TEST // TAJUTO

TEST // TAJUTO

Buddhistische Mönche in Japan wurden von Prinz Shotoku beauftragt, ein Dorf mit einem prachtvollen Garten zu errichten. Dabei sollen die acht Pagoden das Zentrum dieses bedeutsamen Heiligtums darstellen und den Mönchen auf dem Weg zur Erleuchtung helfen. Der Mönch mit dem höchsten Grad der Erleuchtung soll von Prinz Shotoku zum „Großen Wächter des heiligen Gartens der acht Pagoden“ ernannt werden.

 

infos zum spiel

Das Spiel wurde uns vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss.

 

Blind nach den richtigen Bauteilen tasten

 

TAJUTO ist 2019 bei ABACUS SPIELE erschienen und stammt vom Autor Reiner Knizia. Die Illustrationen sind von Damien Colboc, Maxence Burgel und Igor Polouchine. 2–4 Spieler ab 10 Jahren spielen hier für ca. 60 Minuten pro Partie und bauen bunte Pagoden auf ein Spielbrett.

TAJUTO verläuft über mehrere Runden, in denen jeder Spieler Spielzüge ausführt. Sobald ein Spieler keine weiteren Spielzüge ausführen kann, ist der nächste Spieler in Spielreihenfolge dran. Sobald die vierte von acht Pagode fertiggestellt wurde, endet das Spiel sofort.

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Jeder Spieler startet mit denselben drei Aktionsplättchen. Wenn ein Spieler an der Reihe ist, dreht er ein Aktionsplättchen, das er nutzen möchte, zahlt eventuell anfallende Kosten in Form von Meditationspunkten und führt die angegebene Aktion aus. Es gibt drei verschiedene Aktionen:

Ein Stockwerk ziehen

In dem großen Beutel befinden sich zu Spielbeginn alle 48 Pagodenteile. Ohne dabei in den Beutel zu schauen, zieht der Spieler bei dieser Aktion ein Stockwerk aus dem Beutel und legt es vor sich ab. Dabei ist es ausdrücklich erlaubt, mit den Händen die gewünschte Stockwerksgröße zu ertasten. Damit hängt die Größe des gezogenen Stockwerks vom Tastsinn ab, die Farbe hingegen vom Zufall.

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Ein Opfer bringen

Jeder Spieler hat zu Spielbeginn acht Opfersteine, jeweils einen pro Pagodenfarbe. Mit der Aktion „Opfer bringen“ kann der Spieler einen seiner Steine auf das oberste Stockwerk der farblich passenden Pagode legen. Dafür bekommt er 2 Meditationspunkte für den Stein und pro darunter liegendem Stockwerk nochmal 1 Meditationspunkt.

Ein Plättchen kaufen

Mit dieser Aktion kann der Spieler ein Plättchen kaufen. Dafür muss er eine auf dem Plättchen angegebene Menge an Meditationspunkten abgeben. Anschließend nimmt er sich das Plättchen. Es gibt vier verschiedene Plättchenarten im Spiel:

1. Aktionsplättchen erlauben dem Spieler, dieses Plättchen ab sofort in seinen Spielzügen zu nutzen. So kann der Spieler zukünftig mehr Aktionen pro Zug ausführen.

2. Einweihungsplättchen gibt es jeweils einmal pro Pagode. Mit dem Kauf eines dieser Plättchen wettet der Spieler, dass diese Pagode bis zum Spielende fertig gestellt wird. Falls er Recht hat, erhält er am Spielende 4 Erleuchtungspunkte, falls nicht geht er leer aus.

3. Mit dem Kauf von Weisheitsplättchen erwirbt der Spieler Erleuchtungspunkte für das Spielende.

4. Vorteilsplättchen kann der Spieler kaufen, wenn er zukünftig einen Rabatt an Meditationspunkten bei seinen Käufen haben will oder wenn er seine Weisheits- und Einweihungsplättchen wertvoller machen möchte.

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Als Nebenaktion kann ein Spieler während seines Zuges jederzeit ein passendes (Farbe und Größe) Stockwerk einer Pagode bauen. Dafür bekommt er je 1 Meditationspunkt pro Stockwerk, das diese Pagode bereits hat. Überbaut der Spieler einen oben aufliegenden Opferstein (egal von welchem Spieler dieser platziert wurde), erhält er zusätzlich 2 Meditationspunkte.

Sobald ein Spieler eine Bedingung von einem ausliegenden Zielplättchen erfüllt hat, erhält er dieses sofort. Darunter sind beispielsweise Bedingungen wie „Stelle die 1. Pagode fertig“ oder „Bringe 4 Opfer“.

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Das Spiel endet sofort, wenn die vierte Pagode fertiggestellt wurde. Nun zählen alle Spieler ihre Erleuchtungspunkte auf den Weisheitsplättchen, den Zielplättchen und den Einweihungsplättchen zusammen. Wer die meisten Erleuchtungspunkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

 

Farbenfrohe Pagoden

 

Das zentrale Spielmaterial in TAJUTO sind die Bauteile für die acht verschieden farbigen Pagoden. Diese sind farblich gut auseinander zu halten, passen sehr gut aufeinander und stehen stabil. Der Stoffbeutel ist sehr gut verarbeitet und ist groß genug für das gesamte Pagodenmaterial. Die kleinen Opfersteine sind aus Holz. Sie sind farblich gut auf die Pagoden abgestimmt. Allerdings kann man die roten und orangenen Steine nur schwer auseinanderzuhalten. Die diversen Plättchen sind aus stabilem Karton und übersichtlich gestaltet. Auch der große Spielplan ist übersichtlich und schön illustriert. Die Regeln sind verständlich geschrieben und die Ausführungen werden von zahlreichen Bildern unterstützt.


Mit dem Beutel und dem Ertasten des richtigen Stockwerks hat TAJUTO eine interessante Spielidee. Das Ertasten ist einfacher als zunächst erwartet und es kommt mehr darauf an, welche Pagodenfarbe man gerade benötigt. Darauf hat man mit dem Tastsinn natürlich keinen Einfluss und somit ist ein gewisser Glücksfaktor im Spiel.

Getragen wird das Spiel vom guten und funktionalen Material, das – während die Pagoden Stockwerk für Stockwerk wachsen – eine schöne Präsenz auf dem Tisch entwickelt. Das Thema spiegelt sich hier schön im Material wider. Der Spielablauf ist dabei recht gut strukturiert, sodass die Spieler gut in den Ablauf reinkommen. Dabei hilft, dass die Regel gut strukturiert geschrieben ist. Allerdings finde ich die Bezeichnung von Meditationspunkten als Währung und Erleuchtungspunkten als Siegpunkte sehr holprig. Hier kamen mehrfach Nachfragen, was mache ich jetzt mit diesen Punkten?

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Der Spielverlauf ist anfangs etwas träge, weil jeder Spieler mit 0 Meditationspunkten startet und diese am Anfang nur langsam hinzukommen. So bestehen die ersten Runden eigentlich aus keiner wirklichen Spielentscheidung. Es gibt gar keine andere Möglichkeit, als erst einmal die unteren Pagodenstockwerke aus dem Beutel zu ziehen. Da aber mit steigender Höhe der Pagoden auch immer mehr Meditationspunkte hinzukommen, nimmt das Spiel nach ein paar Runden Fahrt auf und ist dann flott gespielt.

Mit kleinen Mönchsfiguren aus Holz werden für jeden Spieler die Meditationspunkte auf einer gemeinsamen Leiste auf dem Spielplan angezeigt. Da nicht jeder Spieler am Tisch diesen Teil des Spielplans gut erreichen kann, hat in unseren Spielrunden immer eine Person alle Figuren bewegt. Da diese Punkte ständig hinzukommen und dann auch wieder schnell ausgegeben werden, ist hier ein Spieler eigentlich das ganze Spiel über mit dieser Leiste beschäftigt. Für den Spielablauf fand ich persönlich das nicht weiter schlimm, aber es wäre vielleicht intuitiver gewesen, wenn jeder Spieler vor sich eine eigene Leiste mit den Punkten gehabt hätte.

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An sich nicht tragisch, aber irgendwie doch traurig, finde ich den Werbetext auf der Schachtelrückseite. Da hätte auf jeden Fall noch einmal jemand kurz auf Rechtschreibung und Grammatik bzw. Lesbarkeit prüfen sollen. Was ich auch nirgendwo finden konnte, ist, was TAJUTO denn nun eigentlich heißt oder wofür es steht. Das steht dann doch irgendwie im Kontrast dazu, dass hier mit dem Material, der Illustration und auch den Begrifflichkeiten (Meditation, Erleuchtung) versucht wurde, eine thematische Erfahrung zu schaffen.

Insgesamt ist TAJUTO ein schön gestaltetes, zugängliches und kurzweiliges Spiel, das für Familienspieler geeignet ist, die ein nicht allzu aufregendes, vielleicht sogar meditatives Spiel suchen.

 

Wertung zum spiel

 

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Bilder vom Spiel

Tags: Ressource Management, Action-Selection, 60 Minuten, 1-4 Spieler

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