Räuber der Nordsee im Test

Geschrieben von Daniel Krause.

“Räuber der Nordsee” ist zum Jahreswechsel beim Schwerkraft Verlag erschienen. Wir haben uns eine Kopie gesichert und wollen unsere Eindrücke gerne mit euch teilen. Getestet wurde die Vorbestellerversion inklusive Metall-Münzen. Die Version die im Handel erhältlich ist, hat “nur” Pappmünzen, ist ansonsten aber inhaltsgleich.

Darum geht es

Willkommen in der aktivsten Zeit der Vikinger. Als Krieger versuchen die Spieler den Häuptling mit gewagten Plünderungen und reichlich Beute zu beeindrucken. Das wäre alles leichter wenn diese lästigen Mitspieler einem nicht immer alles vor der Nase wegschnappen würden. Doch ein echter Wikinger kennt keinen Schmerz und wird alles daran setzen, mehr Ruhm und Siegpunkte als alle anderen einzuheimsen…

Spielvorbereitung

Das Spielfeld wird auf dem Tisch bereitgelegt. Die Dorfbewohnerkarten werden gemischt. Jeder Spieler bekommt fünf Karten und behält drei davon. Nun erhält jeder Spieler noch einen schwarz gefärbten Arbeiter, zwei Münzen eine Schiffskarte und drei Marker, die auf die jeweiligen Leisten gelegt werden.

Die Darbietungskarten werden gemischt und die obersten drei werden am “Lagerhaus” ausgelegt. Die Walküren und Beute wie Gold, Eisen und Gold kommen in den Stoffbeutel. Dann wird auf die Beutefelder entsprechend der aufgedruckten Zahlen zufällige Beute ausgelegt. Der Rest der Beute wird neben das Spielfeld gelegt. Dort landen auch die Münzen und die Proviantmarker. Nun werden noch die weißen und grauen Arbeiter auf die markierten Felder gestellt und das Spiel kann starten. Der Startspieler wird zufällig bestimmt.


So funktioniert das Spiel

Räuber der Nordsee ist ein klassisches Workerplacementspiel. Es gibt aber einen entscheiden Unterschied zu anderen Spielen dieser Art. Ein Arbeiter wird eingesetzt und ein anderer Arbeiter wieder entfernt. Dadurch ist die zweite Aktion immer eingegrenzt auf die Felder, die die Vorherigen Spieler verwendet haben. Das gilt freilich nur für das Arbeiten. Beim Plündern tauscht man den Arbeiter gegen einen anderen ein. Das sind dann auch die einzigen Möglichkeiten, die ein Spieler hat. Entweder wird im eigenen Dorf gearbeitet, oder es wird zur Plünderung aufgebrochen. Für das Arbeiten gibt es 7 Einsetzmöglichkeiten. Für das Plündern gibt es 23 Möglichkeiten auf dem Spielplan.

Arbeiten

Die Arbeiter werden wie bereits beschrieben einmal auf ein freies Feld eingesetzt und ein anderer Arbeiter wird wieder vom Spielplan entfernt. Von den entsprechenden Häusern gibt es entsprechende Boni, wie Handkarten, Münzen, Verpflegung oder die Gunst des Häuptlings. Hier können auch über die Baracke auch Mannschaftsmitglieder angeheuert werden. Dazu wird eine Handkarte ausgewählt, der Münzbetrag wird als Anheuerungssumme bezahlt und dann offen ausgelegt.

Plünderung

Die Plünderung findet statt, indem ein Arbeiter auf neben einen Ort gesetzt wird. Dafür müssen jedoch Bedingungen erfüllt sein, wie Verpflegung, eventuelle Kampfpunkte und Besatzungsmitglieder. Am Anfang ist es noch leicht zu plündern, doch Runde für Runde wächst der Anspruch. Da immer wieder Mitglieder der Besatzung geopfert werden müssen um Walküren als Beute einzusammeln, steigt der Anspruch die Plünderungen hin zu bekommen immer stärker an. Zudem muss im Spielverlauf eine Plünderung nicht immer erfolgreich sein. Es hilft den Spieler die Rüstung und die Schiffsbesatzung gut zu formieren. Ersteres gibt auch am Spielende Punkte.

Für manche Plünderungen muss die Kampfstärke ermittelt werden. Diese setzt sich zusammen aus Würfelergebnis, Mannschaftstärke, Mannschaftsaktionen und Rüstung.

Spielende

Sobald die Festungen bis auf ein Möglichkeit leer geplündert sind, der Stapel mit den Drabietungsplättchen oder alle Walküren eingesammelt sind, endet das Spiel. Nun werden die drei Siegpunktleisten gewertet. Für Wallküren, für Rüstung und die Siegpunktleiste werden addiert. Zudem zählen noch manche Mannschaftsmitglieder und Beute.

Fazit

“Räuber der Nordsee” ist so ein Spiel, dass einem einfach gefallen muss. Optisch macht es alles richtig und auch spielerisch kann es überzeugen. Was dem Autoren Shem Phillips hier gelungen ist, kann wirklich gelobt werden. Das Spiel ist ein klassisches Workerplacement Spiel mit frischen Aspekten. Die Verarbeitung, also das Material ist klasse. Das Spiel hat ein optimierte kleine Box ohne auf Spielmaterial verzichten zu müssen. Jeder Spieler, der Workerplacement mag, wird dieses Spiel mindestens mögen, wenn nicht sogar lieben.

Man bemerkt eindeutig, dass der Autoren nicht nur begeisterter Brettspieler ist, sondern auch noch weiß, wie man ein tolles Spiel produziert. Wer sich unsicher ist sollte es unbedingt bei Freunden, die es haben ausprobieren!