Test: The Martians – A Story of Civilization

Geschrieben von Daniel Krause.

Test: The Martians – A Story of Civilization
Bei dem Spieleverlag Verlag RED IMP ist eines der vielen Mars Spiele 2016 erschienen. „The Martians – A Story of Civilization“ hatte ich persönlich gar nicht auf dem Zettel zu Messe. Doch die Empfehlung eines Bekannten und einer der Übersetzer der Regeln ins Deutsche haben mich dazu gebracht blind zu kaufen.

Test: The Martians – A Story of Civilization Rezension

Ja – das geht oft in die Hose. Und – Ja – die Wahrscheinlichkeit eine Niete zu kaufen ist unwahrscheinlich groß. Zudem stellt sich die berechtigte Frage: „wer braucht so viele Mars Spiele?“. Da gibt es „Mission to Mars 2049“, „Terraforming Mars“, „Aufbruch zum Roten Planeten“, “Project Mars” und dann nächstes Jahr noch „First Martians: Adventures on the Red Planet“. Da blickt kaum noch einer durch.

Ausschlaggebend für den spontanen Kauf, war das sehr gut gestaltete, große Spielfeld zusammen mit den vielen Möglichkeiten, dort etwas anzustellen. Es sieht komplexer aus, was es am Ende des Tages auch ist. Zudem bieten die vielen Spieloptionen, eine garantierte Dauerbeschäftigung. Die Optionspalette könnte einem Computerspiel entsprungen sein. kooperativ, semi-kooperativ, solo und natürlich voll kompetitiv.

Test: The Martians – A Story of Civilization Rezension

Da wundert es kaum noch, dass vier Missionen gibt, die durchgespielt werden wollen. In der leider etwas umständlichen, ansonsten aber gut übersetzten Anleitung verbringt man einige Zeit, bis das Spiel in Gänze verstanden ist. In meinem Fall war viel hin und her blättern nötig, um alle Regeln zu verstehen. Aber man muss auch sagen, die gleich vier Modi sind sehr auf den Punkt zusammengefasst. Wer die Grundregeln einmal verinnerlicht hat, kann die anderen Spielmodi blitzschnell umsetzen.

Hauptsächlich war ich bisher solo in dem Spiel unterwegs.Hier hatte ich immer wieder das Gefühl eine Strategiespiel auf dem PC zu spielen. Es gibt klare Ziele, die erreicht werden wollen. Dazu gibt es mehrere Wege, diese zu erreichen. Ständig passiert etwas, dass die eigenen Pläne unmöglich macht und selten genug die Erreichung fördert. Es müssen Gebäude erweitert oder fertiggestellt werden. Es kann Personal eingestellt werden, oder der eigene Konzern weiterentwickelt werden.

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Ab und an entwickelt sich schon ein Gefühl dafür, wie Lebensfeindlich der Mars ist und wir hart jeder einzelne Rohstoffklumpen ihm entrissen werden muss. Passt man nicht auf, sind ein paar Kolonisten gestorben. Das Erreichen der Missionsziele rückt dann in weite Ferne.

Aufgrund der Komplexität der Regeln verzichten wir an dieser Stelle, die komplett zu beschreiben. Stattdessen geben wir nur einen groben Überblick, wie das Spiel funktioniert.

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Das ist der Spielplan:

Der Spielplan ist doppelseitig und auf beiden Seiten inhaltlich identisch. Die Grafik ist einmal quer und einmal längs. Das ist vorbildlich, lässt sich so ein Aufbau realisieren, der für die jeweilige Tisch-Möglichkeiten und Spieleranzahl immer ideal ist.

Ein Bereich ist mit Quatieren belegt. Dort leben die Kolonisten. Dort werden sie krank, wollen Nahrung und benötigen Sauerstoff, damit sie nicht sterben. Ist das alles erfüllt, pflanzen sie sich fort. Mittelfristig wächst die Kolonie.

Unter den Quartieren ist der Rundenzähler. Dann gibt es noch eine Ansehensleiste. Die wird je nach Spielmodi anders verwendet.

In der Mitte des Spielplans ist die Ausgrabungsstätte. Dort gibt es eine Ausgrabungsmaschine, die hin und her bewegt werden kann.

Rund um die Ausgrabungsstätte sind diverse Gebäude angesiedelt.

Moxie-Generator:
Es kann ein „Sauerstoffmarker“ entfernt werden. Das bedeutet, die Atemluft wird regeneriert.

Anlagenbau:
Gebäude können fertig gebaut oder erweitert werden. Alternativ können Sonnenkollektoren ausgebaut werden.

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Krankenhaus:
Es kann ein Medizinmarker erschaffen werden.

Kläranlage:
Hier können zwei Trinkwassermarker verdient werden.

Ausgrabungsstätte:
Die Ausgrabungsmaschine darf bewegt werden. Es dürfen dann zwei Rohstoffe, entsprechend des Plättchens geschürft werden. Alternativ kann hier auch eine Regolithenuntersuchung gemacht werden. Dabei werden seltene Steine gefunden, die man für Aufträge und Forschung benötigt.

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Landekapsel:
Hier können Forschungsaufträge erfüllt werden und dringend benötigte Vorräte abgeholt werden.

Labor:
Hier können Konzerntechnologien oder Kolonietechnologien erforscht werden.

Gewächshaus:
Wer effizient Lebensmittel herstellen will, muss hier dringend vorbei kommen und ein Upgrade machen. Alternativ, kann hier einfach geerntet werden.

Ausbildungszentrum:
Hier können Experten oder Assistenten angeworben werden. Diese bringen jeweils Vorteile, für den jeweiligen Konzern.

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So funktioniert das Spiel:

Eine Partie besteht aus vier Zyklen (wenn eine Mission nicht etwas anderes besagt). In den vier Zyklen hat jeder Spieler drei Runden. In jeder Runde hat er drei Zeiteinheiten, die er verplanen kann. Diese Zeiteinheiten, werden durch Hunger und/oder Krankheit gerne auch mal dezimiert. Zudem kann der Verlust von Kolonisten dafür sorgen, dass eine ganze Runde verloren geht. Wer sich gut anstellt, kann aber auch neue Kolonisten hinzu verdienen.

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Ein Zyklus besteht aus folgenden Phasen:

- Versorgungsphase (findet ab dem zweiten Zyklus statt): Hier wird geschaut, wie die Anforderungssituation in der Kolonie ist.

- Arbeistphase: Hier werden die drei oder vier Runden gespielt. Die Arbeiter werden entsprechend dem verfügbaren Zeitpensum in die einzelnen Bereiche platziert, vorausgesetzt, die Voraussetzungen können erfüllt werden.

- Quatierphase: Nach getaner Arbeit wird geschaut, ob die Kolonisten auch versorgt werden können. Nun werden die Arbeiter krank, unzufrieden, oder sterben.


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Fazit:

In dem schon sehr langen Text, bin ich noch auf etliche Aspekte des Spiel gar nicht eingegangen. Das ist sicherlich nicht nötig, denn der grobe Überblick reicht schon aus um zu sehen, dass es hier ein komplexes Geflecht an Möglichkeiten gibt. Es gibt nicht die einen Weg, der zum Ziel führt, aber viele Wege führen zur sicheren Niederlage. Es bestehen so viele Abhängigkeiten und Bedingungen untereinander, dass man als Spieler gut zusammenhalten muss. Ein Trick ist es sich zu spezialisieren. Dann erfüllt jeder eine oder zwei Kernaufgaben, und alle zusammen können wie in einem echten Team viel mehr erreichen. Kompetitiv habe ich es noch nicht ausprobiert. Das liegt nicht daran, dass es nicht reizvoll ist, sondern alleine daran, dass das Kooperative und Solo Spiel so viel Spaß macht.

Zusammen mit der sehr gelungenen Grafik ist das Spiel ein echter Geheimtipp. Alleine die Zeitungsausschnitte in der Anleitung sind schon Thematisch gelungen und ziehen etwas in die Geschichte des Spiels hinein. Wer gerne ein komplexes Mars Workerplacement spielen will, oder auf der Suche nach einem fordernden Solospiel ist, kann bedenkenlos zugreifen.

Das Spiel ist für 1-4 Spieler ab 14 Jahren. Es ist auf deutsch erhältlich.
Bei Interesse bitte an den Verlag per Mail wenden: contact(at)redimp.pl

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