TEST // COOPER ISLAND

TEST // COOPER ISLAND

Noch beim Schreiben dieses Artikels, Tage nach dem Spieleabend, bin ich über meine 15 zu 13 zu 11 Punkte-Niederlage erstaunt. Nach 2 Stunden COOPER ISLAND hatte ich mir irgendwie 13 Punkte zusammengekratzt…und das war ein hartes Stück (Kopf)arbeit! Es fühlt sich tatsächlich etwas ernüchternd an, wenn es zur Punktezählung kommt und die 2-5 Pünktchen addiert werden. In diesem Spiel zählt JEDER, aber auch wirklicher JEDER Punkt und ein Spielfehler bzw. ein falsch platziertes Plättchen o.ä. hat enorme Auswirkungen. Das Wort EXPERTE hätte auf dem Spielekarton auch in fett und unterstrichen stehen dürfen.

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Die einzelnen Aktionen sind wenig komplex und echt leicht verständlich. Auch die Spielmechanik ist super schnell verinnerlicht. Der Teufel steckt hier im Detail. Zum Spielstart stehen 2 Aktionssteine zur Verfügung – ZWEI!!! Nach der Ausführung von nur zwei Aktionen endet die erste von fünf Runden. Zudem hat jede Aktion Auswirkung auf spätere Züge und es ist alles so unglaublich eng miteinander verstrickt. Oft bemerkt man den Zusammenhang erst einige Züge später und ist sich dann seinem Fehler bewusst. Alles greift wie in einem Uhrwerk ineinander und beeinflusst den nächsten Schritt.

Das ist ebenso genial wie anstrengend. Es entsteht diese Achterbahnfahrt zwischen ausströmenden Glückshormonen und dem laaaaangen Denken am Tisch. Inklusive Regelerklärung waren wir in unserer 3er-Partie in knappen 1,45 Stunden fertig und haben uns dann gefragt, ob wir etwas falsch gemacht oder übersehen haben – aber Nein. Jeder Spieler hat also nur wenige Aktionen im Spiel und muss seine Züge genaustens planen. Und damit komme ich schon zu meinem ersten Kritikpunkt. Die Downtime kann den Spielspaß von COOPER ISLAND etwas trüben. Die Wichtigkeit der Entscheidungen ist exorbitant hoch und lädt praktisch zum Hirnverdrehen ein. Sollte es „Grübler“ in der Spielerunde geben, würde ich COOPER ISLAND nicht aus dem Regal holen.

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Die Spielbrettform weicht vom Standard ab und wirkt erfrischend anders und extrem cool. Mir gefällt die Optik und die Umsetzung dieser freigeistlichen Form – tolle Insel. Leider gibt es echt einige Minuspunkte wegen der „Papiertableaus“ und des eingeschrumpften Materials. Darunter leidet die Haptik, alle Spieler sind in gewisser Weise materialverliebt und haben diesen Qualitätsfetisch.

Das Spiel bietet eine steile Lernkurve und Spieler mit 1-2 Partien Erfahrung stecken Neulinge in COOPER ISLNAD in die Tasche. Das wiederum macht das Spiel aber auch interessant. Man lernt das Spiel zu verstehen und kann seine Strategie optimieren. Die Variations- oder Strategiemöglichkeiten sind schier unendlich und regen zum Probieren und Tüfteln an.

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Zusammenfassend möchte ich resümieren: COOPER ISLAND ist ein knallhartes Expertenspiel mit einfachen Grundmechaniken. Die Aktionen sind nicht komplex und schnell gelernt. Erst das verwobene Netzwerk der Zusammenhänge im Untergrund machen das Spiel so herausfordernd. Sowohl der Puzzlemechanismus also auch das neuartig wirkende Ressourcenmanagement sind interessant. Es gibt wenige, eigentlich kein Spiel, auf diesem Schwierigkeitsniveau, welches so tiefgründig und verwoben ist bei so kurzer Spieldauer. Es entsteht ein knallharter Kampf um Punkte. COOPER ISLAND ist auch optisch ein Leckerbissen. Trotz der vielen positiven Charakteristiken konnte das Spiel bei mir die 80+ Punktehürde nicht überschreiten. Gründe dafür sind die teilweise schlechten Materialqualitäten, die fehlende Interkation zu den Mitspielern (Optimierung der EIGENEN Insel ist der Schlüssel zum Sieg) und die teilweise erhöhte Downtime.

Seid Ihr dem Druck gewachsen? Dann steigt ein und segelt mit in rauer See rund um COOPER ISLAND…

 

Wertung zum spiel

 

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Bilder vom Spiel

Tags: Workerplacement, Ressource Management, 60-120 Minuten, Puzzle, 2-4 Spieler, Eurogame

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