Analoge Spiele sind erfolgreicher als Video-Spiele, Brettspiele, Spiel 2016, Spielmesse

REPORT // Analoge Spiele sind erfolgreich wie nie

Verfasst von Daniel Krause am .

Alleine über 1.000 Aussteller werden dieses Jahr auf der Spiel ausstellen. Das ist ein Wachstum um mindestens 90 Aussteller, also 10 %. Dabei war die „Spiel 2015“ schon enorm gewachsen. 2014 waren es noch 832 Aussteller! Wir hatten vor einigen Wochen Wachstumzahlen von einigen Verlagen veröffentlicht und Mutmaßungen dazu angestellt. Jetzt gibt es neue Zahlen.

„Brettspiele können sich verabschieden“ diese Meinung ist in den Boomjahren der Videospielkonsolen weit vertreten gewesen. Damals war die Annahme auch durchaus berechtigt, zogen die Konsolen junge Menschen schließlich an, wie das Licht die Fliegen. Immer weniger Menschen hatten zur damaligen Zeit ein Interesse an dem alten Spielmedium, die Verkaufszahlen stagnierten. Auch die Geschäftsführerin der weltgrößten Spiele-Messe Dominique Metzler, hatte sich um die 2000er Jahre rum arge Sorgen um die Zukunft der Messe gemacht. „.[...] vor 15 Jahren hatte ich schon mal in die Hallen geschaut und mir gedacht, hoffentlich kommt da noch etwas, sonst erlebe ich meine Rente nicht mehr […] “ (Quelle DiePresse.com).

Auch die Besucherzahlen der „Spiel“ sprechen einen deutliche Sprache. 2011 lagen sie bei rund 150.000. 2015 bereits bei 162.000. Außerdem verjüngt sich das Publikum, viele junge Menschen interessieren sich für die „alte“ Branche.

Gerade der angloamerikanische Markt wird immer mehr erschlossen. Jahr für Jahr gibt es zweistellige Zuwachsraten und ist somit die Schwungfeder für den weltweiten Wachstum.

Doch auch in Deutschland ist der Wachstum vorhanden. So teilte Dieter Strehl der Geschäftsführer von Piatnik, in „DiePresse.com“ mit, dass die Verkaufszahlen in den ersten halben Jahr rund 10% über dem Vorjahr lägen, und es der deutschen Tochter sogar noch etwas besser ginge.

Doch woran kann es liegen, dass Brettspiele so beliebt wie nie zuvor sind, bei starker Konkurrenz, wie nie zuvor?




Zum einen liegt es sicherlich an der wachsenden Zahl an Spielen. 2015 sind bereits 1.100 Neuheiten auf der Spiel veröffentlicht worden. 2016, werden es noch einmal deutlich mehr sein. Durch die reine Quantität, können die Geschmäcker von mehr Menschen erreicht werden. Es werden immer mehr Nischen geschaffen, die meistens ihre Berechtigung haben. Es werden Spieler dort abgeholt, wo sie auf „ihr“ Spielerlebnis warten. Egal ob das „leichte 15 Minuten Karten“-, oder das „wir sind mal ein paar Tage weg und spielen bis wir fertig sind“-Spiel

Zudem gibt es eine steigende Professionalisierung der Verlage. Das Design wird immer besser und und auch das Material gerät zunehmend in den Fokus. Zudem werden Spiele eingängiger, haben einen „Einsteiger Modus“ mit leichten Regeln oder veränderbare Spielzeiten. Auch hier wird immer mehr darauf geachtet, dass das Spielerlebnis für verschiedene Zielgruppen greifen kann und somit die potentielle Käufergruppe erweitert wird. Das Spiel „Quadropolis“ ist dafür ein gutes Beispiel.

Absoluter Wachstumsfaktor der letzten Jahre war „Kickstarter.com“. Unzählige Projekte konnten nur wegen dieser Plattform entstehen und wirken wie ein Innovationszug auf die Branche. Hier werden neue Ideen enttweder unterstützt oder gnadenlos fallen gelassen. Die Etablierten Verlage lernen zunehmend aus dieser Endwicklung und können Trends schneller erkennen, oder nehmen erfolgreiche Projekte gleich ins Portfolio auf.

Ein weiterer Punkt ist die zunehmende Sättigung an „Online-Erlebnissen“. Jasmin Wandler ist Psychologin und hat sich mit dem Thema beschäftigt. Sie sagte „DerPresse.com“ gegenüber: „Die Haptik spielt eine große Rolle, aber die Menschen lernen inzwischen auch, dass das dauernde Onlinesein einen Preis hat – und zwar den, nicht im Hier und Jetzt zu sein“ Es mache, laut der Psychologin auch einen großen Unterschied aus, ob eine Kommunikation virtuell oder real stattfinde. Nur im realen Leben können man die Gefühlsregungen anderer Menschen wahrnehmen und darauf eingehen. Was ebenfalls noch wichtig sei, sei die Möglichkeit dem Alltag zu entschwinden. Die gelte für Erwachsene wie Kinder gleichermaßen.

Unterm Strich bleibt also ein dickes Plus und eine rosige Zukunft für analoge Spiele.

Quellen: http://www.derwesten.de/staedte/essen/besucher-lassen-viel-geld-auf-spielemesse-in-essen-id5182609.html
http://www.rp-online.de/nrw/freizeit/spielemesse-in-essen-2015-geht-mit-besucherrekord-zu-ende-aid-1.5462207
http://diepresse.com/home/leben/mode/5042125/Die-Ruckkehr-der-analogen-Spiele

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