TEST // FRANCIS DRAKE

TEST // FRANCIS DRAKE

Das schöne Spielmaterial lädt gerade dazu ein, uns als Freibeuter zu verdingen und die tolle Schatztruhe mit Beute zu füllen. Glücklicherweise stehen die intuitiv verständlichen Regeln dem nicht allzu lange im Weg, so dass es rasch losgehen kann, das eigene Schiff für die Reise auszurüsten und in See zu stechen.

Wie auch bei einer richtigen Seefahrt möchte eine Reise gut geplant sein. Früh sollte daher überlegt werden, was wir in der jeweiligen Runde erreicht wollen und welche Ressourcen wir dafür benötigen. Allerdings machen uns die Mitspieler immer wieder einen Strich durch die Rechnung und schnappen uns fleißig benötigte Ressourcen weg, so dass wir unsere Strategie häufig anpassen müssen. Besondere Bedeutung kommt hier dem Proviant zu, denn je weiter entfernt wir segeln können, desto weniger Spieler können dorthin gelangen und uns Plätze streitig machen. Die Ausrüstungsphase ist dynamisch, interaktiv und geht mit überschaubarer Downtime einher.

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In der Segelphase müssen wir unsere erworbenen Ressourcen nun bestmöglich einsetzen und in unserer Planung auch die Absichten und Möglichkeiten der anderen Kapitäne berücksichtigen, um erfolgreich zu sein. Das Setzen der Aktionsmarker ist die zentrale und dabei auch spannende Aktion und führt beim Aufdecken immer wieder zu Überraschungen. Da dies parallel erfolgt und das Abarbeiten keine Entscheidungen mehr benötigt, hält sich die Wartezeit in Phase 2 auch mit mehreren Spielern angenehm in Grenzen.

FRANCIS DRAKE profitiert generell von einer höheren Anzahl von Spielern, denn es finden mehr Konflikte statt, was dem Spielspaß zu Gute kommt. Dementsprechend konnte uns der Zwei-Spieler-Modus aus der Erweiterung weniger überzeugen. Zu einfach können die Spieler sich aus dem Weg gehen und es findet kaum Interaktion statt.

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Aus unserer Sicht bietet die Erweiterung etwas wenig. Ein paar Plättchen können ersetzt werden, wodurch die Kämpfe etwas schwerer werden und mehr Bonus möglich ist, aber das Spielgefühl wird dabei kaum verändert. Für die Zwei-Spieler-Version werden nur Regeln ergänzt, was auch als einfacher Download möglich wäre. Die Erweiterung ist daher im Wesentlichen denen zu empfehlen, die das Spiel mit sechs Personen spielen wollen.

FRANCIS DRAKE kam in unseren Spielrunden gut an. Es gibt kleinere Punkte, die in unseren Augen verbesserungswürdig wären, z.B. empfinden wir den Tausch von Handelswaren gegenüber den Kämpfen zu schwach und es gibt etwas wenig Abwechslung bei der Strategie. Dennoch bietet FRANCIS DRAKE einen soliden Mix aus Abenteuer, Planung, Kampf, Einschätzen der Mitspieler und auch etwas Glück. Somit können wir jedem Hobby-Freibeuter empfehlen, einen Blick darauf zu werfen.

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Historisch betrachtet bleibt noch anzumerken, dass das vermittelte romantische Bild des englischen Seefahrers FRANCIS DRAKE im Dienst von Queen Elizabeth darüber hinwegtäuscht, dass es auch eine Schattenseite mit Mord, Sklavenhandel und Plünderung gab. Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung, auch wenn wir einen anderen Titel bevorzugt hätten.

 

Wertung zum spiel

 

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Bilder vom Spiel

Tags: Ressoucenmanagement, Kämpfen, Piraten, 90-120 Minuten, 2-6 Spieler, Eurogame, Strategie

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