-aus-a-1003032.html

http://blog.edelundfein.com/cute-marketing-wie-niedliche-tiere-und-babys-in-der-werbung-ihre-gefuhle-manipulieren/688

https://www.kickstarter.com/projects/elanlee/bears-vs-babies-a-card-game/?ref=kicktraq

https://www.kickstarter.com/projects/elanlee/exploding-kittens?ref=nav_search