TEST // THE QUEEN OF HANSA

TEST // THE QUEEN OF HANSA

Verfasst von Sandra & Tobias Zimmermann am .

THE QUEEN OF HANSA führt bis zu vier Spieler in die namensgebende Stadt Lübeck, die zu den wichtigsten Zentren des damaligen Händlerbundes zählte. Dort verdingen sich die Spieler als Kaufleute auf der Jagd nach den größten Reichtümern. Hierfür ist entscheidend, zum richtigen Zeitpunkt auf die richtigen Handelspartner zu setzen.

 

infos zum spiel

Das Spiel wurde uns freundlicherweise von HOBBY JAPAN zur Verfügung gestellt.
Auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss.

 

Spielablauf

 

Eine Partie THE QUEEN OF HANSA verläuft über drei Runden. In jeder Runde dürfen die Spieler spielerzahlabhängig vier bis sechs Züge ausführen. In jedem Zug darf der aktive Spieler eine seiner zwei Handkarten ausspielen und im Anschluss eine neue Karte (und das eventuell darauf liegende Luxusgut) aus der Auslage auf die Hand nehmen. Die Auslage teilt sich in vier Städte (Handelspartner) auf, denen jeweils eine Farbe zugeordnet ist. In jeder Stadt liegen wiederum fünf Karten aus, von denen zwei verfügbar sind und drei weitere die zukünftigen Handelsmöglichkeiten anzeigen. Nachdem eine Karte ausgespielt wurde, darf die neue Karte nur aus der Stadt genommen werden, deren Farbe die ausgespielte Karte anzeigt.

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Die ausgespielten Karten verfügen über keine besonderen Aktionen, sondern dienen nahezu ausschließlich dem Sammeln von Mehrheiten in den Wertungsphasen bzw. bringen Siegpunkte am Ende des Spiels ein. Unterschieden wird zwischen insgesamt drei Kartenarten: Persönlichkeiten, Schiffe und Gebäude. Persönlichkeiten sind mit einem von acht Buchstaben versehen und bringen am Ende des Spiels umso mehr Punkte ein, je mehr verschiedene Persönlichkeiten gesammelt wurden. Gebäude haben höhere Werte für die Mehrheitenwertungen zwischen den Runden. Schiffe erlauben es den Spielern, gesammelte Luxusgüter in die nachfolgenden Runden mitzunehmen.

Statt eine Karte offen auszulegen, kann der aktive Spieler eine seiner Handkarten auf seinen verdeckten Stapel legen (welcher am Ende für eine gesonderte Wertung bedeutsam ist). Auf diese Weise kann er den Rat der Hanse beeinflussen. Die ausgespielte Karte nimmt zwar nicht an den Zwischenwertungen am Rundenende teil, dafür darf der aktive Spieler nach dem Ablegen der Karte eine verfügbare neue Karte aus einer beliebigen der vier Städte nehmen. Darüber hinaus darf er den Wohlstand einer der vier Städte auf der Wohlstandsleiste erhöhen oder verringern.

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Die Wohlstandsleiste ist von besonderer Bedeutung, da sie die Punktausbeute bei den Mehrheitenwertungen regelt. Je wohlhabender eine Stadt ist, desto mehr Punkt bringt die dortige Mehrheit ein. Wird während einer Runde die letzte Karte einer Stadt in den verfügbaren Bereich geschoben, löst dies eine Wohlstandsänderung aus. Die erste Stadt einer Runde muss ihren Wohlstand um einen Punkt verringern. Die weiteren Städte dürfen ihren Wohlstand um einen, zwei bzw. drei Punkte erhöhen, sobald auch dort die letzte der jeweils fünf ausliegenden Karten verfügbar wird.

Haben alle Spieler ihre Züge ausgeführt, endet die Runde und es wird eine Wertung ausgeführt. In der Wertung wird nun für jede Stadt (bzw. jede Farbe) die Mehrheit der von den Spielern ausgespielten Karten überprüft und bepunktet. Der Punktwert der Mehrheiten hängt, wie erwähnt, mit dem Wohlstand der jeweiligen Stadt zusammen. Die während der Runde gesammelten Luxusgüter erhöhen den Mehrheitswert der jeweiligen Farbe um 1. Außerdem erhalten die Spieler weitere Punkte für die gesammelten Luxusgüter selbst.

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Zum Rundenende müssen die Luxusgüter abgeworfen werden, sofern sie nicht auf einem der ausgelegten Schiffe untergebracht worden sind.

Nach der dritten Rundenwertung folgt eine abschließende Schlusswertung. Hier erhalten die Spieler Punkte für die Mehrheit in den verdeckten Kartenstapeln, für die gesammelten Persönlichkeiten sowie die meisten Schiffe in der Auslage. Sieger ist der Spieler mit den meisten Punkten.

 

Was ist in der Box?

 

Die Qualität der Spielbox ist solide. Ihre Größe dürfte allein dem Spielbrett geschuldet sein, ist im Übrigen jedoch überdimensioniert.

Beim Öffnen der Schachtel findet man ein Spielbrett, eine Wertungstafel, 64 Spielkarten, 42 Holzteile (vorwiegend Standardholzwürfel) und einen Stoffbeutel vor. Die Karten sind sehr dünn geraten, im Übrigen ist die Materialqualität durchschnittlich.

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Die Spielanleitung umfasst insgesamt zwölf Seiten, wobei lediglich vier Seiten auf den eigentlichen Spielablauf entfallen. Die Erklärungen sind verständlich geschrieben und lassen keine wesentlichen Fragen offen.


THE QUEEN OF HANSA weckte in uns ein ambivalentes Gefühl. Auf der einen Seite überzeugt das Spiel durch seine geradlinige Spielweise. Der Autor, Yutaka Hatakeyama, hat ein auf das absolut Wesentliche reduziertes Mehrheitenspiel erschaffen, welches mit einfachen Mitteln und wenigen Regeln eine beachtliche Komplexität hervorbringt. In nahezu jedem Zug wägen die Spieler ab, ob eine weitere Persönlichkeit sinnvoll ist oder doch lieber eine weniger interessante Karte, die dafür ein Luxusgut trägt. Dann braucht es in dieser Runde noch ein Schiff, damit das Luxusgut nicht verloren geht. Welche Mehrheit visiert man an? Spiele ich meine Karte offen oder manipuliere ich die Wohlstandsleiste? Hier spielt THE QUEEN OF HANSA seine Stärken aus.

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Auf der anderen Seite steht dem ein Layout gegenüber, das uns regelrecht abgeschreckt hat. Die Grafiken wirken äußerst altbacken und trist. Das Spielbrett wurde in unseren Spielrunden durchweg negativ bewertet. Dies wurde insbesondere auf die gewöhnungsbedürftige farbliche Gestaltung zurückgeführt. Einzig die Zeichnungen der Persönlichkeiten fielen positiv auf. Dies verwundert umso mehr als sich Klemens Franz für die Illustrationen verantwortlich zeigt, der neben vielen Rosenberg-Titeln auch Spiele wie Port Royal und Isle of Skye hochwertig illustrierte.

THE QUEEN OF HANSA kann auch nicht mit seiner Atmosphäre punkten. Das Thema wirkt austauschbar und spiegelt sich in der Spielmechanik nicht wider. Auch das Layout knüpft allenfalls an das Schifffahrtsthema, nicht jedoch an die Hanse an.

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Zu zweit ist das Spiel zu monoton, da es an Konkurrenz auf dem Spielplan mangelt. Am besten finden sich 4 Händler zusammen, um den Wettbewerb auf dem Spielplan vollends auszukosten.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich hier ein Blick hinter die Fassade lohnt. HOBBY JAPAN liefert ein ansprechendes Spielkonzept, welches leider weder thematisch noch grafisch überzeugt. Wer darüber hinwegsehen kann, erhält ein kurzweiliges Mehrheitenspiel, das in 45 bis 60 Minuten gespielt werden kann und gut zu unterhalten weiß.

 

Wertung zum spiel

 

 

Bilder vom Spiel

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Tags: Set sammeln, 45 Minuten, Familienspiel, 2-4 Spieler

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