TEST // COIMBRA

TEST // COIMBRA

Verfasst von Kecia Lüdtke am .

In der blühenden portugiesischen Universitätsstadt COIMBRA wächst der Wohlstand und damit auch das Sicherheitsbedürfnis der Einwohner. So wurde ein Wachschutz ins Leben gerufen, um den lokalen Ratsmitgliedern, Händlern, Geistlichen und Gelehrten als Schutz zur Seite zu stehen. Im Spiel COIMBRA erreichen die Spieler dieses Ziel, indem sie die meisten Siegpunkte über viele verschiedene Wege sammeln.

 

infos zum spiel

Das Spiel wurde uns vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss.

 

Wohlstand und Sicherheit für Coimbra

 

COIMBRA ist ein Spiel für 2–4 Spieler ab 14 Jahren. Über die Spieldauer von 70–120 Minuten sammeln die Spieler Siegpunkte über verschiedene Mechanismen. Das Spiel ist von den Autoren Virginio Gigli und Flaminia Brasini mit Illustrationen von Philippe Guérin, Karla Ron und Marie-Ève Joly. Es ist 2018 bei PLAN B GAMES erschienen.

Zu Spielbeginn wählen die Spieler unterschiedliche Startvoraussetzungen, indem sie sich aus den ausgelegten Sets aus je zwei Einwohnerkarten ein Set aussuchen und direkt die Vorteile dieser Karten bekommen. Dabei gehen sie auf der farblich angegebenen Leiste direkt eine Anzahl an Schritten hoch. So starten alle Spieler mit leicht abgewandelten Startbedingungen.

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COIMBRA wird über vier Runden gespielt, die alle nach dem gleichen Schema ablaufen.

A. Würfeln

Der Startspieler würfelt den gesamten Würfelpool.

B. Würfel wählen und platzieren

In Spielerreihenfolge wählen alle Spieler nacheinander je einen Würfel, setzen ihn in einen Würfelhalter in ihrer Spielerfarbe und stellen den Würfel nun auf ein beliebiges Aktionsfeld. Es gibt vier verschiedene Orte. Das Schloss, die Oberstadt, das Zentrum und die Unterstadt.

Im Schloss werden die Würfel in aufsteigender Folge sortiert. In den anderen drei Orten werden die Würfel in absteigender Reihenfolge sortiert. Wenn alle Spieler insgesamt drei Würfel genommen und platziert haben, werden nun die Aktionen ausgeführt.

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C. Aktionen ausführen und Würfel zurücknehmen

Beginnend beim Schloss werden nun nacheinander die vier Orte ausgelöst. Dabei darf immer der Spieler die nächste Aktion ausführen, dessen Würfel gerade ganz vorne liegt. Anschließend nimmt er den Würfel auf sein Spielertableau und der nächste Würfel in der Reihe ist dran.

Im Schloss nimmt sich der betreffende Spieler als Aktion gratis eines der ausliegenden Gunstplättchen. Darauf sind verschiedene Boni abgebildet.

In der Oberstadt, dem Zentrum und der Unterstadt liegen zu Rundenbeginn immer vier Einwohnerkarten aus. Der Spieler, dessen Würfel gerade ganz vorne ist, kann nun eine der verfügbaren Karten kaufen. Auf der Karte ist jeweils angegeben, ob für den Erwerb Geld oder Wachen bezahlt werden müssen. Der Spieler muss nun so viel der betreffenden Währung abgeben, wie die Augenzahl seines Würfels anzeigt. Anschließend nimmt er sich die gekaufte Karte und stellt den Würfel auf sein Spielertableau. Die gerade gekaufte Karte erlaubt es ihm, immer auf einer der Einkommensleisten sofort voranzuschreiten. Außerdem sind Soforteffekte, verbesserte Kauf- oder Einkommensbedingungen oder Spielendvorteile auf den Karten abgedruckt, die nun für den Spieler gelten.

Wenn ein Spieler seine Aktion doch nicht ausführen kann oder will, darf er immer die Notaktion „2 Geld und 2 Wachen nehmen“ wählen.

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D. Spielerreihenfolge bestimmen

Wenn alle Würfel wieder zurück bei ihren Besitzern sind, wird die neue Spielerreihenfolge bestimmt. Dafür wird geschaut, wer aktuell die meisten Kronensymbole vor sich ausliegen hat. Diese Symbole erhalten Spieler durch Karten und Gunstplättchen. Wer aktuell in der Spielerreihenfolge weiter hinten ist, hat auch schon mehr Kronen, sodass er größere Chance hat, neuer Startspieler zu werden.

E. Einkommen erhalten

In der neuen Spielerreihenfolge wird nun das Einkommen der Einkommensleisten ausgeschüttet. Dabei wird geschaut, welche Würfelfarben die Spieler vor sich ausliegen haben. Je nachdem, wie weit sie auf den entsprechenden Leisten vorangeschritten sind, erhalten sie mehr Geld, Wachen, Pilgerschritte oder Siegpunkte.

Geld, Wachen und Siegpunkte werden auf dem Tableau oder Spielbrett abgetragen. Die Pilgerschritte führt der Spieler mit seiner Spielfigur auf dem Spielplan entlang des Pilgerpfades aus. Wenn er dabei über ein Klosterplättchen geht, markiert er dieses mit einem Spielstein und erhält die angegebenen Boni.

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F. Eine Expedition ausstatten

Haben alle Spieler ihr Einkommen erhalten, darf jeder noch eine Expedition ausstatten. Die Expeditionskarten zeigen unterschiedliche Bedingungen, die am Spielende noch einmal extra Siegpunkte einbringen. Die angegebenen Kosten auf der Expeditionskarte muss der Spieler nun zahlen und anschließend die entsprechende Expedition mit einem Spielstein seiner Farbe markieren.

Nach der vierten Runde folgt die Endwertung. Siegpunkte gibt es für ausgestattete Expeditionen, Fortschritte auf den vier Einkommensleisten, bestimmte Einwohnerkarten mit Spielendbedingungen, unterschiedliche Diplome (die auf einigen Einwohnerkarten abgebildet sind) und für je 2 übriggebliebene Ressourcen. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt die Partie COIMBRA.

 

Alles hat seinen Platz

 

Das Spielmaterial in COIMBRA ist ausnahmslos von sehr guter Qualität. Das Spielermaterial ist aus Holz und die Spielerfarben lassen sich gut auseinanderhalten. Die Kloster- sowie Gunstplättchen und alle Karten sind sehr stabil. Auch die Würfel sind einwandfrei und passen perfekt in die Plastikhalter in den jeweiligen Spielerfarben. Die Spielertableaus und der Spielplan sind qualitativ hochwertig, übersichtlich und die Ikonografie ist sehr hilfreich. Die Anleitung ist hervorragend strukturiert, verständlich geschrieben und mit erklärenden Bildern versehen.

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Besonders hervorzuheben ist außerdem, dass das komplette Spielmaterial perfekt in das Plastikinlay in der Spielschachtel einsortiert werden kann.


COIMBRA hat einen interessanten Mechanismus mit den farbigen Würfeln geschaffen. Bei der Wahl eines Würfels müssen drei Dinge gleichzeitig bedacht werden. Die Augenzahl bestimmt einerseits, wann ich an der Reihe bin, eine Karte zu kaufen oder ein Plättchen zu nehmen. Andererseits besagt die Augenzahl auch, wie hoch die Kosten beim Kauf sein werden. Die Würfelfarbe entscheidet darüber, welches Einkommen ich später in der Runde generiere. So ist die Wahl eines Würfels eine wichtige und vielschichtige Entscheidung, die das Spiel spannend macht.

Innerhalb einer Partie kann man gut Schwerpunkte setzen oder von allem ein bisschen machen. Das Spiel ist gut ausbalanciert und die zwei Karten, die man zu Beginn des Spiels bekommt, geben hier einen guten Hinweis, worauf man sich am Anfang konzentrieren sollte.

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Da in jeder Partie alle Karten genutzt werden, ist der Wiederspielreiz hierdurch etwas geringer als er mit mehr Karten sein könnte. Allerdings ist ein Reiz des Spiels, dass es so gut planbar ist. So weiß man nach ein, zwei Partien, welche Karten noch kommen und kann sich darauf vorbereiten. COIMBRA ist also auf jeden Fall etwas für Planer und nicht für Bauchspieler.

Das große Maß an Planbarkeit ist auch der Grund, warum ich COIMBRA tatsächlich zu zweit besser finde als zu dritt oder in Vollbesetzung. Einerseits dauert das Spiel mit mehr als zwei Spielern (wegen längerer Downtime) deutlich länger. Andererseits funktioniert der eigene Plan bei mehr als zwei Spielern viel häufiger nicht. Im Spiel zu zweit weiß ich genau, welche Karten mir wahrscheinlich nicht mehr zum Kauf zur Verfügung stehen. Wenn in einem solchen Spiel der Mitspieler seinen Würfel vor mir platziert hat, kann ich bestenfalls ahnen, was er kauft und welche Karte mir deshalb nicht mehr zur Verfügung steht. Da COIMBRA so viele erfolgversprechende Möglichkeiten bietet, kann ich nur schwer im Blick behalten, was mein Mitspieler (geschweige denn bis zu drei Mitspieler) geplant haben könnte/n. So muss man im Spiel zu dritt und viert viel öfter die Notfallaktion wählen, weil man gar keine Karte mehr (wie eigentlich geplant) kaufen kann.

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Die Anleitung von COIMBRA ist wirklich hervorragend strukturiert und geschrieben und lässt wirklich keinerlei Fragen offen. Das ausführliche Glossar hilft besonders in der Erstpartie, da dort alle Kartenfunktionen einzeln beschrieben sind. Auch wenn die Symbolsprache im ersten Moment sehr umfangreich erscheint, so sind die Symbole eindeutig und während des Spiels sehr hilfreich. Auch das Spielertableau ist perfekt gestaltet. Hier sind die einzelnen Spielphasen gut aufgezeigt und auch, was am Ende Siegpunkte einbringt, ist mit Hilfe des Tableaus immer im Blick.

Insgesamt ist COIMBRA ist ein sehr geschliffenes und ausbalanciertes Spiel um Siegpunkte, bei dem die ausgefeilten und gut ineinandergreifenden Mechanismen im Fokus stehen und das Thema keinen hohen Stellenwert hat. Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, Siegpunkte zu erhalten und alle Wege sind gleichermaßen lukrativ. Dabei gibt es viel zu Bedenken, sodass dieses Spiel auf jeden Fall für Expertenspieler geeignet ist. Ich finde es am besten zu zweit. Wenn beide das Spiel kennen, ist es sehr flott gespielt. Allerdings ist COIMBRA ein sehr mechanisches Spiel, ein begeisterndes oder emotionales Spielgefühl kommt hier nicht auf.

 

Wertung zum spiel

 

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Bilder vom Spiel

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Tags: 70-120 Minuten, Enginebuilder, Würfelplatzierung, Set sammeln, 2-4 Spieler, Eurogame

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